Organisation

Kärntner Kirchenzeitung - „Sonntag”

Josef Schlintl: Vom Herrgott leiten lassen

Aus der Serie: So bunt ist Kärntens Kirche

Glauben mutig nach außen tragen und ihn leben. Sich als Christ nicht verstecken. Auch Pfarrgemeinderäte können da mithelfen. von Ingeborg Jakl

Josef Schlintl aus Pisweg mit Ehefrau Theresia (© Foto: kk)
Josef Schlintl aus Pisweg mit Ehefrau Theresia (© Foto: kk)

Kritische Geister muss es geben, auch in einem Pfarrgemeinderat. Die erst einmal hinterfragen und nachhaken. Die nicht alles schlucken und ungefiltert hinnehmen. Die aber, wenn sie etwas als richtig erkannt haben, sich mutig vorwagen und für das einstehen, von dem sie einmal überzeugt sind. Josef Schlintl aus Pisweg zählt dazu. Der engagierte Pfarrgemeinderatsobmann war viele Jahre in allen möglichen Vereinen des Ortes und darüber hinaus tätig und hatte, das gesteht er selber ein, für die Kirche „keine Zeit“.
Als er dann aber auf die Liste der Kandidaten für den Pfarrgemeinderat gestellt und mit großer Zustimmung gewählt wurde, stürzte er sich in das Abenteuer Kirche. „Wenn ich etwas übernehme, dann ganz oder gar nicht“, lautet seine Devise. Dann weiß Schlintl, was zu tun ist, was von ihm verlangt wird. Da ist er unermüdlich in seinem Bestreben, etwas weiterzubringen und positiv zu verändern. Und das will Schlintl.
Schon um die jungen Leute im Ort zu motivieren, ihnen zu zeigen, wie lebendige Kirche aussehen kann. „Die Menschen sind zu wenig informiert, dabei tragen sie eine große Sehnsucht in sich“, hat er erkannt und versucht mit, neue Wege aufzuzeigen.
Als sichtbares Zeichen hat Josef Schlintl auch an der Apostelgeschichte aus den Pfarren mitgeschrieben und einen ganz persönlichen Brief beigesteuert. Er ist mit drei weiteren Pfarrgemeinderäten aus Kärnten diese Woche in Rom, um Papst Benedikt XVI. bei einer Generalaudienz die gesammelten Werke zu überbringen. Die Delegation, bestehend aus 60 Frauen und Männern aus den zehn österreichischen Diözesen, wird von Diözesanbischof Alois Schwarz angeführt. Für Schlintl ist es das dritte Mal, dass er in Rom weilt und es ist, wie er begeistert erzählt, jedesmal aufs Neue eine Bereicherung für sein Glaubensleben. „Der Herrgott führt und leitet mich“, ist er überzeugt, und mit diesem Wissen erhebt er auch im Dekanats- und Diözesanrat seine Stimme.