Afri:carinthische Begegnung
Afrikaball "Solola" in der Klagenfurter Messehalle 5

Unter dem Motto „Solola – lasst uns miteinander reden“ laden Jugendliche des slowenischen Gymnasiums am 27. Mai zum Afri:ca Ball, einer „afri:carinthischen“ Begegnung in die Messehalle 5 in Klagenfurt.
Das gemeinsam mit hier ansässigen Afrikanerinnen und Afrikanern gestaltete Fest verspricht ein buntes Programm, bei dem von der Musik über die Kleidung bis zur Kulinarik beide Kulturen sichtbar gemacht werden – wobei man bei der afrikanischen gar nicht von einer einzigen Kultur sprechen kann.
In gemischten Teams wird geplant, gekocht, dekoriert und diskutiert – nicht selten in vier Sprachen parallel! Zur interkulturellen Begegnung kam es allerdings schon lange vorher. „Anfang Februar haben wir begonnen, mit Afrikanerinnen und Afrikanern, die hier in Kärnten leben, in Kontakt zu treten, nicht nur im Hinblick auf den Ball, sondern um sie kennen zu lernen und uns auszutauschen.“ – „Zuerst haben wir uns nur mit Einzelnen getroffen, und die haben beim nächsten Mal ihre Freunde und Familien mitgebracht. So ist das immer weiter gewachsen.“ – „Beim ersten Treffen waren nur drei Afrikanerinnen da, und beim letzten Mal waren es 24 Männer und Frauen!“, erzählen die Jugendlichen, deren Begeisterung für Afrika weit über das aktuelle Event hinausreicht.
Die Idee zum Afrika-Ball entstand im Rahmen des Engagements der Schülerinnen und Schüler bei der „IniciativAngola“, einem von der EU und vom Land Kärnten geförderten Jugendprojekt, das heuer bereits sein 15-jähriges Jubiläum feiert. Gegründet wurde es vom Kärntner Missio-Direktor Pater Hansej Rosenzopf mit dem Ziel, Veranstaltungen zur entwicklungspolitischen Bildung und Sensibilisierung der Bevölkerung in Kärnten zu leisten.
Mit den Spendengeldern werden Bildungsprojekte der Don-Bosco-Schwestern in Angola unterstützt. „Es ist uns wichtig, dass wir das gesammelte Geld nicht einfach hinunterschicken, sondern selbst überbringen“, erklärt die Projektleiterin Krista Hutter, die selbst schon mehrfach in Angola im Einsatz war. „Wir haben ein Volontariat eingerichtet, durch das Jugendliche für ein, zwei Monate hinunterfahren können. Das hat sich sehr bewährt. Uns ist der persönliche Kontakt wichtig, nicht nur die materielle Unterstützung.“
Feuer und Flamme
Mit dem Klagenfurter Ball wird nun der Blick einmal auf die afrikanische Kultur in der eigenen Umgebung gelenkt, auf jene Menschen, die ihre Wurzeln in einem afrikanischen Land haben, aber teilweise schon seit Jahren in Kärnten leben und arbeiten. Joan Kurui ist Feuer und Flamme für die Aktion: „Ich habe immer mit meinen Freunden darüber geredet, dass wir in Kärnten etwas über Afrika machen sollen, aber bisher ist es beim Reden geblieben. Als ich von dem Projekt gehört habe, habe ich sofort meinen Freundinnen davon erzählt. Wir wollen wirklich gerne etwas machen!“
Die Jugendlichen des Projektteams haben alle Hände voll zu tun. Flyer müssen verteilt, neue Fotos gemacht werden, das Programm gehört ausgearbeitet und die Saal-Dekoration gestaltet. Zur Kochgruppe sind zwei neue Frauen dazugestoßen, so dass die kongolesische Küche nun um südafrikanische und äthiopische Spezialitäten erweitert wird. „Wir haben ja schon andere Konzerte organisiert, deren Reinerlös dann nach Angola gegangen ist“, erzählt Tatjana Schuster, „aber bei diesem Projekt sind wir einfach so hineingestartet, ohne genau zu wissen, was da eigentlich entstehen wird und wie viel Zeit und Energie da drauf geht. Aber wir machen es gern, und es sind immer mehr Leute dazugekommen und haben ihre Ideen eingebracht.“ – „Und jedes Mal,“ ergänzt Janja Wutte, „wenn wir wieder einen Schritt geschafft haben, ganz allein, ohne professionelle Hilfe, dann ist das ein Erfolgserlebnis, ein Ansporn weiterzumachen.“
Jean-Marie Mpaka-Makanda ist mit zwei seiner Söhne zum Treffen gekommen: „Ich bin von Pater Benoit-Nzonzi zu dem Projekt eingeladen worden. Pater Benoit ist Kongolese, genau wie ich, und betreut die Pfarren Kolbnitz und Penk im Mölltal. Er hat zu mir gesagt: ‚Jean-Marie, du bist bekannt in Klagenfurt, du bist die richtige Person, um hier mitzumachen!’ Seither habe ich immer einer ganzen Menge Eintrittskarten in meinem Koffer, die ich verkaufe. Und es läuft gut!“
Schon im Vorfeld haben Workshops stattgefunden zur Einstimmung und konkreten Vorbereitung. Kochen, Batiken, Trommeln und afrikanisches Hair-Styling standen ebenso auf dem Programm wie eine Einführung in den kulturellen und religiösen Hintergrund, ein Angebot von Pater Benoit und Jean-Marie für alle interessierten SchülerInnen des Slowenischen Gymnasiums. Auf meine Frage, ob sie auch negative Reaktionen auf ihr Bemühen erhalten haben, schütteln alle Anwesenden ihre Köpfe. Krista Hutter: „Egal, wo wir bisher davon berichtet haben, immer hieß es: Erzähl uns mehr darüber!“