Pfarre

Villach-St. Jakob

Wallfahrt zum Virgilienberg

Auf den Spuren des Propsttitels unseres Stadthauptpfarrers

Auf den Spuren des Propsttitels unseres Stadthauptpfarrers

Am 26. September 2026 machte sich eine Gruppe von Mitarbeiter:innen und Freund:innen der Stadthauptpfarre Villach-St. Jakob auf den Weg nach Friesach. Ziel war die Kirchenruine auf dem Virgilienberg – jener Ort, von dem der Titel unseres Stadthauptpfarrers stammt. Seit April 2026 ist Dr. Richard Pirker Propst von Virgilienberg. Dort, wo dieser Titel seinen Ursprung hat, wollten wir gemeinsam Eucharistie feiern.

Von Villach ging es direkt nach Friesach, das letzte Stück hinauf zum Virgilienberg legten wir zu Fuß zurück. In der Ruine begrüßte uns der ehemalige Friesacher Bürgermeister Max Koschitz. Er brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass mit Dr. Richard Pirker wieder ein Propst von Virgilienberg bestellt ist. Wie im Mittelalter erhielten die Wallfahrerinnen und Wallfahrer als Gastgeschenk Brot und Salz.

Bei strahlend schönem Wetter – nur in den alten Mauern zog es ein wenig – feierten wir eine stimmungsvolle Messe, die der kleine Chor der Stadthauptpfarre wunderbar musikalisch umrahmte. Eingebettet in den Gottesdienst war eine Segensfeier zur Goldenen Hochzeit von Maria und Gerhard Pippan. Großer Dank gilt Sigi Freidl, dem ehemaligen Pfarrgemeinderatsobmann aus der Friesacher Zeit von Propst Pirker. Er hatte alles vorbereitet, einen Altar aufgebaut und Bänke für alle Mitfeiernden hergerichtet. Nach der Messe blieb Zeit für viele schöne Gespräche mit den zahlreich dazu gekommenen Friesacherinnen und Friesachern.

Mit dem Bus ging es weiter nach Gurk. In der Krypta des Domes führten uns Propst Pirker und Seminarist Paul Biber durch diesen besonderen Ort. Die Krypta des romanischen Domes zu Gurk, getragen von rund hundert Marmorsäulen, birgt das Grab der hl. Hemma von Gurk, der Landesmutter Kärntens. Die hervorragende Akustik ließ sich niemand entgehen – und so erklang gemeinsam das „Laudate omnes gentes“.

Den Abschluss bildete die Einkehr beim Buschenschank „Hanebauer“ auf dem Zammelsberg, wo bereits eine köstliche Jause auf uns wartete. Mit spirituell gestärktem Geist und hervorrangend geschmeckten Speisen gesättigt, fuhren wir zurück nach Villach.

So kann das neue Arbeitsjahr in unserer Pfarre gut beginnen.

Zur Geschichte des Virgilienbergs

Gründung: Das Kollegiatstift St. Virgil wurde vom Salzburger Erzbischof Eberhard II. gegründet. Die Kirche kann erst nach der Heiligsprechung ihres Patrons, des hl. Virgil, im Jahr 1233 geweiht worden sein; 1240 ist mit Hartwig der erste Propst bezeugt.

Blütezeit: Zum Stift gehörten Kirche, Wohnungen für sieben Chorherren und Wirtschaftsgebäude. Es besaß eine Bibliothek von europäischer Bedeutung; die Pröpste übten im 13. Jahrhundert auch das Amt des Salzburger Vizedoms aus.

Niedergang: Nach einem ersten Großbrand 1309 und weiteren Bränden wurde die Propstei Anfang des 17. Jahrhunderts aufgegeben. 1786 wurde die Kirche profaniert, nach einem letzten Brand 1816 verfiel sie. Erhalten ist heute der gotische Chor als Ruine.

Der Titel und Villach: Der Titel „Propst von Virgilienberg“ war zeitweise mit dem Amt des Stadthauptpfarrers von Villach-St. Jakob verbunden, zuletzt 1964 bei Johannes Sabitzer. Im April 2026 erneuerte Bischof Josef Marketz diese Tradition und ernannte Dr. Richard Pirker, der von 2007 bis 2012 Stadtpfarrer in Friesach war, zum Propst. Mit dem Ehrentitel ist keine Zuständigkeit für die Pfarre Friesach verbunden.