Pfarre

Villach-St. Jakob

Pontifikalamt mit Bischof Dr. Josef Marketz   Investitur zum “Propst vom Virgilienberg”

Messe in C-Dur, KV 337, Chor und Orchester der Stadthauptpfarre, Klaus Waltritsch (Leitung)

"Propst vom Virgilienberg", eine besondere Ehre

Wann das Kollegiatstift St. Virgil gestiftet wurde und wie es zur Zeit seiner Gründung zusammengesetzt war, ist nicht auszumachen, weil die Gründungsurkunde fehlt. Und auch sonst finden sich keine Hinweise, etwa die päpstliche Genehmigung oder die Zustimmungserklärung des Salzburger Domkapitels, die dieses Ereignis erweisen oder wenigstens etwas erhellen könnten. Hervorzuheben ist indessen, dass auch diese Stiftung Erzbischof Eberhards II. auf dem Boden des 860 genannten Hofes ad friesah, nicht aber bei der dazugehörigen, 927 namentlich nicht näher bezeichneten Eigenkirche, sondern auf dem nachmaligen Virgilienberg, einer Felskuppe im Gurker Ortsteil von Friesach, errichtet wurde. […] Im Jahr 1251 wird ein Dekan Johann urkundlich erwähnt. Möglicherweise war dieser Johann auch der Gründungsdekan. […]“ (aus Johannes Sacherer: St. Virgil zu Friesach: Das Kollegiatstift auf dem Virgilienberg und seine Pröpste (Archivfür vaterländische Geschichte und Topografie). Verlag des Geschichtsvereines. Klagenfurt 2000. S. 331)

„Unter Erzbischof Eberhard II. von Salzburg (1200 bis 1246) erfolgte die Heiligsprechung Virgils, des achten Bischofs von Salzburg, der in Kärnten das durch die Slaweneinwanderung zerstörte Christentum wieder herstellte. Diesem zu Ehren erbaute Eberhard, der öfters und gerne in Friesach weilte, die Kirche am Virgilienberg. Der letzte Propst war Koloman Prunnenmeister auch Kolomann Brunmeister. In der Stadtpfarrkirche in Friesach befindet sich ein Grabstein für Koloman Prunnenmeister, Propst und Erzpriester […]“ (aus Thomas Zedrosser: Die Stadt Friesach in Kärnten. Ein Führer durch ihre Geschichte, Bau- und Kunstdenkmäler. Herausgegeben vom Stadtverschönerungsvereine Friesach im Selbstverlage. 1926. S. 31)

„1606 wurde vom Erzbischöfe Wolfgang Dietrich die Auflassung der Propstei verfügt. Im Jahre 1754 wurde von der 1752 abgebrannten Kirche nur mehr das Presbyterium eingedeckt und 1786 wurde dieselbe exsekriert. Vom Propsteigebäude, das sich südlich der Kirche befand, sind kaum noch Spuren vorhanden, von der Kirche steht nur noch der gotische Chor als malerisch ekrönung des Berghügels und Zeuge einer vergangenen glaubensstarken Zeit. Die Würde eines Propstes vom Virgilienberg besteht noch und wird vom Fürstbischöfe von Gurk als Auszeichnung verliehen.“ (ebenda)

Die ursprüngliche Propstei St. Virgil bei Friesach wurde spätestens 1606 faktisch aufgehoben bzw. mit anderen geistlichen Rechten verschmolzen, unter Beibehaltung des Titels, aber ohne reguläres Kapitel oder dauerhaftem Propstwohnort.

Spätere Aufzeichnungen zeigen, dass im 18.–20. Jh.der Titel des Propstes vom Virgilienberg vor allem als Ehrentitel vergeben wurde – nicht als Leiter eines lebendigen Stifts mit aktiver Gemeinschaft. Mit der landesfürstlichen Verordnung von 1806 fielen die Benefizien ohnehin an den Kaiser und die Kirche verlor das Recht, die Güter selbstständig zu verwalten.

1909 wurde die Pfarre St. Jakob zur Stadthauptpfarre und nur ein Jahr später, 1910, erhielt Hermann Aztlhuber den Propsttitel. Er war Ehrenbürger von Villach und Dechant - war Propst in St. Jakob bis 1941. Nach den Kriegswirren, von 1949 bis 1962, war Franz Ninaus Propst. 1962 ernannte Papst Johannes XXIII. Dr. Johannes Sabitzer zum Popst von Virgilienberg. Er verstarb 1992, von da an ruhte die Propstwürde.

Wir schreiben jetzt die Geschichte weiter.

Mit Dekret vom 1. März 2026 verleiht Diözesanbischof Dr. Josef Marketz

Konsistorialrat Prof. MMag. Dr. Richard Pirker, Stadthauptpfarrer von Villach St. Jakob, den Ehrentitel „Propst vom Virgilienberg“.

Der Pfarrgemeinderat gratuliert dem Herrn Pfarrer von ganzem Herzen und ist stolz, Zeitzeuge dieses historischen Ereignisses zu sein.