Pfarre

Villach-St. Jakob

Patroziniumsfest am 25. Juli in Villach St. Jakob

Ein eigens gestaltetes neues Evangeliar schmückt die feierliche Liturgie in der Villacher Stadthauptpfarre

Patroziniumsfest am 25. Juli in Villach St. Jakob mit einem Neuzugang: Ein eigens gestaltetes neues Evangeliar von drei Handwerksmeistern aus Salzburg schmückt die feierliche Liturgie in der Villacher Stadthauptpfarre

Das Patroziniumsfest zu Ehren des heiligen Jakobus am 25. Juli stand in der Villacher Stadthauptpfarre St. Jakob ganz im Zeichen eines besonderen Geschenks: Erstmals wurde ein eigens für die Pfarre geschaffenes Evangeliar in der festlichen Liturgie verwendet. Mit diesem kostbaren Werk erhielt die Stadtpfarrkirche ein liturgisches Buch, das Glauben, Kunst und Handwerk auf eindrucksvolle Weise miteinander verbindet.

„Es war ein kostbarer und bewegender Moment“, beschreibt Stadthauptpfarrer und Propst den Einzug mit dem neuen Evangeliar durch das Hauptportal der Kirche. Anlass für seine Stiftung war sein silbernes Priesterjubiläum. Bereits seit 1759 wird zum Jakobstag jener historische Ornat getragen, den Kaiserin Maria Theresia der Pfarre nach der Übernahme Villachs vom Erzbistum Bamberg durch das Haus Habsburg schenkte. Mit dem neuen Evangeliar wird diese wertvolle liturgische Tradition nun auf zeitgemäße Weise fortgeführt.

Das Evangeliar entstand in mehr als zwei Jahren gemeinsamer Arbeit dreier Salzburger Handwerksmeister. Der renommierte Gold- und Silberschmied Thomas Salzburger gestaltete den kunstvollen Einband mit vergoldeten Silberarbeiten. Unterstützt wurde er von Tischlermeister Martin Scheichl sowie Buchbindermeister Dieter Stundner. Salzburger hatte zuletzt vor 18 Jahren ein Evangeliar für das Stift Melk geschaffen; nun entstand für Villach St. Jakob ein weiteres einzigartiges Werk.

Die Symbolik des Einbands ist bewusst gewählt: Ein griechisches Kreuz bildet das Zentrum und wird von einer Jakobsmuschel umgeben, die sowohl auf den Apostel Jakobus und die Pilgertradition als auch auf die Ewigkeit verweist. Die vier Evangelisten umrahmen als Zeugen des Evangeliums das Geheimnis von Kreuz und Auferstehung. Die Rückseite trägt das seit vier Jahren verwendete Logo der Pfarre.

kostbare Gaben für die Liturgie und der Dienst an den Armen schließen einander nicht aus

Die Stiftung versteht sich zugleich als geistliches Zeichen. Inspiriert von der Evangelienstelle über die Salbung Jesu in Betanien (Mk 14,3–9), erinnert sie daran, dass kostbare Gaben für die Liturgie und der Dienst an den Armen einander nicht ausschließen, sondern gemeinsam zum Wesen der Kirche gehören. In einer Zeit, die oft von Vergänglichkeit geprägt ist, möchte das Evangeliar ein bleibendes Zeugnis des Glaubens sein. In der dieser „flüssigen Moderne“ (Z. Baumann) leben wir so, dass wir aufgehört haben, etwas Beständiges zu hinterlassen. Diese Grundhaltung sollte mit diesem Auftrag hinterfragt werden.

Dem feierlichen Hochamt ging die Prozession mit Kreuzträger Stefan Eicher voraus. Begleitet wurde er von drei Seminaristen sowie den Ministrantinnen und Ministranten. Stadthauptpfarrer und Propst zelebrierte die Messe gemeinsam mit Konsistorialrat Lucijan Ferencic, Priester im Ruhestand.

VOX JACOBI, Chor der Stadthauptpfarre, brachte Joseph Haydns große Messe in B-Dur, die sogenannte Schöpfungsmesse, zur Aufführung

Für die musikalische Gestaltung sorgte erneut Jakobskantor Klaus Waltritsch. Gemeinsam mit großem Orchester und dem Stadtpfarrchor VOX JACOBI brachte er Joseph Haydns große Messe in B-Dur, die sogenannte Schöpfungsmesse, zur Aufführung. Das anspruchsvolle Werk wurde mit großer Präzision und musikalischer Ausdruckskraft dargeboten und fand nach dem feierlichen „Te Deum“ lang anhaltenden Applaus. Allen Mitwirkenden gilt dafür großer Dank und höchste Anerkennung.

Im Anschluss an den Festgottesdienst waren die Gläubigen zur Agape in den liebevoll gestalteten Pfarrgarten eingeladen. Unter der Gesamtorganisation von Pfarrgemeinderatsobfrau Beatrice Haidl und ihrem engagierten Team entstand eine herzliche Atmosphäre mit vielen Begegnungen und guten Gesprächen. Hannes Wallner und René Tarmastin servierten die traditionelle Kirchtagssuppe, Richard Mak leitete die Küche, Braumeister Malle und Stadtrat Pober sowie Georg Lux kümmerten sich um die Getränke. Ein reichhaltiges Kuchenbuffet – unter anderem mit großzügigen Beiträgen der Familie Lang und von Maria Ferigatto – rundete das gelungene Patroziniumsfest in besonderer Weise ab. Heidi Cas-Brunner hat alles mit großartigen Fotos festgehalten.