Pfarre

Kellerberg

Ein Leben für die Pfarre

Zum Gedenken an Albert Petschar und sein Wirken für die Pfarrgemeinde Kellerberg

Zu Beginn des Jahres 2026 musste sich die Pfarrgemeinde Kellerberg von einem besonderen Menschen verabschieden. Albert Petschar war jahrzehntelang als Pfarrgemeinderat und Verwalter der Gründe und Finanzen ein fixer Bestandteil der Pfarre Kellerberg gewesen. Er war in unzähligen Bereichen, allen voran den Renovierungsarbeiten, Bautätigkeiten und vor allem der Verwaltung der Wälder, die treibende Kraft und widmete sich auch in fortgeschrittenem Alter mit Weitblick, Findigkeit und Herzblut seiner Pfarre.

Als ich 2007 in den Pfarrgemeinderat gekommen bin, war Albert Petschar schon seit Jahrzehnten in diesem tätig und beeindruckt mich stets mit seinem großen Wissen und seinem leidenschaftlichen Engagement. Aus dem Gedächtnis konnte er Zahlen und Fakten zitieren und teilte mit uns Anekdoten über die Kellerberger Pfarrgemeinde. Auch nach Beendigung seiner Tätigkeit im Pfarrgemeinderat waren ihm die Anliegen der Pfarre wichtig und er blieb für mich als Obfrau eine Quelle großen Wissens und ein weiser Ratgeber. Eines habe ich dabei gelernt - wenn Albert sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann wurde das auch umgesetzt. Mit höchstem Engagement und allen Widrigkeiten zum Trotz.

Vor etwa zwei Jahren bestellte er mich zu sich und so verbrachte ich den Nachmittag beim Waldpirker und ging mit einem von Alberts Vermächtnissen nach Hause - mit zwei Mappen und einem Tagebuch zum Umbau des Töplitscher Kircherls im Jahr 1990. Der Antrag auf Erteilung der Baubewilligung der in den Mappen liegt, sagt ganz lapidar: „Der baufällige Turm soll rekonstruiert und das Kirchenschiff saniert werden. Weiters soll die Kirche um eine Vorhalle erweitert werden“.

Was in den offiziellen Unterlagen nicht erwähnt wird, ist Folgendes: Ohne Albert Petschar wäre das Vorhaben nicht in dieser Form möglich gewesen. Er machte den Umbau zu seinem persönlichen Anliegen und so wurde daraus eines der größten gemeinschaftlichen Projekte, die Töplitsch erlebt hat. In den Unterlagen fand ich neben den offiziellen Unterlagen fein säuberlich geführte Spendenlisten der Töplitscher Bevölkerung, sowie eine Liste mit Eigenleistungen in die Albert genau die Namen der 63 Helfer und jede gearbeitete Stunde aufgeführt hat. Dazu Fotos und ein Tagebuch mit dem Baufortschritt. Ganz stolz berichtet er darin von 2.338 Stunden, die die Bevölkerung selbst unentgeltlich beigetragen haben.

Albert selbst war die treibende Kraft hinter dem ganzen Bauvorhaben. Er fuhr nah Klagenfurt, Villach, Bodensdorf und Feistritz zu Besprechungen, organisierte die Helfer und die Spendensammlungen und war natürlich täglich selbst auf der Baustelle. In der Liste mit den Eigenleistungen findet sich „Albert Petschar senior“ mit 685 Arbeitsstunden an allererster Stelle. Dieser Umbau, auf den er sehr stolz war, ist und bleibt ein Teil seines Vermächtnisses und deshalb möchte ich ihn hier an dieser Stelle noch einmal in Erinnerung rufen.

Wenn ich in unsere Filialkirche in Töplitsch gehe, fühle ich mich auf ganz besondere Weise mit Albert verbunden. Das hat mit unserer persönlichen Zusammenarbeit zu tun, aber vor allem mit der Liebe und Leidenschaft mit der er für die Gemeinschaft gelebt und gewirkt hat. Über unsere Pfarre und im Besonderen über dieses Kirchlein werde ich mit Albert Petschar für immer verbunden bleiben. Danke, lieber Albert! Danke für alles!

Ute Bauer