Erntedank: Welche Früchte trägt unser Leben?
4. Oktober 2026: Erntedankfest in der Stadtpfarre St. Veit/Glan
Am Sonntag, dem 4. Oktober, feierten wir um 8.45 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Veit an der Glan unser Erntedankfest. Die wunderschön geschmückte Kirche und die festliche Erntekrone machten sichtbar, wofür wir an diesem Tag Gott danken: für die Früchte der Erde, für die Arbeit vieler Menschen und für alles, was uns zum Leben geschenkt ist.
Eine gute Ernte macht Freude. Wenn auf den Feldern und in den Gärten vieles wächst und gedeiht, wenn die Früchte reif werden und die Ernte reich ist, dann spüren wir Dankbarkeit. Denn trotz aller menschlichen Arbeit bleibt vieles ein Geschenk: Sonne und Regen, Wachstum und Gedeihen können wir nicht selbst machen.
Doch das Erntedankfest stellt uns nicht nur die Frage: Was haben wir geerntet? Es lädt uns auch zu einer anderen, tieferen Frage ein: Welche Früchte trägt unser eigenes Herz?
Ein Weinberg als Spiegel
Im Evangelium erzählte Jesus das Gleichnis von einem Weinbergbesitzer, der seinen Weinberg sorgfältig vorbereitet hatte. Er tat alles, damit gute Früchte wachsen konnten. Zur Zeit der Ernte wollte er seinen Anteil an den Früchten erhalten. Doch die Winzer verweigerten ihm die Ernte.
Dieses Gleichnis ist wie ein Spiegel. Jesus erzählt es damit wir uns selbst darin erkennen.
Der Weinberg ist unsere Welt. Gott hat sie uns anvertraut. Wir sind die Winzer. Gott schenkt uns unser Leben, unsere Fähigkeiten, unsere Zeit und die Menschen, die mit uns leben. Er erwartet von uns vor allem eines: Früchte der Liebe.
Und wo finden sich diese Früchte?
Im Evangelium schickt der Besitzer seine Knechte, um die Früchte zu holen. Wer sind diese Menschen heute? Die Menschen, die kommen Früchte zu holen? Vielleicht sind es gerade die Menschen, die zu uns kommen und etwas von unserer Liebe brauchen. Ein alter Mensch, der einsam ist. Ein Nachbar, der Hilfe braucht. Ein Mensch, der finanziell nicht zurechtkommt. Ein Flüchtling oder Fremder, der niemanden kennt. Ein Familienmitglied, das uns auf die Nerven geht. Ein Mensch, der krank ist und unsere Zeit braucht. Jemand, der uns kritisiert. Oder jemand, der nicht unserer Meinung ist.
Sie kommen vielleicht nicht mit den Worten: „Ich bin von Gott gesandt.“ Aber vielleicht sind sie genau die Gelegenheit, durch die Gott von uns seine Ernte erwartet. Wie sieht die Ernte unseres Herzens aus? Ist Gott mit der Ernte unseres Herzens zufrieden?
Nach der festlichen Eucharistiefeier waren alle eingeladen, bei einer Agape noch miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu feiern. Denn auch darin zeigt sich Erntedank: Wir danken Gott nicht nur mit unseren Worten, sondern indem wir einander Zeit schenken, füreinander da sind und Gemeinschaft leben.
So möge Gott unseren persönlichen „Weinberg“ auch im kommenden Jahr segnen und uns helfen, dass in unserem Leben immer mehr Früchte der Liebe wachsen.
Herzlichst gedankt hat Pfarrer Jinu Joseph Mangalath allen, die mitgeholfen haben das Fest zu verschönern.