Palmsonntag mit Palmweihe, Palmprozession und Festgottesdienst
Feier des Einzugs Jesu in Jerusalem und Gedächtnis seiner Passion
Gelobt sei der Sohn Davids, ja, gepriesen sei, der im Auftrag des Herrn kommt! Gelobt sei Gott hoch im Himmel!
Der Palmsontag oder Sonntag vom Leiden des Herrn fand im Jahr 2026 am 29. März statt. Mit ihm beginnt die sogenannte Heilige Woche oder Karwoche, wobei der Begriff Heilige Woche den Ostersonntag bereits mit einschließt während Karwoche im heutigen streng liturgischen Sinn nur den Zeitraum bis zur Vesper des Gründonnerstags meint, gefolgt vom Triduum Sacrum, dem Österlichen Triduum, als Zeitrum von der Abendmahlsliturgie am Gründonnerstag bis zum Ostersonntag. Dieses Triduum stellt zugleich den Höhepunkt des Kirchenjahres dar.
Gemeinsam mit zahlreichen anwesenden Gläubigen feierte Pfarrer KR Mag. Helmut Mosser einerseits den Einzug Jesu in Jerusalem und andererseits sein Leiden und Sterben. Dieser Kontrast, welcher sich ja auch im vollständigen Namen des Palmsonntags abbildet, führt uns dann durch die Karwoche hin bis zur Kulmination am Karfreitag, stellt also von Anfang an schon eine Art Brücke hin zu den Ereignissen am Karfreitag dar.
Auch im Jahr 2026 lies es das Wetter insgesamt, allerdings mit etwas windigen Verhältnissen, zu, dass der erste Teil der Palmsonntagsliturgie, beginnend um 9.00 Uhr, wie alljährlich wieder vor der Kirche beim sog. Missionskreuz stattfinden konnte. Viele Gläubige waren gekommen zumal gerade der Palmsonntag und die damit verbundenen Traditionen für die Menschen eine der wesentlichen Ereignisse im Verlauf des Kirchenjahres darstellen.
Eröffnet wurde die Feier von Frauen des Kirchenchors Maria Rojach gemeinsam mit mehreren Kindern. Zur symbolischen Begrüßung des in die Heilige Stadt Jerusalem einziehenden Heilands wurde ein Lied gesungen ehe Pfarrer Mosser die anwesenden Gläubigen willkommen hieß und sodann eine große Zahl an mitgebrachten Palmbesen oder Palmbuschen in unterschiedlicher Größe mit einem Segensgebet segnete.
Palmbesen herzustellen ist dabei ein sehr beliebter, weithin verbreiteter Osterbrauch, der regional verschieden teils sehr unterschiedliche Exemplare hervorbringt die sich sowohl in ihrer Länge als auch ihrem Schmuck, etwa mit bunten Ostereiern, erheblich unterscheiden können. Von kleinen, in der Hand zu haltenden Palmbesen bis hin zu solchen von vielen Metern Länge gibt es hier sehr unterschiedliche Varianten. Oftmals findet man das Palmbesenbinden in Brauchtumsgruppen, es wird aber im privaten Bereich ebenso gepflegt. Als Materialien für die Herstellung werden meist Pflanzen wie Sal-Weide („Palmkätzchen“), Buchsbaum und Wacholder herangezogen. Gerade die Segnung der Palmbesen ist ein wesentlicher Grund für die Beliebtheit des Palmsonntags bei den Menschen, kleine Exemplare werden in der Folge zu Hause häufig z.B. bei einem Kreuz am Hergottswinkel aufgesteckt.
Auch die Landjugend Maria Rojach brachte wieder einen beeindruckenden, mehrere Meter langen Palmbesen, welcher diesmal in Lindhof gefertigt worden war.
Im Anschluss an die Segnung sprach Pfarrer Mosser die Worte des Evangeliums, diesmal aufgrund des Lesejahrs A den Text Mt 21, 1–11, also aus dem Matthäuseveangelium. Es folgte die Besprengung der Gläubigen mit ihren Palmbuschen mit Weihwasser, insbesondere auch des großen Palmbesens der Landjugend. Begleitet wurde der Pfarrer dabei vom Rauchfassträger Herrn Hannes Quendler. Schließlich zog man in einer kurzen Palmprozession in die Kirche ein, an der Spitze ein Ministrant mit einem Kreuz, welchem ein kleiner Palmbuschen aufgesteckt war.
Im folgenden Festgottesdienst bildeten die Texte der beiden Lesungen sowie der Passion Jesu einen bedeutenden Schwerpunkt, denn die Höhrerinnen und Höhrer wurden dadurch zur großen Leidensgeschichte am Karfreitag hingeführt, eine Verbindung dieser beiden Tage somit hergestellt. Nach dem Tagesgebet las Herr Michael Kotominsky die 1. Lesung, Jes 50, 4-7, das sog. 3. Lied vom Gottesknecht, gefolgt von Frau Maria Ferk mit der 2. Lesung, Phil 2, 6-11. Daran anschließend war die Passion Christi gemäß dem Lesejahr A nach dem Evangelisten Matthäus (Mt 26, 14 - 27, 66) zu hören, jedoch in einer Kurzfassung ab dem Verhör vor Pilatus (Mt 27, 11-54). Herr Kotominsky übernahm den Evangelistenpart, die Jesusworte Pfarrer Mosser und die Worte der übrigen Personen wurden von Herrn Hannes Quendler vorgetragen. Einer anschließenden kurzen Predigt, dem Glaubensbekenntnis sowie den Fürbitten, gelesen von Herrn Kotominsky, folgend, begann die Eucharistiefeier mit der Gabenbereitung. Beim Vaterunser stand der Pfarrer mit den Ministranten und einigen Kindern, einander die Hände reichend, in einem Halbkreis um den Volksaltar. Nach der Kommunionspendung trug Frau Ferk die Worte der Geistlichen Kommunion vor. Abschließend folgte ein gestischer Gesang insbesondere um den Volksaltar zu dem Organistin und Chorleiterin Frau Theresia Feistritzer besonders die Kinder eingeladen hatte. Diesen begleitete Frau Evelyn Winkler auf der Gitarre.
Musikalisch gestaltet wurde dieser Festgottesdienst vom Kirchenchor Maria Rojach mit Organistin und Chorleiterin Frau Theresia Feistritzer sowie einem Gastorganisten.
Nach der Messfeier fand im Kulturstadl im Zeitraum von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr abermals ein von der Katholischen Frauenbewegung (kfb) ausgerichteter Osterbasar statt. Es wurden dabei zahlreiche sehr schöne, in Handarbeit gefertigte Gegenstände zum Kauf angeboten, angefangen von Osterkerzen und handbemalten Ostereiern über Weihkorbdecken, Osterfiguren und vielem mehr.
Man konnte sich bei verschiedenen Getränken, köstlichen belegten Broten und Mehlspeisen zu einem gemütlichen Beisammensein begeben.
Herr Mag. Bernhard Wagner