Pfarre

Maria Rojach

Osternachtliturgie

in der Pfarre Maria Rojach

Christus ist glorreich auferstanden vom Tod.
Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen.

Pfarrer Mosser entzündet die Osterkerze (© Foto: Mag. Bernhard Wagner).
Pfarrer Mosser entzündet die Osterkerze (© Foto: Mag. Bernhard Wagner).

Die Osternachtliturgie gehört liturgisch bereits zum Ostersonntag. Im Grunde handelt es sich um eine Nachtwache hin zum Ostermorgen was im lateinischen Namen Vigilia paschalis, die Osterwache, seinen Ausdruck findet. Sie ist hierbei die Mutter aller Vigilien.
In ihr begegnet uns eine außerordentlich feierliche Liturgie, bestehend aus den vier Teilen Lichtfeier, Wortgottesdienst, Tauffeier und Eucharistiefeier. Die Osternacht war in früheren Zeiten die große Taufnacht der Kirche in welcher die Katechumenen, also die Taufbewerber, nach deren Vorbereitung auf ihre Taufe im Verlauf der Fastenzeit, getauft wurden, und zwar im Anschluss an die inhaltsreichen Lesungen des Wortgottesdienstes (Prophetien). Damit wurden sie in die Gemeinde der Gläubigen aufgenommen. Auch heute kann dies noch geschehen, ist aber nur mehr selten üblich, da die meisten Taufen als Kindertaufen im privaten Rahmen außerhalb der Osternacht erfolgen.
Pfarrer KR Mag. Helmut Mosser feierte am Karsamstag, den 4. April, beginnend um 20.00 Uhr gemeinsam mit den anwesenden Gläubigen in dieser „Nacht der Nächte“ nach seiner Grabesruhe nun die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus.

Lichtfeier:

Am Beginn der Osternachtliturgie zog Pfarrer Mosser von der Sakristei kommend zusammen mit Osterkerzenträger PGR Herrn Gerhard Schaller, Rauchfassträger Herrn Hannes Quendler und Messbuchträger Mesner Herrn Theodor Fasching durch die dunkle Kirche in deren Eingangsbereich gleich innerhalb des Portals. Dort angekommen wurden die versammelten Gläubigen begrüßt und schließlich die Osterkerze entzündet sowie ein Segensgebet über das neue Feuer gesprochen. Es folgte die Ausdeutung der Symbole auf der Osterkerze:

  • Senkrechter Kreuzbalken: Christus, gestern und heute,
  • Querbalken: Anfang und Ende,
  • Über dem Kreuz: Alpha
  • Unter dem Kreuz: und Omega.
  • 1. Ziffer: Sein ist die Zeit
  • 2. Ziffer: und die Ewigkeit.
  • 3. Ziffer: Sein ist die Macht und die Herrlichkeit
  • 4. Ziffer: in alle Ewigkeit. Amen.

Weiters:

  • 1. Wundsymbol: Durch seine heiligen Wunden,
  • 2. Wundsymbol: die leuchten in Herrlichkeit,
  • 3. Wundsymbol: behüte uns
  • 4. Wundsymbol: und bewahre uns
  • 5. Wundsymbol: Christus, der Herr. Amen.

Schließlich:

  • Christus ist glorreich auferstanden vom Tod.
    Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen.

Nun übernahm der Pfarrer die brennende Osterkerze und es folgte die gemeinsame Prozession in die Kirche mit ihm an der Spitze. Am Weg bis zum Osterkerzenständer sang er dreimal „Christus, das Licht!“ worauf die Gemeinde mit „Dank sei Gott“ antwortete. Mittels dünner Stabkerzen konnten direkt beim Mittelgang sitzende Gläubige das Osterlicht von der Osterkerze erhalten und dann selbst wieder weiterreichen.
Beim Osterkerzenständer angekommen wurde die Kerze aufgesteckt und inzensiert ehe Pfarrer Mosser schließlich die Osterankündigung oder Osterlob, das Exsultet, anstimmte, mit welchem dann auch die Lichtfeier zu Ende ging.

Wortgottesdienst:

Der Wortgottesdienst der Osternacht umfasst zunächst sieben Lesungen aus dem Alten Testament die, beginnend mit der Erschaffung der Welt, gleichsam wichtige Schritte in der Geschichte des Volkes Israel erzählen. In Maria Rojach wurden, wie meist üblich, drei dieser sieben Lesungen vorgetragen. Die erste Lesung hiervon, den Schöpfungsbericht aus dem Buch Genesis in einer kürzeren Form (Gen 1, 1.26–31a), las dabei Organistin und Kirchenchorleiterin Frau Theresia Feistritzer, die dritte Lesung aus dem Buch Exodus (Ex 14, 15 – 15, 1) als zentralen Bericht der Osternacht vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten und dem Durchzug durch das Rote Meer, trug PGR Frau Klothilde Mannsberger vor, und die siebente Lesung aus dem Buch Ezechiel (Ez 36, 16–17a.18–28) schließlich Frau Maria Ferk. Nach jeder Lesung folgte ein Antwortpsalm/Zwischengesang gefolgt von einem durch den Pfarrer gesprochenes Gebet. Im Anschluss an das letzte Gebet stimmte er schließlich das Gloria in excelsis Deo (Ehre sei Gott in der Höhe) an und in der nunmehr wieder erhellten Kirche sangen die Gläubigen gemeinsam mit den feierlichen Klängen der Blasmusik Maria Rojach am Chor und zu Glockengeläute, letzteres erstmals wieder seit dem Gloria am Gründonnerstag. Es folgte das Tagesgebet ehe die Epistel aus dem Neuen Testament, genauer gesagt dem Römerbrief des Apostels Paulus (Röm 6, 3–11), gelesen von Frau Ferk, zu hören war und schließlich Halleluja und das Evangelium von der Auferstehung Jesu nach dem Evangelisten Matthäus (Mt 28, 1–10) nach vorhergehender Inzens des Lektionars. Pfarrer Mosser hielt hernach auch eine kurze Predigt.

Tauffeier:

An den Wortgottesdienst schloss sich im dritten Teil die Tauffeier an. Zunächst segnete der Pfarrer das Taufwasser im Taufbecken und senkte schließlich die Osterkerze mehrfach mit den Worten ein:

  • Durch deinen geliebten Sohn steige herab in dieses Wasser die Kraft des Heiligen Geistes, damit alle, die durch die Taufe mit Christus begraben sind in seinen Tod, durch die Taufe mit Christus auferstehn zum ewigen Leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
    Amen.

Nachfolgend wurde gesungen und das Taufversprechen erneuert woraufhin Pfarrer Mosser die Gläubigen mit dem neu gesegneten Wasser besprengte.

Eucharistiefeier:

Die Eucharistiefeier begann nun mit der Bereitung der Opfergaben und dem Gabengebet. Die folgende Präfation eröffnete das Eucharistische Hochgebet welches später mit der Doxologie seinen Abschluss fand. An das Vaterunser schloss sich Agnus Dei (Lamm Gottes) und Kommunionspendung an woran anschließend Frau Ferk die Worte der Geistlichen Kommunion vortrug. Dem Schlussgebet folgte noch eine kurze eucharistische Prozession bei welcher Pfarrer Mosser das beim Heiligen Grab in einer Monstranz ausgesetzte Allerheiligste zurück zum Hochaltar brachte. Dort endete die Osternachtliturgie dieses Jahres mit einem feierlichen Te Deum laudamus (Dich, Gott, loben wir).

Die musikalische Mitgestaltung dieser Feier hatte vor allem die Blasmusik Maria Rojach inne wofür den Musikern ein herzliches Dankeschön ausgesprochen sei. Durch deren Bereitschaft und schönes Zusammenspiel konnte die Osternachtliturgie in besonderer Weise aufgewertet werden.

Herr Mag. Bernhard Wagner