Fronleichnam 2026
Die Feier des Hochfestes des Leibes und Blutes Christi
Lauda Sion Salvatorem,
Lauda ducem et pastorem
In hymnis et canticis
Obige Zeilen stellen den Beginn (Incipit) der Fronleichnamssequenz Lauda Sion Salvatorem dar, verfasst um das Jahr 1264 von Thomas von Aquin.
Deinem Heiland, deinem Lehrer,
deinem Hirten und Ernährer,
Sion, stimm ein Loblied an!
Hier wiederum handelt es sich um die deutsche Nachdichtung obigen Beginns der lateinischen Fronleichnamssequenz welche von Franz Xaver Riedel im Jahr 1773 verfasst wurde. Dieser Text ist vielen Gläubigen insbesondere wegen des zu Fronleichnam oftmals gesungenen Lieds „Deinem Heiland, deinem Lehrer“, GL 870, bekannt.
Alljährlich am Donnerstag der 2. Woche nach Pfingsten und somit am Donnerstag nach dem Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit, dem Dreifaltigkeitssonntag, feiert die katholische Kirche das Hochfest des allerheiligsten Leibes und Blutes Christi, allgemein bekannt unter dem Namen Fronleichnam, welcher auf die mittelhochdeutschen Wörter vrône lîcham mit der Bedeutung ‚des Herrn Leib‘ zurückzuführen ist.
Es handelt sich von seiner Art her um ein sog. Ideenfest welches seinen Ursprung im 13. Jahrhundert hat. Genauer gesagt wurde es erstmals im Jahr 1247 im Bistum Lüttich als Fest der leiblichen Gegenwart Christi gefeiert. Papst Urban IV. erhob es 1264 zum Fest der Gesamtkirche. Seine eigentlichen Wurzeln finden sich jedoch schon früher, und zwar in einer Vision der Hl. Juliana von Lüttich im Jahr 1209.
Am Donnerstag, den 4. Juni, feierte Pfarrer KR Mag. Helmut Mosser mit Beginn um 8.30 Uhr in der Pfarrkirche Maria Rojach mit den versammelten Gläubigen den Festgottesdienst zum Hochfest Fronleichnam. Besonders erwähnt sei auch die Anwesenheit einer Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Maria Rojach, des Kameradschaftsbundes, der Blasmusik Maria Rojach, vier Erstkommunionkinder sowie fünf Mädchen der Landjugend Maria Rojach. Letztere hatten während der späteren Fronleichnamsprozession die ehrenvolle Aufgabe, eine festlich geschmückte Madonnenstatue auf einem kleinen Wagen mitzuführen.
Musikalisch gestaltet wurde die Messfeier vom Kirchenchor Maria Rojach unter der Leitung von Chorleiterin und Organistin Frau Theresia Feistritzer, an der Orgel saß diesmal Organist Herr Mag. Karl Traußnig. Dem Hochfest entsprechend wählte man passende Gesänge.
Zu Beginn des Festgottesdienstes inzensierte Pfarrer Mosser den Volksaltar und die Madonnenstatue mit einer unmittelbar davor aufgestellten Statuette der Hl. Anna beim linken Seitenaltar. Bald darauf, im Anschluss an das Gloria, betete er das Tagesgebet ehe Frau Maria Ferk die 1. Lesung aus dem Buch Deuteronomium (Dtn 8, 2–3.14–16a) und, nach einem Zwischengesang, auch die 2. Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korínth (1 Kor 10, 16–17) vortrug. Schließlich verkündete Pfarrer Mosser, davor noch das Lektionar inzensierend, das Evangelium, die Frohe Botschaft, nach dem Evangelisten Johannes (Joh 6, 51–58). Lesungen und Evangelium wechseln nach dem betreffenden Lesejahr (Lesejahr A, B, C), in diesem Fall handelt es sich um die Texte des Lesejahres A. Nach einer kurzen Predigt und dem Glaubensbekenntnis folgten die Fürbitten, abermals vorgetragen von Frau Ferk.
Sodann begann die Eucharistiefeier mit der Gabenbereitung. Dem Eucharistischen Hochgebet folgend wurde das Vaterunser gesungen, bei welchem Pfarrer Mosser und sein Ministrant einander die Hände reichend beim Volksaltar stand. Diese Geste ist stets auch eine Einladung für die anderen anwesenden Gläubigen ebensolches zu tun.
An den Festgottesdienst schloss sich die Fronleichnamsprozession an. Zunächst war es eher trüb bei hochnebelartiger Bewölkung die sich jedoch im weiteren Verlauf zunehmend lichtete und der Umgang so in einen herrlichen Frühsommertag mündete. Die musikalische Umrahmung der Prozession übernham der Kirchenchor sowie die Blasmusik Maria Rojach.
Nachdem die Gläubigen die Pfarrkirche verlassen hatten, wartete man erst einmal im Bereich des Kirchplatzes bis Pfarrer Mosser mit dem Allerheiligsten in der Monstranz eintraf, wobei er sich wie in derartigen Fällen üblich, unter einem Baldachin, dem sog. Himmel, befand.
Kreuzträgerin Pfarrgemeinderätin Frau Sieglinde Fellner führte die Prozession an, ihr folgte die Blasmusik Maria Rojach, die Freiwillige Feuerwehr Maria Rojach, der Kameradschaftsbund, die fünf Mädchen der Landjugend Maria Rojach mit der Madonnenstatue, dem sog. Frauenbild, die vier Erstkommunionkinder mit drei Frauen, weiters Pfarrer Mosser mit dem Allerheiligsten, Vorbeterin Frau Ferk, ein Leuchterträger, Weihrauchfassträger Mesner Herr Theodor Fasching, ein Ministrant und schlussendlich der Kirchenchor und alle weiteren Gläubigen die sich der Prozession angeschlossen haben.
Bei einer Fronleichnamsprozession wird an vier vorbereiteten, geschmückten Altären, inne gehalten. Der Priester verkündet jeweils ein Evangelium, spricht Fürbitten und ein Segensgebet und segnet mit dem Allerheiligsten den Ort und seine Bewohner.
In Maria Rojach befindet sich die 1. Station bei der Volksschule des Dorfes, sodann begibt man sich zur Pfarrsiedlung (2. Station), von dort zum Neuhofer Kreuz, einer kleinen Kapelle mit einer Herz Jesu-Statue (3. Station), weiters zum Markut Kreuz, einem Bildstock bei der Ortseinfahrt (4. Station) und abschließend zurück in die Kirche. Daselbst spendet der Pfarrer vor dem Hochaltar den letzten eucharistischen Segen welchem im Normalfall noch das feierliche Te Deum laudamus, „Dich, Gott, loben wir“, folgt, ehe die Monstranz mit dem Allerheiligsten wieder zurück in den Tabernakel gestellt wird.
Nach diesem kirchlichen Teil konnte man sich in die Pfarre St. Ulrich an der Goding mit Pfarrprovisor Dr. Suresh Kumar Remalli begeben wo eine Feier des Kameradschaftsbundes mit Frühschoppen stattfand. Zahlreiche Menschen sind gekommen um bei einem gemütlichen Beisammensein mit Speis und Trank noch schöne weitere Stunden zu erleben.
Herr Mag. Bernhard Wagner