Pfarre

Maria Luggau

“Das Bilstöckl im Lesachtal”

Das Luggauer Wallfahrtsspiel (Historisches und Inhalt)

 (© Foto: Homepage Kloster Luggau)
(© Foto: Homepage Kloster Luggau)

Kaum ein Wallfahrtsort hat seine Geschichte so gut aufgearbeitet wie Maria Luggau. Der einfache Bauer und Heimatforscher Thomas Tiefenbacher verfasste, angeregt durch das Maria Zeller Wallfahrtsspiel, in den Wintermonaten 1927/28 das Weihespiel „Das Bildstöckl im Lesachtal“.
Die Handlung ist auf geschichtlichen Grundlagen aufgebaut. Als Quellen bei der Bearbeitung dienten ihm Urkunden und Urbare aus dem Luggauer Klosterarchiv. Vor allem das gerichtlich beeidete Protokoll des Matthias von der Wiese, der als Augenzeuge die Ereignisse, die zum Bau des Bildstöckls und der Luggauer Wallfahrtskirche führten, diente als Unterlagen. Die Kärntner Landesregierung hat das Weihespiel im Juli 1928 zur Aufführung freigegeben. Am 28. Oktober, dem Christkönigsfest, gab es beim Paterwirt die Uraufführung.

Inhalt:

Helena Unterluggauerin, einer alten Bäuerin, erscheint im Traum die Muttergottes und gibt ihr den Auftrag, auf dem Weizenacker eine Kirche zu erbauen.
Um diesem Traum eine Bedeutung zuzuschreiben macht Helena dreimal eine Probe mit einer brennenden Kerze am Weizenacker, die trotz Wind und Wetter nicht erlischt. Für die Bäuerin ist die Kerzenprobe der Beweis, dass es sich wirklich um den Auftrag der Muttergottes handelt.
Die Handlung geht auf die Jahre 1513 bis 1515 zurück und zeigt das karge und harte Leben, die Missstände des 16. Jahrhunderts, wie Hexenwahn und Aberglaube, der auch im Lesachtal stark verbreitet war, den hartnäckigen Widerstand der Lesachtaler gegen den Kirchenbau und das gespannte Verhältnis der heimischen Bauern zu ihrer Obrigkeit und der Gerichtsherrschaft Pittersberg/Kötschach.
Darsteller sind durchwegs Frauen, Männer und Jugendliche aus Maria Luggau. Sie tragen die historische Altlesachtaler Tracht und sprechen in ihrer unverfälschten Mundart. Sie dokumentieren die Lesachtaler Volks- und Glaubenskultur.

Das Weihespiel ist ein kleiner, schlichter Beitrag zu Ehren der Gottesmutter und der Wallfahrtsseelsorge. Das Spiel wurde bereits über 250mal zur Aufführung gebracht.