Pfarre

Klagenfurt-St. Modestus

“Gott existiert. Ich bin ihm begegnet”

Andre Frossard und seine Bekehrung in 10 Minuten

Der bekannte Journalist André Frossard schrieb ein autobiographisches Zeugnis seines Lebens und Glaubens. In einer atheistischen jüdischstämmigen Familie aufgewachsen, wurde er in der berühmten Ecole normale supérieure in Paris erzogen, einer Eliteschule für die Führungskräfte in Frankreich. Als sein Freund André Willemin ihn einlädt, den Tag mit ihm zu verbringen, fährt er im Auto mit und sollte eine kurze Zeit im Auto warten ("für ein paar Minuten"). Der Freund besuchte Jemanden in einem Kloster, wo Schwestern an der Rue d' Ulm (also der Ulmerstraße) in einer Kapelle ewige Anbetung halten.

Bildunterschrift (Bildrechte sind zwingend anzugeben!)
Die vom großen slowenischen Künstler und Priester Marko Rupnik SJ gestaltete Kapelle im Bildungshaus Tainach / Tinje

Durch die Langeweile zieht es ihn in die Kirche, mehr aus künstlerischem Interesse. Als er die Kirchentür aufstößt, ist er ein "perfekter Ungläubiger" mit leichtem Interesse für die Ästhetik bzw. mit der Suche nach seinem Freund. In zehn Minuten wird er ein tiefgläubiger Christ und Katholik sein, ein im Herzen und im Geist zu Jesus Christus Bekehrter. Er bleibt im Hintergrund der Kapelle stehen und betrachtet den Hochaltar. Noch nie hat er eine ausgestellte Monstranz gesehen. Eingemauert in die eigene Gleichgültigkeit schweifen seine Blicke durch den Raum, der letzte Teil der Kapelle ist hell erleuchtet. Eine großes Aufgebot an Leuchtern und Pflanzen sollten den würdigen Platz für die Monstranz in Kreuzesform bereiten, wo in der Mitte die Hostie zu sehen ist. Ordensfrauen, im Gebet versunken, zieren den Raum zusätzlich. Sein Blick bleibt bei einer Kerze haften. Plötzlich geschieht Folgendes: "In diesem Augenblick bricht jäh eine Welle von Wundern los, deren unerbittliche Gewalt in einem Nu von dem absurden Wesen, das ich bin, die Hülle reißen und das Kind, das ich nicht gewesen bin, geblendet vom Glanz, ans Tageslicht bringen wird." (, so A. Frossard)

Andrè Frossard berichtet: "Der Himmel öffnet sich; er öffnet sich nicht, er stürzt auf mich zu, schießt plötzlich wie ein stumems Wetterleuchten aus der Kapelle empor, wo er - wie hätte ich es ahnen können? - auf geheimnisvolle Weise eingeschlossen war. (...) Der Maler, dem es gegeben wäre, unbekannte Farben zu erschauen, womit sollt er sie malen? (...)

Es ist ein unzerstörbarer Kristall von einer unendlichen Durchsichtigkeit, einer beinahe unerträglichen Helle (ein Grad mehr würde mich vernichten), einem eher blauen Licht, eine Welt, eine andere Welt, von einem Glanz und einer Dichte, dass unsere Welt vor ihr zu den verwehenden Schatten der nicht ausgeträumten Träume versinkt. ... Es ist die Wirklichkeit, es ist die Wahrheit, ich sehe sie vom dunklen Strand aus, wo ich noch festgehalten bin." Und er erkennt die Person, die über allem steht, die Person, die Christen 'unseren Vater' nennen und dessen milde Güte er an sich erfährt. Es ist eine aktive, durchdringende Milde, die alle Gewalt übertrifft, die fähig ist, den härtesten Stein zu zerbrechen, ... das menschliche Herz, so A. Frossard.

Später wird André Frossard nicht müde werden, für den christlichen Glauben und die Anbetung zu werben. Er wird später von einem Unbekannten namens Ratisbonne lesen, der hundert Jahre zuvor in einer Kirche in Rom (in S. Andrea delle Frate) genau diesselbe Erfahrung gemacht hat und ab diesem Zeitpunkt nicht anders konnte als an Christus zu glauben und für diesen Glauben alles aufzugeben, das reiche Erbe, selbst die Liebe zu seiner Verlobten.