Auf den Spuren des heiligen Franziskus
Pilgerreise des Dekanats Greifenburg nach Assisi
Eine Gruppe von Pilgerinnen und Pilgern aus dem Dekanat Greifenburg mit den Zustiegsstellen Berg, Greifenburg, Steinfeld und Lendorf machte sich kürzlich auf den Weg nach Assisi, um den Lebens- und Wirkungsstätten des heiligen Franz von Assisi nachzuspüren.
Begleitet wurde die Reise von Dechant Josef Allmaier und Religionslehrerin Brigitte Weber.
Bereits die Anreise war von Gemeinschaft und guter Stimmung geprägt. Bei den regelmäßigen Pausen wurden die Reisenden nicht nur mit ausreichend Zeit zur Erholung, sondern auch mit frischem Obst versorgt.
Sicher und umsichtig chauffierte Bernhard Wastian vom gleichnamigen Busunternehmen die Gruppe durch Italien.
Als ausgezeichneter Assisi-Kenner bereicherte er die Reise immer wieder mit wertvollen Hinweisen und interessanten Informationen.
Nach der langen Fahrt bezog die Gruppe ihr Quartier im Hotel „Le Grazie“ in Assisi.
Noch am selben Abend stand der Besuch der „Basilika Santa Maria degli Angeli“ auf dem Programm.
Im Inneren befindet sich die berühmte Portiunkulakapelle, jener kleine Ort, der für Franziskus eine besondere Bedeutung hatte.
Hier gründete er seine Gemeinschaft und hier erkannte er immer deutlicher seine Berufung, ein Leben in Armut, Einfachheit und im Dienst am Evangelium zu führen.
Am nächsten Morgen ging es mit Taxis hinauf zur „Eremo delle Carceri“, der Einsiedelei in den Wäldern oberhalb von Assisi.
Franziskus zog sich oft an diesen Ort zurück, um in der Stille zu beten und die Nähe Gottes zu suchen.
Inmitten der Natur feierte die Pilgergruppe einen stimmungsvollen Gottesdienst unter freiem Himmel und ließ sich von der Spiritualität dieses besonderen Ortes berühren.
Zu Fuß führte der Weg anschließend hinunter nach Assisi zum „Dom San Rufino“.
Hier wurden sowohl Franziskus als auch Klara getauft.
Die Erinnerung an ihre Taufe machte deutlich, wie aus zwei jungen Menschen ihrer Zeit Persönlichkeiten wurden, die die Kirche bis heute prägen.
Gleich nebenan befindet sich das Elternhaus der heiligen Klara, die sich von der Botschaft des Franziskus inspirieren ließ und den Klarissenorden gründete.
Die Mittagspause verbrachten die Pilgerinnen und Pilger auf der „Piazza del Comune“, dem lebendigen Zentrum der Stadt.
Danach führte der Weg zur Kirche „Chiesa Nuova“, die beim Elternhaus des Franziskus errichtet wurde.
Hier erinnerte Dechant Allmaier besonders an die innere Wandlung des jungen Kaufmannssohnes, der Reichtum und Ansehen hinter sich ließ, um ganz für Gott und die Menschen da zu sein.
Anschließend wurde die „Kirche Santa Maria Maggiore“ besucht, in der der heilige Carlo Acutis seine letzte Ruhestätte gefunden hat.
Ein weiterer Höhepunkt war die Führung in der „Basilika San Francesco“ durch den Minoriten Bruder Thomas Freidl.
Mit großer Fachkenntnis und viel Feingefühl erschloss er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Kunstwerke sowie die Ober- und Unterkirche.
Dabei stand nicht nur die beeindruckende Geschichte des Bauwerks im Mittelpunkt, sondern vor allem die Botschaft des Heiligen.
Dessen Grab konnte jeder in persönlicher Stille besuchen.
Nach einem kurzen erfrischenden Regenschauer führte der Weg weiter zum „Oratorio di San Francesco Piccolino“, dem Geburtsort des Franziskus.
Hier wurde die Erinnerung an einen Menschen lebendig, dessen einfache und zugleich radikale Lebensweise Menschen auf der ganzen Welt bis heute inspiriert und Parallelen zur Geburt Jesu gezogen.
Weiters führte der Weg zur Kirche "Santa Chiara". Sie ist ein wichtiger Wallfahrtsort.
Hier befindet dich das Grab der Heiligen Klara.
Außerdem wird das Kreuz von Dan Damiano aufbewahrt, vor dem der heilige Franziskus den Ruf Jesu hörte, seine Kirche zu erneuern.
Den Tagesabschluss bildete die Teilnahme am berührenden Abendgebet der Franziskaner in der Kirche San Damiano.
An diesem Ort hatte Franziskus den Ruf Christi vernommen: „Baue meine Kirche wieder auf.“ Hier schrieb er auch einen großen Teil des Sonnengesangs, eines der bekanntesten Gebete des Mittelalters, in dem er Gott für die gesamte Schöpfung lobt.
Am dritten Tag führte die Reise ins Rietital.
In „Greccio“ besuchte die Gruppe die Kirche, die Krippenfiguren, die bekannte Kapelle und das Kloster.
Hier hatte Franziskus im Jahr 1223 die erste lebendige Weihnachtskrippe gestaltet und damit eine Tradition begründet, die sich bis heute weltweit verbreitet hat.
Nach einem gemeinsamen Picknick sorgte Dechant Allmaier mit frisch aufgeschnittenen Melonen für eine willkommene Erfrischung.
Anschließend ging es weiter nach „Fonte Colombo“.
Dieser Ort erinnert an die tiefe Spiritualität des Franziskus und an die Entstehung der Ordensregel.
Ein besonders berührender Gottesdienst mit Dechant Allmaier bildete den Abschluss des Besuchs, bevor die Rückfahrt nach Assisi angetreten wurde.
Am letzten Tag stand noch das Franziskanerheiligtum „La Verna“ auf dem Programm.
An diesem abgelegenen Bergort empfing Franziskus nach der Überlieferung die Wundmale Christi.
Bei einer kurzen Andacht gedachte die Gruppe dieses außergewöhnlichen Ereignisses und der tiefen Verbundenheit des Heiligen mit Jesus Christus.
Nach dem Gruppenfoto trat die Pilgergruppe die Heimreise an.
Unterwegs wurde noch ausgiebig Rast gemacht.
Im Bus segnete Dechant Allmaier schließlich die mitgebrachten Andenken und verteilte sie zusammen mit Frau Weber an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Was diese Pilgerreise besonders machte, waren nicht nur die beeindruckenden Orte, sondern vor allem die Art, wie Dechant Josef Allmaier die Führungen gestaltete.
Sein Augenmerk lag weniger auf historischen Daten als auf dem Leben, Wirken und der zeitlosen Botschaft des heiligen Franziskus.
Viele kleine Aufmerksamkeiten, die liebevoll gestalteten „Betthupferl“, gemeinsamer Gesang und die herzliche Gemeinschaft der Reisenden machten die Fahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis.
So kehrten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur mit schönen Erinnerungen, sondern auch mit vielen Impulsen für ihren Glauben und ihren Alltag nach Hause zurück.