Pfarre

Gmünd

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Foto: Pfarre Gmünd
© Pfarre Gmünd

Gottesdienste:

  • Mittwoch, 08:30 Uhr
  • Donnerstag, 08:30 Uhr
  • Freitag, 18:00 Uhr
  • Samstag, 18:00 Uhr
  • Sonntag, 10:00 Uhr

Geschichte der Stadtpfarrkirche:

Die Kirche MARIÄ HIMMELFAHRT, die Stadtpfarrkirche von Gmünd, spiegelt die Geschichte der Stadt seit dem 14. Jhdt wider.
1339 wurde die Kirche geweiht. In der zweiten Blüte der Stadt wurde die Kirche barock eingerichtet und durch die Sakristei und die RAITENAU-Kapelle (heute Toten-Aufbewahrungshalle) erweitert.
Die Orgelempore und die Orgel entstammen der Barockzeit. Die Orgel wurde 1713 von Josef Dölger im "süddeutschen Typus" erbaut.
Der Turm der Kirche brannte zweimal bei Stadtbränden ab: 1613 und 1792. Im Turm hängen 5 Glocken.

Die große gotische Anlage (geweiht 1339) mit barocken Zubauten und einem nordseitigen Turm ist mit der parallel zur Kirchenachse verlaufenden Stadtmauer verbunden. Nach 1459 wurde die Rosenhaimer-Kapelle (heute Taufkapelle) angebaut, gestiftet von Christian Rosenhaimer († 1459). 1499 erfolgte die Einwölbung des Kirchenschiffes. 1613 vernichtete ein Brand das Kirchen- und Turmdach. 1641/42 schließlich ließ Hans Rudolf von Raitenau (Bruder des Salzburger Erzbischofs Wolf Dietrich) vom Baumeister Daniel Deutta die Raitenau-Kapelle Heute Aufbahrungshalle) östlich an die Chorapside anfügen. Der Turm wurde 1886/87 über gotischen Fundamenten neu errichtet. Bei Restaurierungen zwischen 1965 und 1999 konnten unter anderem einige Fresken freigelegt werden.
Äußeres: Das spätgotische Hallenlanghaus mit der südseitig angebauten Rosenhaimer-Kapelle endet im Langchor in einem 5/8-Schluss, die Seitenschiffe schließen polygonal. Schlanke, 3- bzw. 2-stufig abgetreppte Strebepfeiler stützen Haupt- und Nebenchöre. Am Chor durchbrechen hohe schmale Lanzettfenster in reich profilierten Rahmen das Mauerwerk, an der Rosenhaimer-Kapelle hingegen spitzbogige Maßwerkfenster. Das Westportal ist spitzbogig, reich profiliert und mit einem Bogenfeld mit Vierpass geschmückt. Die quadratische Vorhalle mit Bogenstellung wird von toskanischen Säulen gestützt. An der Westseite der Taufkapelle sind Wandgemälde sichtbar: ein Kruzifix mit Stifterfigur, ein Landschaftsprospekt mit der Ansicht von Gmünd, darunter Christus in der Vorhölle (18. Jh.). Barock angebaut sind die nördlich gelegene Sakristei sowie östlich an den Hauptchor die Raitenau-Kapelle mit eigenem Eingang. Nordöstlich der Kirche steht etwas abgesetzt der Karner (1376).
Inneres: Das 3-schiffige Langhaus weist 4 Joche auf. 1499-1513 wurde ein Netzrippengewölbe über achteckigen freistehenden Pfeilern eingezogen und das gesamte Langhaus als Halle umgebaut. Bemerkenswert sind die langgezogenen ungebrochen durchlaufenden Rippen. Die Nebenchöre mit Sternrippengewölbe enden als 3/8-Schluss. Das Kreuzrippengewölbe im Hauptchor weist bemalte Schlusssteine auf. In der nördlichen Chorwand sind verglaste Logenfenster mit Kielbogenbekrönung eingesetzt, dahinter liegt über der Sakristei das Oratorium (spätes 17. Jh.), das dem jeweiligen Besitzer der Herrschaft Gmünd vorbehalten war. In den Seitenschiffen sind zwei Wappengrabplatten angebracht: im linken Seitenschiff die des Rudolf von Raitenau, Herr zu Gmünd, Langenstein und Rosegg (1633), im rechten Seitenschiff mit lebensgroßem Relief eines gerüsteten Ritters mit Schwert und Fahne die des "Philippus von Leobenegh, gewester Marschall und Haubtmann" (1572).
Einrichtung: Der barocke Hochaltar wurde 1722 durch den Tischlermeister Georg Tangerner aus Millstatt angefertigt, 1730 von Johann Benedikt Fromiller vergoldet und marmoriert. Die 2-geschossige Säulenarchitektur mit Opfergangsportalen zeigt im Mittelbild "Mariae Himmelfahrt ", ausgeführt von Jakob Zanussi 1722. In den offenen Interkolumnien der vorschwingenden Seitenteile stehen Figuren der Apostelfürsten Petrus und Paulus, oben auf Postamenten über den Giebelendungen die Hl. Wolfgang und Otmar, Arbeiten eines Gmünder Bildhauers (Paul Abweger?). Im Oberbild eine salzburgische Arbeit "Hl. Dreifaltigkeit" .Der linke Seitenaltar (1781) hat als Mittelstück eine Kreuzigungsdarstellung mit Jesus am Kreuz, daneben stehend Maria und Johannes, oben als Rundbild den Auferstandenen. Der rechte Seitenaltar mit Opfergangsportalen, Säulenarchitektur und vorschwingenden Seitenteilen zeigt im Mittelbild den hl. Johannes Nepomuk, seitlich und oben stehen Figuren von 4 Jesuitenheiligen, oben als Mittelgruppe Maria mit Kind. An den Opfergangstüren gemalt die Verkündigungsszene. Bilder in spätbarocken Rahmen stellen das "Herz Mariae", das "Herz Jesu" sowie die "Muttergottes mit Kind und Johannesknaben" dar. Die Rokokokanzel, gefasst 1779 von Joseph Benedikt Aicher, ist rund um die sitzenden Figuren der 4 Evangelisten reich geschmückt, am Schalldeckel der hl. Paulus. An den Chorwänden stehen 6 Konsolfiguren aus der Mitte des 18. Jh.: Hl. Barbara, Margareta, Katharina, Florian, Johannes Nepomuk und Antonius. An der Emporenbrüstung findet sich das gemalte Schweißtuch Christi.
Rosenhaimer-Kapelle: Der Altar mit Figuren der Hl. Mathias, Christoph, Barbara und dem Mittelbild der Hl. Familie trägt darüber das Chronogramm 1730, sowie die Figuren "Unterricht Mariae" und Joachim, oben im Medaillon den hl. Mathias, Statuetten der beiden Johannes und 6 Engel. Der Taufstein ist mit 1626 datiert, das Schnitzfigürchen der Taufe Christi stammt allerdings aus dem 18. Jh.
Raitenau-Kapelle: Die Altararchitektur entstand um 1680; im gesprengten Giebel das Raitenau-Wappen. Aufgestellt sind die Erlöserstatue aus weißem Kalkstein von Hans Gasser (1858) sowie 2 Statuen von Josef Meßner: Johannes der Täufer und der Gute Hirte. Hier findet sich weiters eine Vielzahl von Grabplatten: Paul ? (1407), Andrä von Weis(p)riach (1469), Jacob Gaisberger (1574), Pernhart Rosenhaimer (1474), Margareta Steinpergin (1609), Maria Gräfin zu Rechberg und Rotenlewen (1626), Christoph Prigl (1750), Antonius Rudolphus de Benedictis in Loverberg, Pfarrer und Probst (1725).
Karner: Der 2-geschossige Rundbau stammt aus der Romanik. Im Obergeschoß war einst eine Michaelskapelle in einem unregelmäßigen 7-eckigen Raum mit tief herabgezogenem Sterngratgewölbe eingerichtet. An den Wänden und 2 Stichkappen des Gewölbes sind Fresken erhalten, in der unteren Zone: ein gemalter Vorhang, die Heiligen Agnes, Margareta, Darbringung im Tempel, Zug und Anbetung der Hl. Drei Könige, Geburt Christi und Anbetung der Hirten; in der nordöstlichen Stichkappe: Kreuzigung mit Maria und Johannes, hl. Barbara; an der Ostwand: Johannes d. T., hl. Stephanus, Maria in der Hoffnung, Fragment eines männlichen Stifters (?); in der Mitte über der ehemaligen Apsis: Pantokrator und Schriftzeichen mit Jahreszahl 1370, sowie Verkündigung, hl. Dorothea, kniendes Stifterpaar, Heilige und Vermählung Mariae. Alle Fresken deuten auf oberitalienisch-friulianischen Einfluss hin und sind um 1370 entstanden.
Im Beinhaus findet sich eine malerische Gesamtdekoration mit Weltgericht und Schutzmantelmadonna, um 1400 entstanden.