Pfarre / Fara

St. Johann im Rosental/Št. Janž v Rožu

Karsamstag/Velika sobota

FEUERWEIHE/BLAGOSLOV OGNJA

Früh aufstehen ist angesagt, wenn man am Karsamstag, am 04. April 2026, die Feuerweihe miterleben will. In St. Johann war die Feuerschale schon um halb sieben Uhr morgens entzündet worden. Familien, Jugend und Kinder aus St. Johann und aus Hundsdorf versammelten sich um die Feuerstelle bei der Kirche, wo Herr Pfarrer Igor Krasna die Feuerweihe vornahm. Die geweihte Glut wird mit trockenen Baumschwämmen, die an einer metallenen Schnur befestigt sind, die man im Kreis schwingen muss, damit das Feuer nicht erlischt, oder in alten, gusseisernen Pfannen mit nach Hause genommen. Auf dem Küchenherd, in modernen Einbauküchen leider nicht immer vorhanden, wird dann zu Hause der Osterschinken mit diesem solchermaßen geweihten Feuer gekocht.

SPEISENSEGNUNG/BLAGOSLOV VELIKONOCNIH JEDI

In Kärnten wird für die Speisensegnung der landesübliche Begriff „Fleischweihe“ verwendet, und ist tief im Traditionsbewusstsein der Menschen verwurzelt. Daher finden sich Familienmitglieder, die sehr oft weit entfernt voneinander leben, an diesen Festtagen zu Hause ein. Am Karsamstag um Viertel nach elf segnete unser Herr Pfarrer die mitgebrachten Weihkörbe in unserer Kirche. Im Weihkorb befinden sich Osterschinken und Reindling, Selchwürste, Kren und buntgefärbte Ostereier, auch gefüllter Braten ist mitunter dabei. Lange Zeit war es üblich, die gesegneten Osterspeisen erst am Ostersonntag beim „Fastenbrechen“ zu verzehren. Mein Vater, im Jahre 1934 geboren, und aufgewachsen auf einem Bauernhof, hat das noch erlebt. Die Weihkorbdecken sind eine Augenweide. Traditionell wird die Weihkorbdecke, speziell im Rosental und im Unterkärntner Raum in Rot, in Kreuzstichtechnik, gestickt. Die Symbolik der Motive ist prägend: Das Osterlamm – für die Auferstehung Christi, die IHS-Insignien, ein Lebensbaum, die Kärntner Nelke, sowie das Flammende Herz als Zeichen für den Glauben. Bei meinen Handarbeitslehrerinnen habe ich damals die Kunst des Kreuzstichs erlernt. Mein Handarbeitsstück war ein Tischläufer mit Lebensbaum.

AUFERSTEHUNG/VSTAJENJE

Um 18 Uhr beginnt in St. Johann in der Kirche die Auferstehung. Der feierliche Einzug in die Kirche mit der Osterkerze beginnt mit den dreimalig gesungenen Worten des Pfarrers „Lumen Christi“ und die Gemeinde antwortet mit „Deo gratias“. Und die Glocken, die ja am Gründonnerstag verstummen, werden wieder geläutet. Die Gläubigen bekennen sich zum Tauferneuerungsversprechen. Aus der Predigt von unserem Herrn Pfarrer zitiere ich folgendes: „Wir Menschen gehen viele Wege und Umwege – manchmal auch Irrwege. Wir sollen den christlichen Glauben leben und auch weitergeben.“ Unser Weg führte in lockerer Prozession von der Kirche durchs Dorf und über die Činkucwiese, unter Glockengeläute, zurück zur Kirche.

„Die Auferstehung ist das Versprechen auf einen neuen Anfang.“(Xenia Frenkel, Autorin)

Ein großes Lob gebührt auch unseren beiden fröhlichen Ministranten, Julian und Lisa-Marie, die am Karsamstag und am Ostersonntag ihren Dienst sorgfältig versehen haben.

Brigitte Einspieler