Patroziniums- und Kirchweihfest: Feldkirchen feierte den „großen Frauentag“
Festlicher Gottesdienst in Maria im Dorn mit Abt em. Thomas Renner, Kräutersegnung und anschließender Agape im Pfarrsaal
Am heutigen 15. August, dem Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, feierte die Stadtpfarrkirche Maria im Dorn ihr Patroziniums- und Kirchweihfest. Die der Gottesmutter Maria geweihte Stadtpfarrkirche stand an diesem besonderen Festtag ganz im Zeichen Marias. Viele Gläubige kamen zusammen, um miteinander Gottesdienst zu feiern und anschließend bei einer Agape im Pfarrsaal Gemeinschaft zu erleben.
Der 15. August wird im Volksmund auch als „Maria Himmelfahrt“ und traditionell als „großer Frauentag“ bezeichnet. Für die Stadtpfarrkirche Maria im Dorn ist dieser Tag in besonderer Weise mit dem eigenen Kirchenpatrozinium verbunden.
Festgottesdienst mit Abt em. Thomas Renner
Die Festmesse wurde von Abt em. Thomas Renner OSB aus dem Benediktinerstift Altenburg zelebriert. Renner war von 2014 bis März 2026 Abt des Stiftes Altenburg. Nach Ablauf seiner zwölfjährigen Amtszeit wurde P. Albert Groiß OSB zum Administrator des Stiftes gewählt. Ab September 2026 übernimmt Thomas Renner eine neue Aufgabe als Dompropst von Wiener Neustadt.
Im Gottesdienst wurde Abt em. Renner von Gastpfarrer P. Florian sowie den drei Diakonen Werner Simonitti, Norbert Wohlgemuth und Wolfgang Putzinger unterstützt.
Akolyth Otto Hofmann begrüßte Renner zu Beginn des Gottesdienstes herzlich in der Stadtpfarrkirche. Er erinnerte daran, dass Renner bereits für die Hauptandacht im heurigen Jahr angefragt worden war, und freute sich, dass er nun zum Patroziniumsfest nach Feldkirchen gekommen war.
In seiner Predigt nahm Abt em. Thomas Renner Bezug auf die Bedeutung des Festes der Aufnahme Mariens in den Himmel. Im Mittelpunkt steht dabei die christliche Hoffnung auf die Vollendung des Menschen bei Gott. Die Kirche bekennt, dass Maria nach der Vollendung ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde. Diese Glaubensüberzeugung wurde 1950 von Papst Pius XII. als Dogma für die katholische Kirche verbindlich erklärt.
Das Fest selbst ist wesentlich älter als die Dogmatisierung: Eine Feier am 15. August ist bereits seit dem 5. Jahrhundert bezeugt, spätestens im 7. Jahrhundert ist sie auch für die westliche Kirche belegt.
Kräutersegnung als Zeichen des Festtages
Ein fester Bestandteil des Festes in Maria im Dorn war auch heuer die traditionelle Kräutersegnung. Der Helferinnenkreis hatte in den vergangenen Tagen mit viel Einsatz zahlreiche Kräutersträuße gebunden, die vor und rund um den Gottesdienst zum Verkauf angeboten wurden. Die Sträuße wurden während des Gottesdienstes gesegnet und konnten anschließend mit nach Hause genommen werden.
Die Kräutersegnung gehört zu den bekanntesten Bräuchen rund um den 15. August. Sie ist seit dem Mittelalter überliefert und wird besonders in Österreich und im süddeutschen Raum bis heute gepflegt. Die Verbindung mit dem Marienfest wird unter anderem mit alten Legenden rund um das Grab Mariens erklärt. In einer dieser Überlieferungen fanden die Jünger nach der Öffnung des Grabes anstelle des Leichnams Blumen und Kräuter vor. Historisch belegt ist diese Legende nicht, sie gehört vielmehr zur Entwicklung der Volksfrömmigkeit rund um das Fest.
Die gesegneten Kräuter stehen heute vor allem für Dankbarkeit für die Schöpfung und für die Bitte um Gottes Segen. Damit verbindet die Kräutersegnung den Glauben mit einer alten bäuerlichen und naturverbundenen Tradition.
Neues Vortragekreuz für die Ministrant:innen
Ein weiterer besonderer Moment des Festgottesdienstes war die Weihe des neu gestalteten Vortragekreuzes durch Abt em. Thomas Renner. Das bisherige Vortragekreuz war im Frühjahr durch einen Vandalismusakt zerstört worden und konnte nicht mehr verwendet werden.
Besonders groß war die Freude bei den Ministrantinnen und Ministranten: Das ursprüngliche Vortragekreuz war seinerzeit durch verschiedene Aktionen von ihnen selbst finanziert worden. Umso erfreulicher war es, dass nun am Patroziniumsfest das neu gestaltete Kreuz feierlich geweiht werden konnte. Damit ist auch ein sichtbares Zeichen dafür gesetzt, dass das Engagement der Ministrant und ihre Verbundenheit mit der Pfarrgemeinde weitergetragen werden.
Dank für ein gelungenes Fest
Am Ende des Gottesdienstes sprach Pastoralassistent Peter Artl allen seinen Dank aus, die zum Gelingen des Patroziniums- und Kirchweihfestes beigetragen hatten.
Ein besonderer Dank galt Abt em. Thomas Renner für sein Kommen und seine Bereitschaft, den Festgottesdienst zu feiern. Artl griff dabei auch eine persönliche Aussage Renners auf, der an diesem Tag dorthin gekommen sei, um „zu arbeiten“, wo andere Urlaub machen.
Gedankt wurde ebenso der Abordnung der Goldhaubenfrauen, die das Fest mit ihrer Anwesenheit bereicherte, sowie dem Helferinnenkreis für die umfangreichen Vorbereitungen, das Binden und Anbieten der Kräutersträuße und die Bewirtung bei der anschließenden Agape.
Ein herzliches Vergelt’s Gott gilt darüber hinaus allen, die im Hintergrund und sichtbar zum Fest beigetragen haben: den Ministrantinnen und Ministranten, dem Mesnerdienst, der Organistin, den liturgischen Diensten sowie allen Frauen und Männern, die bei der Vorbereitung, Gestaltung und Durchführung des Festes mitgeholfen haben.
Begegnung und Gemeinschaft bei der Agape
Nach dem Gottesdienst waren alle Mitfeiernden zur Agape in den Pfarrsaal eingeladen. Bei Speis und Trank gab es Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Begegnung. Gerade solche gemeinsamen Stunden gehören zu einem Pfarrfest dazu: Das Patrozinium ist nicht nur ein liturgischer Festtag, sondern auch eine Gelegenheit, als Pfarrgemeinde zusammenzukommen und Gemeinschaft zu erfahren.
So wurde der 15. August in Maria im Dorn zu einem Fest, das Glaube, Tradition und Gemeinschaft miteinander verband: mit der Feier der Gottesmutter Maria, der Kräutersegnung, dem festlichen Gottesdienst und der anschließenden Begegnung im Pfarrsaal.
Ein herzliches Vergelt’s Gott an alle, die diesen besonderen Festtag mitgestaltet, vorbereitet und mitgefeiert haben!