Hier ist Platz in unserer Mitte
Festgottesdienst zum Welt-Down-Syndrom-Tag in Feldkirchen
Rund um den Welt-Down-Syndrom-Tag hat die Pfarre Feldkirchen am 22. März zu einem Festgottesdienst unter dem Motto „Hier ist Platz in unserer Mitte“ eingeladen. Bereits zum zweiten Mal feierte der Feldkirchner Verein "Extra" (zur Förderung von Menschen mit Trisomie 21) gemeinsam mit vielen Menschen mit Behinderung, ihren Familien und Wegbegleitern einen Gottesdienst, der ganz im Zeichen von Begegnung, Inklusion und Dankbarkeit stand.
Pfarrprovisor Dieudonne Mavudila Bunda zelebrierte den Gottesdienst, zu dem zahlreiche Menschen mit Behinderung aus dem Bezirk Feldkirchen und dem Umland gekommen waren. Auch eine Gruppe aus Klagenfurt nahm teil. Für die musikalische Gestaltung sorgte Religionspädagogin Sarah Hatzel-Neumaier, BA, gemeinsam mit Kindern aus der Volksschulen Radweg und Tigring. Der Gottesdienst wurde dadurch lebendig, froh und zugleich sehr berührend.
Anstelle einer Predigt hielt Miriam de Courcy eine Ansprache. Sie knüpfte an das Zeichen der unterschiedlichen Socken an und erinnerte daran, dass jeder Mensch von Gott gewollt ist. Gottes Blick unterscheide sich grundlegend vom menschlichen: Während Menschen oft einteilen und bewerten, kenne Gottes Tisch keine Grenzen. Dort sei für alle Platz.
De Courcy machte deutlich, dass Inklusion nicht zuerst eine Frage von Konzepten sei, sondern von Haltung. Wer den Blick Jesu übernehme, sehe den Menschen im Herzen und nicht nach seinen Defiziten. Anhand persönlicher Erfahrungen zeigte sie, wie gelebte Gemeinschaft aussieht: in der Familie, in der Pfarre, bei Ministrantinnen und Ministranten und im Alltag des Dorfes.
Besonders eindrücklich war das Zeugnis ihrer Tochter Julia, die mit Down-Syndrom von Anfang an selbstverständlich in das gemeinsame Leben eingebunden ist. Auch die Erfahrung von Begegnungen mit älteren Menschen, etwa bei der Krankenkommunion, machte Miriam stark: Gemeinschaft lebt davon, dass Geben und Empfangen zusammengehören.
Wie weit solche Begegnungen wirken können, zeigte ein Beispiel aus dem Vorjahr: Inspiriert durch den damaligen Gottesdienst entstand durch die Familie Pizzera die Idee zu einem Benefizkonzert. Daraus entwickelte sich schließlich der Verein „Extra“, der sich seither aktiv für die Förderung von Menschen mit Down-Syndrom einsetzt.
Zum Abschluss dankte Mitgründerin und -organisatorin DI Sigrid Witasek allen Unterstützerinnen und Unterstützern, ohne die dieser Gottesdienst nicht möglich gewesen wäre. Im Rahmen der Feier setzten Miriam, Ines und Sigrid gemeinsam ein bewusstes Zeichen für Vielfalt und gelebtes Miteinander.
Ein besonderer Dank galt Pfarrprovisor Dieudonne Mavudila Bunda, den Akolythen Miriam und Otto sowie allen Ministrantinnen und Ministranten, die den Gottesdienst mitgetragen haben. Musikalisch bereicherten Sarah Hatzel-Neumaier und die Kinder der Volksschulen Radweg und Tigring die Feier. Gedankt wurde auch der Mesnerin Karoline Pirzl sowie den Pastoralassistenten Peter Artl und Gisela Gsodam, die die Idee offen aufgenommen und unterstützt haben. Bürgermeister Martin Treffner wurde ebenso für sein offenes Ohr und die Unterstützung der Agape gedankt wie den Direktorinnen der Volks- und Polytechnischen Schule, mit DM Hergund Natmessnig und SQM Heimo Wutte.
Der Gottesdienst klang im Pfarrsaal bei einem Pfarrcafé aus. Dort konnten die Besucherinnen und Besucher miteinander ins Gespräch kommen. Bunte Socken, von den Volksschulkindern gestaltet, konnten gegen eine freiwillige Spende mitgenommen werden.
Ein herzliches Dankeschön den Firmgruppen unserer Firmbegleiter Justin Tröbacher und Daria Miskovic für den Aufbau, die Bewirtung und das Zusammenräumen im Zuge des Pfarrcafes. Danke auch allen, die Kuchen, Torten, Muffins, Herzhaftes gesprendet haben.
Alle Fotos vom Gottesdienst und dem anschließendem Pfarrcafe finden Sie kostenfrei (bei Nennung des Fotografen) unter diesem LINK.