Danke Hirte Engelbert
Nachruf — Mag. Engelbert Hofer (7. November 1943 – 9. Februar 2026)
Mit tiefer Betroffenheit nehmen wir Abschied von Mag. Engelbert Hofer, einer der prägenden Priesterpersönlichkeiten Kärntens und langjährigen Stadtpfarrer von Feldkirchen.
Hofer ist am 9. Februar 2026 im 83. Lebensjahr verstorben. Sein Wirken in der Diözese Gurk, seine großen geistlichen Sammlungen, seine Bücher und nicht zuletzt die zahlreichen Reisen und Pilgergänge, die er leitete, hinterlassen eine breite Lücke in der Seelsorge der Region.
Engelbert Hofer wurde am 7. November 1943 in Obermillstatt geboren. Nach der Matura in Tanzenberg (1962) studierte er Theologie in Klagenfurt und empfing 1967 die Priesterweihe. Seine kirchliche Laufbahn führte ihn zuerst als Studienpräfekt ins Marianum Tanzenberg, später als Kaplan und Gebietsjugendseelsorger ins Lavanttal. 1982 übernahm er die Pfarre Feldkirchen, die er bis 2004 leitete; von 2004 bis zu seinem Ruhestand 2018 wirkte er als Stadtpfarrer in Wolfsberg. In vielen Funktionen — unter anderem als Dechant, als geistlicher Assistent für Funk- und Fernsehübertragungen und als Autor — prägte er die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit in Kärnten über Jahrzehnte.
Hofer verstand Seelsorge breit
Er war Initiator pastoraler Projekte und legte großen Wert auf Jugend- und Gemeindearbeit. Besonders nachhaltig ist sein Engagement für die Feldkirchner Jugendarbeit: Im Frühjahr 2001 befürwortete und finanzierte er den Umbau von Räumen im alten Pfarrhof zur Gründung des Jugendzentrums „Arche“, das seitdem ein Treffpunkt für Generationen ist. Bei Jubiläen und Rückblicken wird Hofer wiederholt als Gründer und Förderer der Arche genannt. Durch dieses Projekt und seine Unterstützung ermöglichte er vielen jungen Menschen Teilnahme an Begegnungen, Freizeiten und Bildungsangeboten.
Musik und Chorgesang lagen ihm am Herzen
Auf seine Initiative hin entstand 1986 der FeldKirchen-Chor, der sich in den Folgejahren zu einer festen musikalischen Größe entwickelte. Auch die Jugendarbeit der Pfarre wurde musikalisch begleitet; neben dem Jugendchor VOCATION, den er förderte brachte auch das Jugendzentrum ARCHE in späterer Folge einen eigenen Chor hervor. Hofer förderte damit lokale kulturelle Netzwerke und bot jungen Leuten Räume, Verantwortung zu übernehmen.
Bauliches Erbe und liturgische Verantwortung
Unter Dechant Engelbert Hofer wurde die Stadtpfarrkirche „Maria im Dorn“ in Feldkirchen in den 1980er Jahren erweitert und liturgisch neu geordnet. Die Erweiterung (Zubau 1984–1986) und die damit verbundenen Veränderungen im Kirchenraum erfolgten unter seiner Leitung und waren Ausdruck seiner Praxis, Raum für wachsende Gemeinde und veränderte Liturgie zu schaffen. Zur Jahrtausendwende war Hofer federführend bei der Erichtung des Milleniumskreuzes verantwortlich. Auch ökumenische und soziale Projekte, etwa die Unterstützung von Orgelprojekten und Hilfeleistungen, zählen zu seinem sichtbaren Erbe.
Sein Stil war kommunikativ und direkt
Hofer galt als ein „Mann der Reisen und Begegnungen“. Die von ihm geleiteten Pilgerreisen, Glaubensseminare und Gemeindefahrten — umgangssprachlich oft „Hofer-Reisen“ genannt — machten ihn über die Pfarregrenzen hinaus bekannt. Literatur, Verkündigung und publizistisches Engagement (u. a. die Bücher zu seinen „Morgengedanken“ und Pilgererfahrungen) machten seinen Zugang zur Seelsorge sichtbar: lebensnah, humorvoll und zugänglich.
Auszeichnungen und Lebensabend
Für sein Engagement, unter anderem für Flüchtlinge, wurde Engelbert Hofer 1980 mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet. In den letzten Lebensjahren lebte er im Altenwohn- und Pflegeheim in Steindorf am Ossiachersee. Informationen zu den geplanten Begräbnisfeierlichkeiten werden von der Diözese und der Pfarre bekanntgegeben.
DANKE Hirte Engelbert für alles, was du unseren Pfarren geschenkt hast. Wir werden dir im Gebet und lebendiger Erinnerung stets ein Andenken bewahren.