Pfarre

Feldkirchen

Danke Engelbert Hofer

Feldkirchen nahm Abschied vom ehemaligen Stadtpfarrer Feldkirchens

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+Mag. Engelbert Hofer (Foto: Archiv)

Mit Dankbarkeit und Respekt nimmt der Pfarrverband Feldkirchen Abschied von Mag. Engelbert Hofer, der am 9. Februar 2026 im 83. Lebensjahr verstorben ist.

Wenn man sein Wirken in Feldkirchen auf den Punkt bringen will, dann vielleicht so: Er hat Räume geschaffen, nicht nur bauliche, sondern Räume, in denen Glaube gelebt werden konnte.

Als Hofer 1982 Stadtpfarrer wurde, übernahm er eine über Jahre gewachsene Pfarre mit reicher Geschichte. Mit Umsicht und Weitblick wurde Bestehendes renoviert und erneuert, und zugleich neue Akzente gesetzt: Von 1984 bis 1986 entstand die Westhalle der Stadtpfarrkirche Stadtpfarrkirche Maria im Dorn, 1991 wurde die Pflüger-Orgel eingebaut, 1999 das Milleniumskreuz errichtet, 2001 öffnete das Jugendzentrum „Arche“ seine Türen.

Auch in “seinen” anderen Pfarren wurden prägende Zeichen gesetzt: In Radweg weihte er auf dem Kirchenplatz einen neuen Millenniumsbrunnen, dem Fest der heiligen Radegundis gewidmet. In Pfarrkirche St. Ulrich wurden 1990 unter seiner Amtszeit gotische Fresken freigelegt.

Das Überlieferte bewahren und zugleich Neues wagen, in der festen Überzeugung, dass Kirche sich weiterentwickeln darf, das waren Engelberts Beweggründe. Veränderung war für den Hirten kein Selbstzweck, sondern Ausdruck pastoraler Verantwortung. Sein Wort beim Dankgottesdienst 2019 bleibt in Erinnerung: „Veränderung schafft Raum für Neues.“ So führte Hofer neue liturgische Bräuche ein, unter anderem den bis heute bekannten und beliebten „Brezelbaum“ am Sebastianstag in Radweg.

Auch in der Kirchenmusik setzte er bleibende Akzente – für Jung und Alt gleichermaßen. 1986 wurde der FeldKirchenchor gegründet; zudem unterstützte er aktiv den 1994 von Liselotte Köck ins Leben gerufenen Jugendchor „Vocation“.

Doch sein Engagement für junge Menschen ging weit über die Musik hinaus. Mit dem Jugendzentrum „Arche“ entstand ein lebendiger Treffpunkt, der über viele Jahre hinweg prägend wirkte und der Jugend in der Pfarre Raum und Stimme gab.

In enger Zusammenarbeit mit dem bereits in den Jahren zuvor entstandenen „Jesus-Treff“ förderte er einen lebendigen Firmunterricht, aus dem bleibende Jugendgruppen erwuchsen. Zugleich entwickelte sich daraus eine tragfähige Familienpastoral für junge Familien – nicht zuletzt getragen von der inzwischen erwachsen gewordenen Jesus-Treff-Jugend.

Von 1990 bis 2004 wirkte Engelbert als Dechant des Dekanates, leitete zahlreiche Glaubensseminare in Kärnten und engagierte sich in der Rundfunkarbeit der Diözese.

Eines seiner Steckenpferde war das Pilgern: Ob zu Fuß oder mit dem Bus, seine zahlreichen gut organisierten und vielseitigen Pilgerreisen sind vielen noch lebhaft in Erinnerung geblieben und haben Freundschaften entstehen lassen.

Aber auch das soziale Handeln war ihm ein Anliegen – insbesondere sein Einsatz für geflüchtete Menschen bleibt in dankbarer Erinnerung.

Seelenmesse für den verstorbenen ehemaligen Stadtpfarrer von Feldkirchen Mag. Engelbert Hofer (Foto: © PAss. Peter Artl)
Seelenmesse für den verstorbenen ehemaligen Stadtpfarrer von Feldkirchen Mag. Engelbert Hofer (Foto: © PAss. Peter Artl)

Am 21. Februar 2026 wurde Engelbert Hofer in einer feierlichen Seelenmesse in der Stadtpfarrkirche Maria im Dorn verabschiedet. Dechant Mag. Erich Aichholzer würdigte im Beisein zahlreicher Priester und Diakone des Dekanates sein Wirken in Feldkirchen und darüber hinaus.

Ein besonderer Dank gilt Diakon Michael Wedenig, der es möglich machte, dass sich alle auf so feierliche Weise verabschieden konnten, was so vielen ein großes Anliegen war.

Judith Wedenig schmückte die Kirche mit viel Liebe und Gespür zur Symbolik. Der Feldkirchenchor sang gemeinsam mit allen Mitfeiernden und verlieh dem Gottesdienst eine tragende, verbindende Kraft. Auch das Saxophonensemble von Sebastian Scheiber – der in Engelbert zugleich einen väterlichen Freund verabschiedete – setzte berührende musikalische Akzente.

So konnten viele zur Freude der Mitfeiernden und ganz im Sinne Engelberts ihren Beitrag leisten, um ihn in Dankbarkeit und Hoffnung ein Stück „hinüberzubegleiten“. Danach konnten alle – dank der fleißigen Helferinnen – bei einer Agape Erinnerungen austauschen und einem letzten gesanglichen „Pfiat di Gott“ von Engelberts Geschwistern lauschen.

Als Pfarrverband Feldkirchen sagen wir dir, Engelbert:

Danke für den Mut zu gestalten.
Danke für den Einsatz über viele Jahre.
Danke für das, was sichtbar gewachsen ist.
Und danke für vieles, das durch dich im Stillen gewirkt hat.

Was bleibt, sind nicht nur Erinnerungen. Es bleiben gewachsene Strukturen, lebendige Gemeinschaft und eine Kirche, die Raum gibt.

Ein Bericht von PAss. Peter Artl