Pfarre

Feldkirchen

25 Jahre Jugendzentrum ARCHE

Ein Ort, der Generationen von Jugendlichen geprägt hat

Jugendzentrum ARCHE (Foto: Sonja Maria Safron-Filafer)
Jugendzentrum ARCHE (Foto: © Sonja Maria Safron-Filafer)

Seit dem 31. Oktober 2001 ist das Jugendzentrum ARCHE ein fixer Treffpunkt für junge Menschen in Feldkirchen. Was im alten Pfarrhof begann, entwickelte sich in 25 Jahren zu einer wichtigen Einrichtung der kirchlichen und regionalen Jugendarbeit. Die Geschichte erzählt von engagierten Menschen, kreativen Projekten, gelebter Gemeinschaft und Jugendlichen, die später selbst Verantwortung übernahmen.

Eine Idee wird Wirklichkeit

Die Geschichte der ARCHE begann lange vor ihrer offiziellen Eröffnung. In der Pfarre Feldkirchen hatte die Jugendarbeit bereits Tradition. Peter Artl, der das Jugendzentrum später in zwei Phasen leitete, engagierte sich nach eigener Dokumentation schon ab 1995 ehrenamtlich in der Feldkirchner Jugendarbeit.

Im “alten Pfarrhof“ öffnete das Jugendzentrum ARCHE am 31. Oktober 2001 seine Pforten (Foto: © Peter Artl)
Im "alten Pfarrhof" öffnete das Jugendzentrum ARCHE am 31. Oktober 2001 seine Pforten (Foto: © Peter Artl)

Im Frühjahr 2001 beschloss der damalige Stadtpfarrer Dechant Engelbert Hofer, Räumlichkeiten im alten Pfarrhof für ein Jugendzentrum umzubauen und die dafür notwendigen Mittel bereitzustellen. Im Sommer begannen die Arbeiten. Peter Artl und Jürgen Ster packten beim Umbau selbst mit an und übernahmen unter anderem Abbruch-, Boden- und Malerarbeiten.

Eine wichtige Rolle bei der Gründung spielten auch die damalige Regionaljugendleiterin Verena Dokl und Karl Hatzel. Die Diözese Gurk bezeichnete Hatzel ihn in ihrem Nachruf ausdrücklich als Mitgründer der ARCHE. Als Religionslehrer und späterer Ständiger Diakon engagierte er sich besonders in der Jugend- und Familienpastoral.

Am 31. Oktober 2001 wurde das Jugendzentrum offiziell eröffnet.

Ein offener Treffpunkt für junge Menschen

Die ARCHE sollte von Anfang an kein geschlossener Kreis und keine klassische Jugendgruppe sein. Vielmehr entstand ein Ort, an dem Jugendliche unkompliziert zusammenkommen, ihre Freizeit gestalten und Gemeinschaft erleben konnten.

Eine Sozialraumanalyse der Stadtgemeinde Feldkirchen aus dem Jahr 2005 dokumentiert, wie gut das Angebot bereits wenige Jahre nach der Eröffnung angenommen wurde: Von Montag bis Freitag war die ARCHE damals von 13 bis 21 Uhr geöffnet. Täglich kamen rund 20 bis 30 Jugendliche ab zwölf Jahren. Betreut wurden sie von einem hauptamtlichen Jugendbetreuer, einem Zivildiener und fünf ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen.

Einladend war auch die Interieur des Jugendzentrums ARCHE gebaut von der Firma Infom in Feldkirchen. (Foto: ARCHIV)
Einladend war auch die Interieur des Jugendzentrums ARCHE gebaut von der Firma Infom in Feldkirchen. (Foto: ARCHIV)
eine der Freitzeitangebote, der Beachvolleyballplatz des Jugendzentrums ARCHE
eine der Freitzeitangebote, der Beachvolleyballplatz des Jugendzentrums ARCHE

Das Freizeitangebot war vielfältig. Neben Internetstationen, Dart, Billard, Tischfußball, Tischtennis und Beachvolleyball gab es Videoabende, Magic-Turniere, Uno-Marathons, Diskussionsrunden, Musikabende und Gitarrenworkshops. Die Angebote konnten kostenlos genutzt werden.

Menschen, die die ARCHE mitgestaltet haben

Die Entwicklung des Jugendzentrums ist eng mit den Menschen verbunden, die ihre Zeit, ihre Ideen und ihre Fähigkeiten eingebracht haben. Zu den frühen ehrenamtlichen Wegbegleiter:innen zählten Karl Hatzel, Harald Kölz, Gottfrieda Süßenbacher, Joachim Gsodam, Liselotte Köck, Hajnalka Fodor, Michaela Eichler und Jürgen Ster.

Von 2007 bis 2013 leitete Sarah Hatzel-Neumaier das Jugendzentrum. Sie setzte wichtige Impulse für die Jugendarbeit und baute insbesondere den musikalischen Bereich aus. Im Jahr 2008 gründete sie den ARCHE-Chor, um junge Menschen für Musik und gemeinsames Singen zu begeistern.

Im Jahr 2008 gründete Sarah Hatzel-Neumaierden ARCHE-Chor (Foto: © Peter Artl) 
Im Jahr 2008 gründete Sarah Hatzel-Neumaier den ARCHE-Chor (Foto: © Peter Artl)

Bereits 2010 gehörten dem Chor rund 20 Jugendliche an, die sich auf ein Konzert in der Stadtpfarrkirche Maria im Dorn vorbereiteten. Die musikalische Initiative blieb über viele Jahre bestehen. 2019 wurde ein Jubiläumskonzert im elften Jahr des Chorbestehens gefeiert. Aus dem ARCHE-Chor ging später der heutige a.choir hervor. Sarah Hatzel-Neumaier blieb bis heute mit vielen der damaligen Jugendlichen musikalisch verbunden.

Nach ihrer Leitungszeit übernahm Peter Artl 2013 erneut die Leitung der ARCHE, die er bis 2014 innehatte. Anfang Oktober 2014 trat übergangsweise Benjamin Schwerer die Funktion als ARCHE-Leiter an. Seine Aufgaben übernahm Richard Schwarz, der die Leitung und besonders die Zeit des Umbaus und der Neugestaltung prägte.

Ein neues Zuhause im Pfarrzentrum

Wöhrend des Umbaues übersiedelte das Jugendzentrum in einen umgebauten Reisebus. (Foto: © Archiv)
Während des Umbaues übersiedelte das Jugendzentrum in einen umgebauten Reisebus. (Foto: © Archiv)
Im alten Lagerschuppen entsteht das neue Jugendzentrum ARCHE. (Foto: Archiv)
Im alten Lagerschuppen entsteht das neue Jugendzentrum ARCHE. (Foto: Archiv)

Eine der größten Veränderungen in der Geschichte der ARCHE war die Übersiedlung in die neu adaptierten Räumlichkeiten des Pfarrzentrums. Der Umbau dauerte rund eineinhalb Jahre. Während dieser Zeit brauchte es eine Übergangslösung: Das Jugendzentrum wurde in einen umgebauten Reisebus verlegt, der als Mobiles Jugendzentrum der Katholischen Jugend Kärnten zur Verfügung stand. Auch bei den Arbeiten brachten sich Jugendliche selbst ein.

2016 waren die neuen Räume fertiggestellt und wurden am 18. September offiziell gesegnet. Die Diözese bezifferte die Kosten für Adaptierung und Errichtung mit rund 300.000 Euro. Am 22. Oktober 2016 fand im Rahmen der Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ das große Abschlussfest statt. Rund 150 Jugendliche nahmen daran teil und konnten die neuen Räumlichkeiten kennenlernen.

Mit mehr Platz und zeitgemäßen Möglichkeiten wurde die ARCHE zu einem festen Bestandteil des neu gestalteten Pfarrzentrums.

Segnung des neuen Jugendzentrums Arche, am 18.9.2016 (Foto: © Peter Artl)
Segnung des neuen Jugendzentrums Arche, am 18.9.2016 (Foto: © Peter Artl)

Vom Besucher zum Jugendleiter

Ein besonderes Beispiel für die nachhaltige Wirkung der ARCHE ist der Weg von Michael Kröndl. Er war selbst als Jugendlicher im Jugendzentrum und begann 2010, ehrenamtlich mitzuarbeiten. Rückblickend beschrieb er im Feldkirchner Boten, dass er selbst in der ARCHE groß geworden sei. Bis 2015 engagierte er sich dort ehrenamtlich.

Nach der Matura absolvierte Kröndl seinen Zivildienst bei der Katholischen Jugend und sammelte weitere Erfahrungen in der Jugendarbeit. 2016 übernahm er die Leitung des Jugendzentrums „Relax“ in Althofen. Später kehrte er in die Feldkirchner Jugendarbeit zurück: Im Arbeitsjahr 2021/22 war er Jugendleiter der ARCHE und Regionaljugendleiter für Feldkirchen-Mittelkärnten.

Der Jahresbericht der Katholischen Jugend weist für dieses Arbeitsjahr durchschnittlich rund 15 Besucher an den Öffnungstagen und insgesamt etwa 3.000 Besuche aus. Auch während der Lockdowns blieb die ARCHE aktiv. Neben Einzelgesprächen und Beratungen wurde unter anderem eine wöchentliche Essensausgabe angeboten.

Kreativität, Engagement und Gemeinschaft

Die Jugendarbeit beschränkte sich zunehmend nicht mehr nur auf die Räumlichkeiten in der Kirchgasse. Gemeinsam mit der Mobilen Jugendarbeit MyLife entstanden neue Projekte und Formen der Zusammenarbeit.

Im Oktober 2021 fand beispielsweise am Skatepark Feldkirchen ein Graffiti-Workshop statt, an dem über den Tag verteilt rund 50 junge Menschen teilnahmen. Gemeinsam mit weiteren Partnern konnten Jugendliche ihre Kreativität entfalten und den öffentlichen Raum mitgestalten. Im Rahmen der Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ wurde außerdem beim Jugendzentrum ein Kräuterhochbeet angelegt. Die Jugendlichen konnten praktisch mitarbeiten und gemeinsam mit anderen Einrichtungen ein soziales Projekt verwirklichen.

Auch sportliche Aktivitäten gehören zu diesem Angebot. Bei einem Skate-Workshop mit anschließendem Contest im Jahr 2022 konnten junge Menschen ihre Fähigkeiten zeigen. Solche Veranstaltungen schaffen Begegnungen und bieten Jugendlichen die Möglichkeit, eigene Interessen einzubringen und Neues auszuprobieren.

Aktion „Ride & Repair“ im Oktober 2025 im Rahmen von „72 Stunden ohne Kompromiss“ (Foto: © Matthias Trinkl, KJ)
Aktion „Ride & Repair“ im Oktober 2025 im Rahmen von „72 Stunden ohne Kompromiss“ (Foto: © Matthias Trinkl, KJ)

Ein weiteres Beispiel für soziales Engagement ist die Aktion „Ride & Repair“ im Oktober 2025. Im Rahmen von „72 Stunden ohne Kompromiss“ wurden alte Fahrräder repariert und wieder instand gesetzt. Ersatzteile stellte der Radwerker Bikestore Feldkirchen zur Verfügung. Dabei standen nicht nur handwerkliche Fähigkeiten, sondern auch Zusammenarbeit und ein nachhaltiger Umgang mit vorhandenen Ressourcen im Mittelpunkt.

meEATING:point: Mehr als gemeinsam essen

Ein wichtiges Beispiel für die heutige Ausrichtung ist der meEATING, ein gemeinsames Projekt von ARCHE und Mobiler Jugendarbeit MyLife. Jugendliche und junge Erwachsene können dort ein warmes, selbst gekochtes Essen bekommen, selbst mitkochen und miteinander ins Gespräch kommen. Bei Bedarf erhalten sie Beratung und Unterstützung.

Das Angebot verbindet Essen und Freizeit mit Beziehungsarbeit und konkreter Hilfe. Es schafft einen unkomplizierten Zugang zu Gesprächen und ermöglicht es den Mitarbeiter, junge Menschen bei persönlichen oder sozialen Herausforderungen zu begleiten und bei Bedarf an weitere Beratungsstellen zu vermitteln.

Damit zeigt sich, wie sich offene Jugendarbeit weiterentwickelt: Sie bietet nicht nur Freizeitmöglichkeiten, sondern auch verlässliche Ansprechpersonen und Unterstützung im Alltag.

Glaube und soziales Handeln

Fixer Bestandteil, die Weihnachtsgebetsnacht der Jugend (Foto: © Justin Tröbacher, KJ)
Fixer Bestandteil, die Weihnachtsgebetsnacht der Jugend (Foto: © Justin Tröbacher, KJ)

Auch die spirituelle Dimension hat in der Feldkirchner Jugendarbeit ihren Platz. Ein Beispiel dafür ist die Weihnachtsgebetsnacht am 23. Dezember 2025, bei der rund 40 Jugendliche zusammenkamen. An verschiedenen Gebetsstationen konnten sie zur Ruhe kommen, über ihren Glauben nachdenken und persönliche Impulse mitnehmen. Anschließend klang der Abend bei einem Lagerfeuer aus.

Ein weiteres Zeichen gelebter Nächstenliebe ist die Gedenkaktion am Friedhof Maria im Dorn. Rund um Allerheiligen entzünden Jugendliche Kerzen auf Gräbern, auf denen noch kein Licht brennt. So erinnern sie an Verstorbene, die sonst möglicherweise vergessen blieben.

Solche Initiativen machen sichtbar, dass kirchliche Jugendarbeit unterschiedliche Zugänge eröffnet: durch Begegnung, Musik, Gebet, soziales Engagement und gemeinsame Erlebnisse.

Justin Tröbacher: Die nächste Generation

Mit Justin Tröbacher hat inzwischen eine neue Generation Verantwortung übernommen. 2024 war er zunächst als Zivildiener in der ARCHE tätig. Heute leitet er das Jugendzentrum und zugleich die Regionale Jugendarbeit Feldkirchen-Mittelkärnten.

Die ARCHE befindet sich weiterhin in der Kirchgasse 37 und ist eng mit der Mobilen Jugendarbeit MyLife verbunden. Damit setzt sich eine bemerkenswerte Tradition fort: Menschen, die selbst Erfahrungen in der Jugendarbeit gesammelt haben, bringen sich später für die nächste Generation ein.

25 Jahre ARCHE: Ein Ort, der Menschen verbindet

Ein Vierteljahrhundert ARCHE bedeutet weit mehr als 25 Jahre Jugendräume, Freizeitangebote und Veranstaltungen. Die Geschichte des Jugendzentrums erzählt vor allem von Beziehungen und Menschen, die junge Menschen begleitet und ihnen Raum zur Entwicklung gegeben haben.

Dazu gehören Stadtpfarrer Engelbert Hofer, der die Gründung ermöglichte, Verena Dokl und Karl Hatzel als Mitgründer sowie Peter Artl, Sarah Hatzel-Neumaier, Richard Schwarz und Michael Kröndl, die in unterschiedlichen Phasen Verantwortung übernahmen und die Entwicklung mitprägten. Ebenso wichtig sind die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter, Zivildiener und Unterstützer, deren Engagement die ARCHE über die Jahre getragen hat.

Gründer Pfarrer Hofer (2. v.l.), Verena Köck, Peter Artl und Sarah Hatzel Neumaier (3. 4. und 5. v.l.) bei der 10 Jahresfeier 2011
Gründer Pfarrer Engelbert Hofer (2. v.l.), Verena Köck, Peter Artl und Sarah Hatzel Neumaier (3. 4. und 5. v.l.) bei der 10 Jahresfeier 2011

Im Mittelpunkt stehen aber die Jugendlichen selbst. Manche kamen nur für eine kurze Zeit, andere wuchsen mit der ARCHE auf. Einige kehrten später als ehrenamtliche Mitarbeiter oder Jugendleiter zurück und übernahmen selbst Verantwortung.

Die ARCHE ist damit nicht nur ein Ort für Jugendliche, sondern auch ein Ort, an dem junge Menschen Gemeinschaft erfahren, ihre Fähigkeiten entdecken und für ihren weiteren Lebensweg gestärkt werden. Nach 25 Jahren ist sie ein bedeutendes Stück Feldkirchner Jugendgeschichte.

Jugendzentrum ARCHE feiert Jubiläum

Am Freitag, dem 13. November, lädt das Jugendzentrum ARCHE herzlich zum Jubiläumsfest ein. Den Auftakt bildet um 17 Uhr ein Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche Maria im Dorn, der von Diözesanjugendseelsorger Diakon Jakob Mokoru geleitet wird.

Im Anschluss wird im Pfarrsaal gemeinsam gefeiert. Eingeladen sind alle Gönnerinnen und Gönner, ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ehemalige und aktuelle Jugendliche. Das Jubiläum bietet Gelegenheit, auf die gemeinsame Zeit zurückzublicken, Begegnungen zu pflegen und miteinander zu feiern.