Organisation

Diözesanpartnerschaft Sarajewo

Begegnung und Austausch: Delegation aus der Diözese Gurk in Bosnien und Herzegowina

Delegationsreise stärkt langjährige Partnerschaft und kirchliche Solidarität

Im Rahmen eines Partnerschaftsbesuchs reiste eine Delegation der Diözese Gurk (Finanzkammerdirektor Gerhard Salzer, Koordinatoren der Diözesanpartnerschaft, Religionslehrerin Prof. Mag. Marjana Vidović und Mag. Dragan Milišić) unter der Leitung von Bischof Dr. Josef Marketz von 10. bis 12. April nach Bosnien und Herzegowina. Ziel der Reise war es, sich über die aktuelle Situation der Kirche und der sozialen Einrichtungen zu informieren sowie die Zusammenarbeit mit der Erzdiözese Sarajewo weiter zu vertiefen.

Rückgang der katholischen Bevölkerung und Herausforderungen

Erzbischof Tomo Vukšić dankte für die langjährige Unterstützung und berichtete über die herausfordernde finanzielle und pastorale Lage. Besonders deutlich zeigte sich der starke Rückgang der katholischen Bevölkerung: Während vor dem Krieg rund 560.000 Katholiken im Land lebten, sind es heute nur noch etwa 120.000. Auch der Priestermangel und das steigende Durchschnittsalter stellen große Herausforderungen dar.

Soziale Lage und Rolle der Caritas

Der Caritasdirektor Mirko Šimić schilderte die schwierige soziale Situation vieler Menschen. Neben materieller Not sei vor allem Einsamkeit ein zentrales Problem, da viele Familienangehörige im Ausland leben. Die Caritas leistet hier wichtige Hilfe, unter anderem durch Suppenküchen und soziale Einrichtungen wie das Altenheim in Kiseljak.

Pastorale Herausforderungen und neue Modelle

Generalvikar Slađan Ćosić wies auf die zunehmenden pastoralen Herausforderungen hin. Aufgrund der geringen Zahl an Gläubigen müssen Priester oft mehrere Pfarren gleichzeitig betreuen. Neue Modelle wie gemeinsame Pastoralzentren sollen künftig eine bessere Versorgung ermöglichen.

Besuche kirchlicher und sozialer Einrichtungen

Während des Aufenthalts besuchte die Delegation mehrere kirchliche und soziale Einrichtungen, darunter das Rehabilitationszentrum „Reumal“ in Fojnica, das Katholische Schulzentrum in Travnik sowie das traditionsreiche Franziskanerkloster in Kraljeva Sutjeska. Dort wurde insbesondere auf den dramatischen Rückgang der Gläubigen und die schwierigen Lebensbedingungen der katholischen Bevölkerung hingewiesen.

Feier der Firmung als Höhepunkt

Ein besonderer Höhepunkt des Besuchs war die gemeinsame Feier der Firmung in der Pfarre Busovača. Bischof Josef Marketz spendete gemeinsam mit Erzbischof Tomo Vukšić das Sakrament der Firmung an 34 Firmkandidaten und Firmkandidatinnen.

Ausblick und weitere Unterstützung

Bischof Marketz betonte die Bedeutung der Partnerschaft und versicherte, dass sich die Diözese Gurk weiterhin um Unterstützung für die Erzdiözese Sarajevo bemühen werde – trotz eigener Herausforderungen.