Organisation

Referat für Pfarrgemeinden

„Pfarrgemeinderat ist die Königsklasse des Ehrenamts“

Präsentation der Ergebnisse der zweiten Runde des PGR-Kompass

Die Präsentation des PGR-Kompasses 2025 fand im Rahmen eines österreichweiten ONLINE-Forums „PGR – Ehrenamt mit Wirkung“ am 23.3.2026 mit 130 PGR-Mitgliedern statt. Pfarrgemeinderäte sind haupt- und ehrenamtlich zusammengesetzt, dieser Abend galt den Ehrenamtlichen. Birgit Bathic-Kunrath, Leiterin des Befragungsprojektes PGR-Kompass (ifz) und Ehrenamts-Referentin Barbara Krotil aus der Diözese Graz-Seckau gaben Impulse zu den Fragen:

135 Teilnehmer:innen aus ganz Österreich waren online dabei (Foto: PGRÖ/Buchacher)
135 Teilnehmer:innen aus ganz Österreich waren online dabei (Foto: PGRÖ/Buchacher)

1. Wie gelingt Zusammenwirken und Entscheidungsfindung in Vielfalt?

2. Wie kann der Pfarrgemeinderat Verantwortung für Kirche und Gesellschaft übernehmen?

3. Was motiviert, stärk, freut Ehrenamtliche?

„Dem Anders-Sein Platz geben und Fehler erlauben.“

„Der PGR-Kompass 2025 ergab insgesamt eine hohe Zufriedenheit mit der Sitzungskultur, Wertschätzung im PGR, wie Entscheidungen fallen und wie mit unterschiedlichen Meinungen umgegangen wird“, referierte Birgit Bahtic-Kunrath. Gleichzeitig stellte Kunrath fest, dass etwa ein Fünftel der Befragungsteilnehmer:innen der Meinung sind, dass nicht immer offen und sachlich diskutiert wird und dass kritische Stimmen nicht immer genug Raum bekämen.

Barbara Krotil betonte, dass die Zufriedenheit bei Ehrenamtliche umso größer wird, je mehr dem Anders-Sein wertschätzend Platz gegeben wird, „die Menschen nicht als Arbeitskraft, sondern als Person gesehen werden“. Weiter plädierte Krotil dafür, Fehler zu erlauben und neue Ideen zu begrüßen.

„Wie wird das Leben der Menschen durch unser Engagement besser, leichter, freudiger?“

Birgit Bahtic-Kunrath berichtete, dass die Pfarrgemeinderät:innen sich sehr wohl als wirksam in der Gesellschaft erleben, wenngleich auch die Frage zu stellen ist, inwiefern der PGR gesellschaftspolitisch wirksam werden kann. Jedenfalls sei der Pfarrgemeinderat ein „Engagement, das vom Glauben getragen ist“.

Barbara Krotil fragte, wie Pfarrgemeinderät:innen über ihr Engagement in ihrem Umfeld sprechen und umgekehrt, wie sehr die Pfarrgemeinderäte am Leben der Menschen Anteil nehmen. Wie oft würde sich ein PGR die Frage stellen, ob „durch die eigene Tätigkeit das Leben von Menschen besser, leichter, freudiger würde“. Sie berichtet von einer positiven Erfahrung aus der Diözese Graz-Seckau: Der Einladung zu einer Veranstaltung zum Thema „Trauer“ folgten überraschend viele und überraschend verschiedene Menschen.

Ehrenamt ist persönliche Bereicherung und selbstgewählt

Birgit Bahtic-Kunrath filterte aus den offenen Fragen des PGR-Kompasses vier Strategien für das Gewinnen von neuen Menschen für den Pfarrgemeinderat. Der PGR-Kompass zeigt: Heutiges Ehrenamt ist persönlicher Gewinn. Direkte Ansprache; sanfte/niedrigschwellige Einstiege; Einfühlung in andere Lebenswelten; Schaffen von neuen Angeboten sind mögliche Wege zu einem erfolgreichen Gewinnen von Ehrenamtlichen.

Barbara Krotil zeigte, dass das Ehrenamt immer häufiger selbstgewählt ist. Das bedeutet, Personen wollen sich engagieren und informieren sich über Plattformen, wo ihr Ehrenamt gefragt sein könnte und welches sie durch seine Präsentation anspricht. Die Menschen wählen ein Ehrenamt, das zu ihnen passt.

Mit Blick auf den Freiwilligenbericht des österreichischen Sozialministeriums sagte Krotil, dass die Zahlen des Ehrenamts gleich hoch bleiben, die Dauer und die Intensität jedoch abnehmen. „Mit Blick auf diesen Trend ist der Pfarrgemeinderat die Königsklasse des Ehrenamts“. Das bedeutet, dass das Hinhören auf mögliche Engagierte an erster Stelle steht und es verschiedene Formen des Sich-Einbringens in die Pfarrgemeinde geben muss.