Gemeinsame Gebete in schweren Stunden
Gerda Kraßnitzer aus Althofen begleitet Trauernde

Wenn aus schweren Minuten Stunden, aus schweren Stunden Tage, aus schweren Tagen gar Wochen und Monate werden und man glaubt, diese Last seelisch nicht mehr ertragen zu können, dann gibt es glücklicherweise einen Rettungsanker. Ein solcher heißt beispielsweise: „Auf meinem letzten Flug heim zu dir.“ Geschrieben hat dieses kleine Kraftbüchlein Gerda Kraßnitzer aus Althofen.
Kraßnitzer war viele Jahre Religionslehrerin und hat in dieser Zeit Mädchen und Buben in ihrem wachsenden Glaubensleben begleitet. Schon damals gab es für sie immer wieder Begegnungen mit dem Tod, mit Trauernden. Sie hat stets versucht zu trösten, hat Kraft gespendet, wenn die Not am größten war. Als sie selbst plötzlich mit dem Tod eines jungen Menschen in der Familie konfrontiert war, da stand für sie schnell fest, einen kleinen Ratgeber für jene zu schreiben, die traurig und fassungslos zurückgeblieben sind. Denn, so Kraßnitzer, nichts braucht der Mensch in seinem Leid mehr, als die Gewissheit, nicht allein gelassen zu werden.
Und deshalb besucht Kraßnitzer seit Jahren jene Familien in ihrer Pfarre, die einen lieben Menschen aus ihrer Mitte verloren haben. „Das Gespräch hilft vielen, sich auszusprechen, Fragen zu stellen und Trost zu finden“, weiß sie aus ihrer langjährigen Erfahrung. Genauso weiß sie auch, wie wichtig das gemeinsame Gebet für den Verstorbenen ist, in der Familie, in der Gemeinschaft und auch in der Pfarre. Mit viel Einfühlungsvermögen gelingt es Kraßnitzer immer wieder, individuelle Gebetsstunden zu gestalten. Und am Ende merken die Trauernden und die zu Tröstenden, dass es um sie herum schon viel leichter geworden ist.
Neben dem Gebet ist ihr wichtig – immer in Absprache mit den Trauernden –, bei dieser Gelegenheit kurz die Lebensdaten der Verstorbenen, des Verstorbenen zu skizzieren, persönliche Worte zu finden und gemeinsam mit den Versammelten auf das gerade beendete Leben zurückzublicken. Das helfe der Trauerfamilie oft über die erste schwere Zeit hinweg. Kraßnitzer, die ihre Kraft für diese segensvolle Arbeit aus ihrem Glauben schöpft, plädiert für einen offeneren Umgang mit dem Tod. „Jeder glaubt, ihn selbst treffe es nicht oder eben später.“ Sie verweist gern auf das Musikgenie Wolfgang Amadeus Mozart, der zu Lebzeiten er-kannt hatte, welches Geschenk jeder Tag ist und der nie vergaß, seinem Schöpfer täglich dafür zu danken. „Denn ich weiß nicht, ob ich den nächsten Tag noch sein werde.“ I. Jakl