Donnerstag 18:30 - 20:30
Veranstalter: Katholisches Bildungswerk Kärnten
Fachbereich: Kunst und Kultur

Der Kriegsreporter, Großwildjäger, Abenteurer, Säufer, Hochseefischer und Pullitzerpreis- und Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway mag im 21. Jahrhundert wie ein „Fossil toxischer Männlichkeit“ wirken, der Amerikaner steht aber wie kaum ein anderer Schriftsteller für den massiven Wandel, den das 20. Jahrhundert erlebt habt. Amerika rückte vor allem in der ersten Hälfte des Jahrhunderts ins Zentrum einer Welt, die aus den Fugen zu geraten schien. Und mittendrin der Mann aus Oak Park in Illinois. Hemingway war an (fast) allen Kriegen seiner Zeit als Reporter und/oder Freiwilliger im Einsatz: im ersten Weltkrieg wird er als erster Amerikaner an der italienischen Front verwundet. Er berichtet vom griechisch-türkischen Krieg ebenso wie vom spanischen Bürgerkrieg und ab der Landung in der Normandie vom zweiten Weltkrieg. Der Amerikaner Hemingway steht für die „Verschiebung“ der Macht im 20. Jahrhundert- das sich selbst zerfleischende Europa mit seinen anfangs noch monarchischen Großmächten verliert global an Bedeutung. Amerika gibt seine Isolationspolitik auf und wird zur treibenden und prägenden Supermacht- nicht nur auf den Schlachtfeldern, sondern auch auf dem Gebiet der (Massen-)Kultur.