Eine Feier, viele Namen

Um sich dem Geheimnis der Messe anzunähern, hat man im Laufe der Geschichte unterschiedliche Bezeichnungen für diese Feier gefunden. Einigen von ihnen werden wir nun auf den Grund gehen. von Mag. Klaus Einspieler

 (© Foto: fotomax)
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Messe
Bisher haben wir von der heiligen Messe gesprochen. Dieser Name wird wohl am häufigsten verwendet. Er ist dem Ende der Feier entnommen. Der Diakon oder Priester entlässt die Gemeinde in der lateinischen Messe mit den Worten: „Ite, missa est.“ Sie lassen sich relativ schwer übersetzen. Im Deutschen und in den meisten anderen Sprachen lautet diese Aufforderung daher sinngemäß: „Gehet hin in Frieden.“ Nur im Italienischen heißt es: „Die Messe ist beendet“, und dann: „Gehet hin in Frieden.“ Im Wort missa stecken also die Motive der Entlassung und Verabschiedung, im späteren Verständnis aber auch der Segnung. So erinnert uns die Bezeichnung Messe daran, dass dieses Sakrament der Inbegriff göttlichen Segens ist.

Liturgie
In der Ostkirche wird die Messe Göttliche Liturgie genannt. Das Wort Liturgie ist bei uns ein Sammelbegriff, der alle gottesdienstlichen Feiern zusammenfasst, also Taufen, Begräbnisse, Laudes, Vesper und eben auch die Messe. In der Ostkirche ist er ausschließlich für die Feier der Messe reserviert. Liturgie stammt aus dem Griechischen. Der Begriff setzt sich aus den Worten laos – das Volk – und ergon – das Werk –zusammen. Liturgie ist also das Handeln Gottes an seinem Volk, aber auch die Hingabe des Volkes an Gott.

Herrenmahl, Brotbrechen, Abendmahl
Wagen wir einen Blick in die Bibel. Paulus nennt die Messe Herrenmahl (1 Kor 11,20). Diese Bezeichnung erinnert uns daran, wer der eigentliche Gastgeber ist. ER lädt uns an seinen Tisch, er ist der Stifter. Wer an diesem Mahl teilnimmt, gehört zu ihm.
An anderer Stelle ist vom Brotbrechen die Rede (Apg 2,42). Unweigerlich erinnern wir uns an den Weg von zwei Jüngern in ein Dorf Namens Emmaus. Ein Fremder geht mit ihnen. Als er ihnen das Brot bricht, erkennen sie schließlich, dass es der auferstandene Herr gewesen ist. Die Geste des Teilens und Gebens, verbunden mit Lobpreis und Danksagung, hat ihnen die Augen geöffnet. Vermutlich haben sie sich an das Letzte Abendmahl erinnert, als er das Brot genommen, gedankt, gebrochen und es ihnen gegeben hat. Die evangelische Kirche spricht daher vom Abendmahl, und weist damit auf den Ursprung der Feier hin.

Eucharistie
Seit dem Konzil wird bei uns schließlich der uralte Begriff Eucharistie wieder häufiger verwendet. Eucharistia heißt aus dem Griechischen übersetzt Danksagung. Es ist in der Tat ein zentrales Motiv der Messe. Viele sind es gewohnt, für Verstorbene zur Messe zu gehen und vor allem für jemanden oder um etwas zu bitten. Das ist grundsätzlich nicht falsch. Im Zentrum steht jedoch der Dank, den wir mit Christus, durch ihn und in ihm an Gott, unseren Vater, richten. Seit Ostern heißt vor Gott zu stehen zunächst zu danken. Deshalb feiern wir Messe. Der Begriff Eucharistie – Danksagung – wird uns daher von nun an durch diese Serie begleiten.

(Die Feier der Eucharistie - Serie in der Kärntner Kirchenzeitung "Der Sonntag")