Pfarre

Reichenfels

Zöhrerkapelle

Patrozinium: „Maria Heimsuchung“

Zöhrerkapelle „Maria Heimsuchung“

In 1100 m Seehöhe liegt oberhalb von Reichenfels auf dem zur Pressner Alpe hin ansteigenden Bergrücken Langegg beim Haus vlg. Zöhrer die Kapelle „Maria Heimsuchung“. Die Stelle, wo heute die Kapelle steht, soll in der Pestzeit auch als Begräbnisstätte für Pesttote gedient haben. Der Besitzer der Zöhrerhube, Georg Pletz, hatte dann im Jahre 1798 dort eine Kapelle erbauen lassen. Am 12.August 1798 richtete er an den Bischof von Lavant in St. Andrä eine Bittschrift mit dem Ersuchen um Weihe der Kapelle und der Erlaubnis, dass in dieser Kapelle Gottesdienste gefeiert werden darf. Nach anfänglicher Ablehnung wurde diesem Ersuchen am 19. Juni 1799 stattgegeben und die Kapelle der allerseligsten Jungfrau Maria geweiht mit dem Patrozinium „Maria Heimsuchung“ am 2. Juli.

Die Kapelle hat einen westlichen Dachreiter mit Zwiebelhelm. Der kleine Turm birgt zwei Glocken, aus dem Jahre 1949. Die zwei alten Glocken aus dem Jahre 1800 wurden im 1. bzw. 2. Weltkrieg beschlagnahmt. Im Jahre 1908 wurde der Innenraum der Kapelle renoviert. Im Jahre 1984 erfolgte durch den jetzigen Besitzer Konrad Pletz eine gründliche  Außenrenovierung.

Das Langhaus besitzt eine Flachdecke, der Chorraum ein Tonnengewölbe. Der barocke Hochaltar stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Auf dem Tabernakel sehen wir das Apokalyptische Lamm (=Christus) auf dem Buch mit den sieben Siegel, darüber das Gnadenbild der Gottesmutter Maria, umgeben von Engel und Heiligen (Petrus und Paulus) und als Abschluss die allerheiligste Dreifaltigkeit. Am rechten Seitenaltar ist sehr eindrucksvoll die Herabkunft des Heiligen Geistes auf Maria und die Apostel dargestellt. Die Einrichtung stammt zum Teil aus Obdach (z.B. Gnadenbild) zum Teil aus der Pfarrkirche St. Wolfgang am Zirbitz.

Zahlreiche Votivbilder zeigen an, dass schon bald nach Erbauung der Kapelle viele Menschen in schweren Anliegen zur „Maria Heimsuchung“ in der Zöhrerkapelle ihre Zuflucht genommen und dort auch Erhörung ihrer Bitten gefunden haben. Sie sind Ausdruck des Glaubens und Vertrauens, aber auch den Dankes für gewährte Hilfe. Besonders in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg waren es viele Heimkehrer (mit ihren Familienangehörigen) sowohl aus dem Lavanttal, als auch aus dem steirischen Raum, die, in Erfüllung eines Gelöbnisses aus schweren Kriegstagen oder in der Gefangenschaft, alljährlich am 2.Juli zur Gottesmutter kamen. In den Nachkriegsjahren war dieser Tag in Reichenfels ein Feiertag. Die Wallfahrer aus St. Leonhard und St. Anna am Lavantegg kommen heute noch in Prozessionen am 2. Juli zu diesem kleinen Gnadenort. Aber auch viele andere gläubige Menschen, pilgern hin zur Gottesmutter, nicht nur am 2. Juli, sondern auch in der Zeit zwischen 3. Mai und 21. November, wenn in der Kapelle allwöchentlich am Donnerstag um 8 Uhr der Gottesdienst gefeiert wird, um in ihren großen und kleinen Anliegen in Maria eine mächtige und gütige Fürsprechen bei Gott zu finden.

Wallfahrergebet:

Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin. Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten, sondern erlöse und jederzeit aus allen Gefahren, o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau, unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin! Versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne!