Pfarre

Reichenfels

Pfarrkirche

Pfarrkirche Reichenfels

Patrozinium: Hl. Jakobus der Ältere

PFARRKIRCHE ST. JAKOB ZU REICHENFELS

Im Schutze der Burg Reichenfels siedelten sich am Eingang des Sommerauer Grabens wegen des dortigen Bergbaues Handwerker an. In diesem Ort gründeten die Bamberger Bischöfe eine Kirche, die dem heiligen Apostel Jakobus dem Älteren, dem Patron der Pilger und Reisenden geweiht wurde. Dies mag wohl deshalb gewesen sein, da Reichenfels an der wichtigen Straße über den Obdacher Sattel erbaut worden war.

Von der ursprünglichen romanischen Kirche ist heute nicht mehr viel zu sehen. Im Langhaus und im wuchtigen Chorturm ist romanisches und frühgotisches Mauerwerk erhalten und die zwei romanischen Fenster in der Süd- und Westwand des Langhauses weisen auf diese Zeit in. 1480 wurde die Kirche von den Türken zerstört. Die Bewohner bauten sie (bis etwa 1490) wieder auf und statteten sie mit Befestigungs- und Verteidigungsanlagen aus. Den vollen Beweis für den Bestand einer Wehrkirche gibt die Ansicht bei J. W. Valvasor aus dem Jahre 1688.

Der massige Chorturm in seiner querrechteckigen Form ist sicher übertrieben. Er besitzt ein niedriges Satteldach. An beiden Enden des Turmes reichen treppenturmartige Anbauten von gleicher Höhe über seine Breite hinaus. Sie zeigen unter dem Dachrande Schlüsselscharten und waren über den Chor hinweg durch einen mit Schießscharten ausgestatteten Wehrgang verbunden. Das Langhaus besaß Wehrerker und war so zu einer Verteidigungsanlage ausgebaut. Diese ganz eigenartige, sonst kaum noch irgendwo vorkommende Befestigungsanlage ist vollständig verschwunden (vielleicht durch den Brand von 1732 zerstört) Das Glockengeschoß des Turmes ist spätgotisch, der Turmaufbau mit dem Zwiebelhelm spätbarock. Am spätgotischen Choranbau sehen wir zweistufige Strebepfeiler, am Langhaus einfache. Von den Chorfenstern ist beim mittleren das gotische Bogenfeld erhalten geblieben.  Die Fenster am Langhaus sind barock. Im Norden ist eine barocke Vorhalle angebaut, deren Tür zur Kirche eisenbeschlagen ist.

Der Kirchenraum ist einschiffig. Ursprünglich besaß dieser Raum eine Flachdecke. Das jetzige Netzrippengewölbe ist spätgotisch. Ebenso spätgotisch sind der Taufstein und das Sakramentenhäuschen mit Gitter in der Mauer zur Linken des Hochaltares.

Beim Betreten der Kirche wird der Blick auf den Hochaltar als Zentrum gelenkt. Er ist ein Werk der Barockzeit und zeigt in der Mitte den Kirchen- und Pfarrpatron, den heiligen Apostel Jakobus den Älteren, dargestellt als Pilger. Auf dem Tabernakel ist der Pelikan zu sehen, wie er mit seinem Herzblut seine Jungen ernährt – ein Hinweis auf das allerheiligste Altarsakrament, welches im Tabernakel aufbewahrt wird: Christus gab für uns sein Leben und gibt sich uns als Speise. Auf den Seiten des Tabernakels und auf ihm knien Engel in anbetender Haltung – so sollen wir Christus in der heiligen Eucharistie anbeten. Rechts vom heiligen Jakobus ist der heilige Leonhard, der Patron der Gefangenen und der Schutzpatron der Haustiere, links der heilige Martin dargestellt.  Der Oberbau zeigt die Krönung Mariens durch die allerheiligste Dreifaltigkeit – auch das letzte Ziel eine jeden gläubigen Menschen. Die Chorwände schmücken Bilder aus dem 18. Jahrhundert: Taufe Jesu, hl. Mutter Anna, hl. Johannes Nepomuk, hl. Franziskus, hl. Notburga, hl. Isidor. Die Seitenaltäre (einer aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, einer aus dem Jahre 1974) sind der Unbefleckten Empfängnis und dem heiligen Josef geweiht. Die vierzehn Kreuzwegbilder führen uns das Leiden und den Tod Jesu vor Augen. Das berühmte „Reichenfelser Fastentuch“ von 1520 befindet sich seit 1915 in der Leonhardikirche auf der linken Chorwand. Das Patroziniumsfest der Pfarrkirche wird am 25. Juli gefeiert.

1894 erfolgte eine große Innenrenovierung, bei welcher zwei neugotische Seitenaltäre aufgestellt wurden. 1907 war die nächste große Innenrenovierung. Gleichzeitig wurde die Kirche auch außen renoviert und das Turmdach erneuert. Die nächste umfassende Kirchenrenovierung begann im Jahre 1972 mit der Neueindeckung des Langhauses. 1974 wurden im Zuge der Innenrenovierung im Chorraum die gotischen Fenster wieder hergestellt. Die Außenrenovierung wurde 1976 begonnen und fand mit der Neueindeckung des Turmes 1977 ihren Abschluß.

Gottesdienste

8:00 Rosenkranz und 8:30 Heilige Messe (außer an Festtagen 9:00 Uhr Rosenkranz und 9:30 Heilige Messe)