Eingeladen und bereit im „Wir“ christliche Nächstenliebe zu leben
Welttag der Kranken - 11. Februar - bei den Elisabethinen
Das Mitgefühl des Samariters stellt Papst Leo XIV. für den 34. Welttag der Kranken 2026 in den Mittelpunkt. Er sieht diese Tat jedoch nicht als Einzelleistung, er hebt zugleich den gemeinschaftlichen Charakter dieses Handelns hervor. Der Samariter im biblischen Gleichnis holt sich den Gastgeber als Unterstützung.
"Genauso sind auch wir gerufen, andere einzuladen und uns in einem ,Wir' zu begegnen, das stärker ist als die Summe der kleinen Einzelpersonen", so Leo XIV.
Eine Frau, die sich eingeladen fühlt um Begegnung in diesem „Wir“ zu leben und die diese christliche Nächstenliebe in die Tat umsetzt ist Waltraud Sewald. Sie kennt das Elisabethinenkrankenhaus seit Jahren, als Patientin, als Besucherin und besonders als eine, die ihre Talente und Begabungen und vor allem ihr handwerkliches Geschick dafür einsetzt, anderen eine große Freude zu bereiten.
Dabei hat ihre Karriere als kreative Handwerkerin erst spät begonnen. „In der Schule hatte ich in Handarbeiten einen Vierer“, sagt sie und lächelt schelmisch. „Als ich mit 40 Jahren aus gesundheitlichen Gründen aufhörte zu rauchen, brauchte ich etwas um meine Hände zu beschäftigen.“ Und ab diesem Zeitpunkt war kein Material mehr vor ihr sicher. Ob Holz, Perlen, Stoffe, Wolle, Papier, Wachs, etc etc. alles wurde verarbeitet, es wurde gestrickt, gehäkelt, gefädelt, genäht, gefilzt und gesägt.
Als sie das erste Mal als Patientin auf die Remob ins EKH kam und die Seniorentherapeutin Michaela Kohlmayr kennenlernte war sofort das Thema Handarbeit im Mittelpunkt und es kam zu einer kreativen Partnerschaft, die auch von Seiten des Krankenhauses mit Freuden aufgenommen wurde.
Einerseits entspricht es dem Auftrag der Remobilisation, zusammen zu kommen - soziale Komponente, etwas handwerklich zu arbeiten - positiv für die Feinmotorik, auf andere Gedanken zu kommen - heilsam für Körper und Seele und andererseits haben die Patient:innen eine sinnvolle Beschäftigung, für sich selbst oder für andere kleine Geschenke und Freudenbringer herzustellen.
Waltraud Sewald ist eine treue Seele, auch wenn sie nicht stationär ist kommt sie regelmäßig zu den Gruppennachmittagen. Und dieser persönliche Einsatz ist ein wertvoller Beitrag für die Ideen, die Umsetzung und Fertigstellung der kleinen Präsente, die sowohl zu Weihnachten, als auch am Tag der Kranken allen stationären Patient:innen als kleine Aufmerksamkeit geschenkt werden.
„Solange es möglich ist, mein Kopf und meine Hände mitmachen, werde ich meinen Beitrag leisten, denn ohne dieses Werken für mich und andere, ist mein Leben nicht mehr vorstellbar.“
... sagt Waltraud Sewald und wickelt das 127igste Bändchen mit Botschaft um die 127igste Kerze, die am 11. Februar ein Patientenherz erfreuen wird.