Ein strahlender Tag für dreizehn Kinder
Erstkommunionfeier in Reichenfels — unter dem Motto „Jesus ist unsere Sonne“
Manchmal genügt ein einziger Moment, um zu spüren, worum es in einer Gemeinschaft wirklich geht. Am Sonntag, dem 17. Mai 2026, war dieser Moment in der Pfarrkirche Reichenfels allgegenwärtig: Dreizehn Kinder — acht Mädchen und fünf Buben — empfingen das Sakrament der Eucharistie und damit die Heilige Erstkommunion. Ein Fest, das die ganze Pfarre berührte.
Pfarrer Nirmal eröffnete die Feier mit jenen Worten, die das Motto des Tages trugen: „Jesus ist unsere Sonne.“ Treffender hätte man es kaum formulieren können — denn schon beim feierlichen Einzug vom Pfarrhofplatz in die Kirche, angeführt von Pfarrer Nirmal und den Ministranten, gefolgt von den dreizehn Kommunionkindern und dahinter den Eltern, lag eine besondere Wärme über dem Ort. Was die Atmosphäre im Kircheninneren betrifft: Die Eltern hatten die Kirche mit großer Liebe und handwerklichem Geschick mit Blumen und natürlichen Materialien geschmückt. Besondere Erwähnung verdient Karl Sattler, dessen handwerklicher Einsatz weit über das Gewöhnliche hinausging. Er fertigte ein kunstvolles Schaubild mit einer Sonne und den Bildern aller dreizehn Erstkommunionkinder — und sägte von Hand kleine Sonnen aus Holz aus, die zunächst die Kirche schmückten und den Kindern anschließend als persönliche Erinnerungsstücke mit auf den Weg gegeben wurden. Als wäre das nicht genug, baute er kurzfristig auch noch einen individuellen Kerzenständer, der exakt auf die unterschiedlichen Taufkerzen der Kinder abgestimmt war — ein Einsatz, der einmal mehr zeigt, wie viel Herzblut in dieser Gemeinschaft steckt.
Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand — wie es sich gehört — das Wort Gottes. Pfarrer Nirmals Predigt kreiste um die Bedeutung des heiligen Brotes, der Kommunion als persönliche Begegnung mit Christus. Vor der Entzündung der Taufkerzen wurde jedem Kind ein gesegnetes Kreuz umgehängt — ein stiller, berührender Moment, bei dem Barbara Hübler Pfarrer Nirmal half, die Kreuze den Kindern einzeln behutsam umzulegen. Die feierliche Erneuerung des Taufversprechens und das anschließende Entzünden der Taufkerzen waren Momente, in denen man spürte, dass dieser Tag für die Kinder wirklich etwas bedeutet — und nicht so schnell vergessen wird. Musikalisch bereicherte ein Kinderchor die Feier — die Stimmen der Kinder füllten den Kirchenraum mit einer Reinheit und Herzlichkeit, die alle Anwesenden tief bewegte.
Ein besonderer Dank galt in diesem Jahr Elisabeth Steinkellner. Seit 42 Jahren begleitet sie Kinder in Reichenfels und Bad St. Leonhard auf ihrem Weg durch den Religionsunterricht und durch die großen Stationen des kirchlichen Lebens: Erstkommunion, Firmung, Weihnachten, Ostern. Generation um Generation. Auch heute leistete sie bei dieser Erstkommunionfeier wieder wertvolle und unverzichtbare Dienste in der religiösen Begleitung der Kinder. Als Pfarrer Nirmal ihr am Ende der Feier mehrfach von Herzen dankte und ihr Blumen überreichte, zeigte die versammelte Gemeinde spontan, was Worte allein nicht ausdrücken können:
Standing Ovation für eine Frau, die 40 Jahre lang still und beharrlich das Fundament gelegt hat, auf dem dieser und so viele andere Festtage erst möglich wurden. Wer so lange den Glauben an Kinder weitergibt, hinterlässt Spuren, die bleiben.
Nach der Messe führte Pfarrer Nirmal die dreizehn Kinder gemeinsam mit Direktorin Barbara Uckermann sowie den Lehrerinnen und Lehrern Barbara Hübler und Heimo Presser zu einem ganz besonderen Abschluss des Tages: einem gemeinsamen „letzten Abendmahl“ — einem stillen, persönlichen Moment, in dem die Kinder die Feier noch einmal Revue passieren lassen konnten.
Den Abschluss des Festtages bildete eine Agape am Pfarrhofplatz, die dem Anlass würdig war: Traditionelles Gebäck, selbst gebackener Kuchen und erfrischende Getränke luden zum Verweilen ein. Die Erstkommunionkinder erhielten liebevoll ausgewählte Geschenke als Erinnerung an ihren ganz persönlichen Tag. Eltern, Paten und Gäste nutzten die Zeit für jene Gespräche, die nach einem solchen Fest entstehen: echt, warm und von Herzen. Den feierlichen musikalischen Rahmen der Agape gestaltete die Musikkapelle Reichenfels — und sorgte dafür, dass der Klang dieses besonderen Tages noch ein wenig länger nachhallt.
Es war ein Tag, der in Reichenfels länger nachklingt als bis zum nächsten Sonntag.
(Lisa-Marie Schaden)