Pfarrverband Fresach-Kellerberg-Weissenstein auf der Kulturreise in die Ostslowakei
Kulturreise in die Ostslowakei 24.8-29.8. 2026– in das Zipserland und hinunter bis Sarospatak (Geburtsort der Hl. Elisabeth von Thüringen)
Die Zips kennen lernen
Die Zips ist eine der kulturreichsten Landschaften Ostmitteleuropas. Die ehemalige deutsche Sprachinsel – durch Edelmetallfunde enorm reich – besitzt herrliche Städte, Burgen, Kirchen und Landstriche.
Aufbruch in eine besondere Landschaft
Nach intensiven, organisatorischen Vorbereitungen war es so weit. 38 TeilnehmerInnen aus dem Pfarrverband Fresach/ Kellerberg / Weissenstein und andere interessierte Personen bestiegen am 24. August den Bus. Gleich nach der Grenze zur Slowakei stieg ein äußerst fachkundiger, slowakischer Reisebegleiter in den Bus. Peter, so hieß er, hatte in den folgenden Stunden viel zu erzählen. Es war bereits Abend geworden, als wir mit der Gruppe am Fuße der Hohen Tatra angelangt, die wunderbare Gebirgslandschaft mit dem darunterliegenden See, in dem sich die Berge widerspiegelten, bestaunen konnten.
Dann ging der Weg nach Leutschau (Levoca), wo für zwei Tage das Quartier bezogen wurde.
Leutschau – gotische Kunst in ihrer schönsten Form
Am Morgen des neuen Tages durfte die Gruppe in der Jakobskirche den höchsten gotischen Flügelaltar der Welt mit 19 Metern bewundern. 17(!) weitere Flügelaltäre befinden sich an den Säulen der Kirche. Paul von Levoca war der Künstler.
Leutschau war die bedeutendste der Zipser Städte. Bis nach Venedig reichten die Geschäftsverbindungen. Auch viele Bürgerhäuser mit ihren Fasaden sind zu bewundern.
Käsmarkt und das Rote Kloster
Kezmarok (Käsmarkt) war der nächste Höhepunkt. Dort befindet sich eine hölzerne, evangelische Artikularkirche. Zu bewundern ist das Interieur, das durch Jahrhunderte unverändert geblieben ist.
Nach der Mittagspause führte der Weg – nördlich - zum Roten Kloster an der Grenze zu Polen. Dort hatten wir das Vergnügen, Flöße zu besteigen und unter dem Schutz der Flößer die schluchtähnliche Landschaft zu genießen. Am Ende wurde auch das Rote Kloster besucht. Sodann führte der Weg zum Quartier in Levoca zurück.
Gottesdienst in einer 500 Jahre alten Holzkirche
Die nächste Fahrt führte uns nach Hervatov zu einer 500 Jahre alten Holzkirche, die dem Hl. Franziskus geweiht ist. In diesem Kleinod feierten wir den Gottesdienst zu Ehren des Hl. Franziskus (gest. 1226). Die Liturgie endete mit dem Sonnengesang.
Die Stadt Bartfeld (Bardejov) etwas nördlich von Hevatov gelegen, zeigt vom Reichtum der Städte in der Zips. Die Kathedrale St. Egidius besitzt ebenfalls Flügelaltäre und bewundernswerte Kirchenbänke.
Prešov – Erinnerung, die betroffen macht
Nach einer Pause führte die Fahrt in den Süden nach Presov. Juden prägten über Jahrhunderte die Geschichte der Stadt. Für die Besucher ist die ehemalige orthodoxe Synagoge interessant. Sie entstand 1898 in maurischem Stil. Vor der Synagoge steht ein Denkmal in Erinnerung an 6000 Juden, die an diesem Ort versammelt wurden, um ins Konzentrationslager Auschwitz abtransportiert zu werden.
Wir waren durch diese Informationen tief betroffen. Wir fuhren in Richtung Süden zum Franziskanerkloster in Brehov und nahmen für 3 Tage Quartier. Auch dort hatten wir Zeit für Gebet und Gesang. Der Hochaltar der Klosterkirche erzählt aus dem Leben des Hl. Franziskus, der einen wilden Wolf zähmte.
Košice – die Metropole der Ostslowakei
Tags darauf besuchten wir die Stadt Kaschau (Kosice) mit ihren 250.000 Einwohnern. Frau Danica, eine exzellente Dolmetscherin, konnte uns für die Metropole der Ostslowakei begeistern. Der Dom ist der Hl. Elisabeth geweiht. Schon das Nordportal beeindruckt durch die Darstellung des jüngsten Gerichtes aus der Romanik. Der Hochaltar der Kathedrale stellt den Gipfel der europäischen spätgotischen Malerei dar. Das Leben der Patronin der Caritas wird in 12 Tafelgemälden des Lebens der Heiligen dargestellt. In der Nähe der Kirche befindet sich die Michaelskapelle u.a. mit romanischen Fresken des Erzengels. Dort sangen wir den Engel des Herrn. Im Pastoralzentrum der Stadt konnten wir uns stärken und anschließend gab es Zeit zum Verweilen und Bummeln.
Danica, die Reiseleiterin, setzte mit der Führung fort, vorbei am Staatstheater und historischen Häuserfasaden. Nach einem „Einkehrschwung“ fuhren wir wieder zurück zum Kloster. Die Dunkelheit war längst eingekehrt. Nach der Stärkung gab es sogar Zeit, das Kloster bei Mondnacht zu erleben.
Auf den Spuren der heiligen Elisabeth
Es kam der letzte Tag für die Unternehmungen. Ein Schiff wurde gemietet, das uns etwa 2 Stunden durch eine Urlandschaft auf dem Fluss Bodrog nach Sarospatak – dem Geburtsort der Hl. Elisabeth – brachte. Wir sahen die Burg, in der die Heilige die ersten 4 Lebensjahre verbrachte. In der Basilika feierten wir die Eucharistie und am Ende des Tages gab es eine Tokai – Weinverkostung.
Reich an Eindrücken wieder nach Hause
Nach einem humorvollen Abend im Franziskanerkloster Brehov traten wir am letzten Tag die Heimreise über Ungarn nach Kärnten an.
Wohlbehalten kamen wir alle – Gott sei gedankt – nach Hause.