Pfarre

Paternion

60. Todestag von Pfarrer Johannes HEIDUCZEK

Beim Gießkanneauffüllen am westlichen Friedhofbrunnen in Paternion fiel mein Blick im Sommer auf den Grabstein von Pfarrer Heiduczek. Am 30. 8. 1963 ist er, der 25 Jahre hier als Priester wirkte, gestorben.

Also gilt es heuer seines 60. Todestages zu gedenken. Denn, als 1951 Geborener weiß ich, dass der Herr Pfarrer die Jugend, vor allem die späten 1940er und frühen 1950er Jahrgänge, durch seinen Stil und zahlreiche Aktivitäten beeindruckt hat. Schauplätze dafür waren die Kirche, der Pfarrhof und der Kindergarten der Pfarre neben dem Auer-Haus. Und als Seelsorger kümmerte er sich auch um Aussprachen bei Ehe- und anderen zwischenmenschlichen Problemen.

Amtlich scheint sein Wechsel in die Pfarre Paternion mit Oktober 1938 auf. Die erste Messe hielt er bereits am 9. September.

Johannes Heiduczek, geboren am 6. 6. 1901, stammte aus Beuthen/Byton in Oberschlesien, das im Süden von Polen, unweit von Katowice liegt.

Vor seiner Versetzung ins Drautal begegnet er uns bei der archivarischen Suche als Stadt-Kaplan von St. Andrä im Lavanttal, der Pfarre von St. Jakob in Villach und St. Egid in Klagenfurt. Kurze Zuständigkeiten gab es in Klein St. Veit und St. Josef am Ossiacher See.

Wo immer Johannes Heiduczek als Priester aktiv war, setzte er Zeichen durch Vorträge, die Organisation von Veranstaltungen und glänzte als Pianist. Vor allem für Arbeiter und die Jugend war er als Vortragender häufig tätig. So auch im Kolping-Haus in Klagenfurt.

Der strenge Herr Pfarrer stand aber auch zu seinen menschlichen Schwächen. Früh plagten ihn Atemwegserkrankungen. Trotzdem lockte dann und wann die Zigarette. So erinnere ich mich an heimliche Aufträge: „Hansel, hol mir in der Trafik drei Stück Austria 2. Mit diesen Worten gab er mir ein paar Münzen in die Hand und ergänzte: „Aber gib sie mir später so, dass es die Frau Trude nicht sieht!“ Diese Frau Trude war die Pfarrersköchin und der gute Geist in der Pfarre.

Besonders in Erinnerung blieb mir ein Redner am offenen Grab des Herrn Pfarrer. Es war ein Jugendfreund, der zum Begräbnis eine Hand voll Heimaterde aus Schlesien mitgebracht hatte und zum Abschluss seiner Rede ins Grab warf. Ein Schluchzen ging durch die Reihen, denn 1963 lebten noch viele Heimatvertriebene des 2. Weltkrieges aus Ost- und Südosteuropa in der Gemeinde Paternion.

Text: Hans Messner