„Vom Dunkel zum Licht“
Feier des Triduum Paschale in der Pfarre Molzbichl
Das Triduum Paschale – die Feier der drei österlichen Tage vom Leiden, Sterben und der Auferstehung Jesu Christi – wurde in der Pfarre Molzbichl auch heuer wieder würdig und feierlich begangen.
Am Gründonnerstag stand die Feier des letzten Abendmahls im Mittelpunkt. Dechant und Stadtpfarrer KR Mag. Ernst Windbichler zelebrierte den Gottesdienst, der in besonderer Weise von den Erstkommunionkindern mitgestaltet wurde. Sie eröffneten die Feier und teilten am Ende der Heiligen Messe gesegnetes Brot an die Gläubigen aus – ein Zeichen der Gemeinschaft, das an das letzte Abendmahl Jesu erinnert. Zudem waren die Gläubigen eingeladen, die Kommunion in beiderlei Gestalten – Brot und Wein – zu empfangen, was von vielen gerne angenommen wurde. Nach dem Gottesdienst wurde der Altar von den Ministranten abgeräumt, ein symbolischer Akt für das bevorstehende Leiden Christi. In einer anschließenden Ölbergstunde wurde zur Anbetung eingeladen.
Der Karfreitag begann um 15 Uhr mit dem Kreuzweg in der Pfarrkirche. Am Abend feierte Dr. Alexander Miklau, Aushilfsseelsorger der Pfarre, gemeinsam mit der Gemeinde die Karfreitagsliturgie. Das Niederwerfen des Priesters am Karfreitag – die sogenannte Prostratio – ist ein sehr eindrucksvolles und altes Zeichen innerhalb der Liturgie. Zu Beginn der Karfreitagsfeier legt sich der Priester flach auf den Boden vor dem Altar. Dieses Verhalten hat mehrere Bedeutungen: Der Mensch erkennt seine Kleinheit vor Gott. Gerade am Karfreitag, dem Gedenktag des Leidens und Sterbens Jesu, wird diese Haltung besonders deutlich. Die Kirche gedenkt des Todes Jesu Christi. Die Prostratio ist daher auch ein stiller Ausdruck von Schmerz und Betroffenheit. Das Niederwerfen kann auch als stilles Gebet verstanden werden – eine Bitte um Gottes Barmherzigkeit für die Welt. Der Priester stellt sich symbolisch ganz in den Dienst Gottes und verbindet sich mit dem Opfer Christi.
Die Passionsgeschichte wurde von jungen Erwachsenen und Ministranten vorgetragen. Der Tag stand ganz im Zeichen des Gedenkens an das Leiden und Sterben Jesu.
Am Karsamstag fanden die traditionellen Speisesegnungen in Molzbichl, im Schloss Rothenthurn sowie in der Filialkirche Olsach statt. Diese Segnungen – im Volksmund oft als „Fleischweihe“ bezeichnet – haben in Kärnten eine lange Tradition. Dabei werden die Osterspeisen wie Fleisch, Eier, Brot und Kren gesegnet, die anschließend im Kreis der Familie beim Ostermahl verzehrt werden. Auch heuer waren diese Feiern wieder sehr gut besucht.
Den Höhepunkt des Triduums bildete die Osternacht, die ebenfalls von Dr. Alexander Miklau geleitet wurde. Nach der Feuerweihe vor der Kirche zog die Gemeinde in die dunkle Kirche ein – ein starkes Symbol für den Übergang von der Dunkelheit zum Licht der Auferstehung. Das feierliche „Exsultet“ wurde vom Kantor Raimund Piwonka gesungen. Beim Gloria erklangen schließlich wieder Orgel und Glocken, und die Kirche erstrahlte im Licht – ein Ausdruck der Osterfreude. Es folgten die Lesungen zur Heilsgeschichte, die Tauffeier mit Segnung des Wassers sowie die Erneuerung des Taufversprechens, bevor in der Eucharistiefeier die Auferstehung Christi gefeiert wurde. Den festlichen Abschluss bildete die Auferstehungsprozession, die von der Trachtenkapelle Molzbichl musikalisch begleitet wurde.
Am Ostermorgen fand bereits um 5 Uhr eine Laudes in der Magdalenenkapelle statt, die vom Kirchenchor Molzbichl gestaltet wurde. Die feierliche Festmesse in der Pfarrkirche zelebrierte Vikar Geistl. Rat Mag. Dr. Matumona Benoit Nzonzi.
Alle Gottesdienste des Triduums wurden vom Kirchenchor Molzbichl musikalisch umrahmt – jeweils abgestimmt auf den Charakter des einzelnen Tages. Spätestens wenn die bekannten Osterlieder wie „Das Grab ist leer“ oder „Die Osterglocken klingen“ zu hören sind, wird allen bewusst: Ostern ist da – Jesus Christus ist auferstanden.