„… und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen…“
Kirchtag in Molzbichl
Am Sonntag, 23. August, stand Molzbichl ganz im Zeichen des traditionellen Kirchtags. Die Pfarrgemeinde versammelte sich zum festlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche, den Dechant und Stadtpfarrer KR Ernst Windbichler mit der Gemeinde feierte.
Im Mittelpunkt seiner Predigt stellte Pfarrer Windbichler das Thema „Kirche bauen“. Die Pfarrkirche Molzbichl stehe auf sehr alten Mauern und sei über die Jahrhunderte immer wieder saniert und repariert worden. Dahinter stehe das Anliegen vieler Generationen, das Erbe der Vorfahren zu bewahren und die Kirche auch für die Zukunft zu erhalten.
Gleichzeitig gehe es beim „Kirche bauen“ um weit mehr als um Mauern und Gebäude. Die Kirche solle ein einladendes Bild abgeben und ein Ort sein, an dem Menschen gerne zusammenkommen, feiern und Kraft schöpfen. Der schönste Schmuck einer Kirche seien daher nicht die baulichen Elemente, sondern die Menschen, die sie mit Leben erfüllen.
Mit Blick auf das Wort Jesu „Ich werde meine Kirche bauen“ betonte Windbichler, dass die Kirche Bestand haben werde, wenn man Christus selbst als ihren Baumeister wirken lasse. Das Fundament der Kirche sei der Glaube und das Bekenntnis zu Jesus Christus – zu jenem, auf den die Menschen hinschauen und aufschauen dürften und auf den es im Leben wie im Tod ankomme.
Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst vom Kirchenchor Molzbichl, der mit seinen Gesängen für einen festlichen Rahmen sorgte. Anschließend zog die Pfarrgemeinde zur traditionellen Prozession durch den Ort. Begleitet von den Klängen der Trachtenkapelle Molzbichl führte der Weg zu zwei Altären, an denen Station gemacht und gemeinsam gebetet wurde.
Vor dem Schlusssegen nutzte die Pfarrgemeinde die Gelegenheit, sich bei Pfarrer Ernst Windbichler für sein langjähriges Wirken in Molzbichl zu bedanken. 18 Jahre lang war er als Seelsorger in der Pfarre tätig und hat das Pfarrleben nachhaltig mitgeprägt. Mit 1. September wechselt Windbichler in die Pfarre Kötschach.
Zum Abschluss des kirchlichen Teils umrundeten die Mitglieder der Zechgemeinschaft den Altar und legten ihre Spende in den Opferkorb – ein traditioneller Bestandteil des Molzbichler Kirchtags.
Nach dem Gottesdienst verlagerte sich das Geschehen unter die Dorflinde. Beim traditionellen Frühschoppen wurde der Kirchtag in geselliger Runde fortgesetzt. Ein besonderer Höhepunkt war das „Tusch-Schreien“, bei dem die Zechburschen Glückwünsche überbrachten und damit für einen ebenso traditionellen wie fröhlichen Ausklang des Festtages sorgten.
Der Molzbichler Kirchtag zeigte auch heuer: Tradition ist dann lebendig, wenn sie von Menschen getragen wird. Zwischen Festgottesdienst, Prozession, Musik und gemütlichem Beisammensein wurde spürbar, was den Kirchtag seit jeher ausmacht – Glaube, Gemeinschaft und Begegnung.