Dankbar für die Gaben der Schöpfung
Erntedank und Pfarrfest in Molzbichl
„Danken heißt, das Gute wahrzunehmen.“
Wenn im Herbst die Felder abgeerntet sind, die Gärten ihre Früchte schenken und die Tage kürzer werden, lädt das Erntedankfest dazu ein, innezuhalten. Vieles, was im Laufe des Jahres selbstverständlich erscheint, ist letztlich Geschenk: die Früchte der Erde, ausreichend Regen und Sonnenschein, die Arbeit der Menschen und die Bewahrung vor schweren Unwettern. Erntedank ist deshalb mehr als der Blick auf eine gefüllte Erntekrone – es ist ein bewusstes „Danke“ für das vergangene Jahr und für all das, was wachsen und gelingen durfte.
Am Sonntag, 4. Oktober 2026, feierte die Pfarre Molzbichl ihr Erntedank- und Pfarrfest. Wie gewohnt versammelten sich die Gläubigen zunächst beim Bartlbauer-Kreuz. Dort gestalteten die heurigen Erstkommunionkinder gemeinsam mit ihrer Religionslehrerin Frau Tatjana Mikic die Eröffnung. Mit Gedanken zum Erntedank erinnerten die Kinder daran, dass eine gute Ernte keine Selbstverständlichkeit ist und dass hinter den Gaben der Natur auch viel Arbeit, Geduld und Sorge stehen.
Im Mittelpunkt stand die festlich geschmückte Erntekrone, die anschließend gesegnet wurde. Danach setzte sich die Prozession durch den Ort in Richtung Pfarrkirche in Bewegung.
Besonders schön fügte sich auch heuer der Erntewagen in das Bild der Prozession ein. Die Bauern aus Kleinegg hatten ihn gemeinsam mit Unterstützung der Nachbarschaft mit den Gaben der heurigen Ernte geschmückt. Ein herzliches Vergelt’s Gott gilt allen, die sich daran beteiligt und mit ihrer Arbeit zum Gelingen des Erntedankfestes beigetragen haben.
Musikalisch begleitet wurde die Prozession von der Trachtenkapelle Molzbichl. Eine Kleingruppe der Kapelle übernahm auch die musikalische Gestaltung des anschließenden Festgottesdienstes.
Den Festtagsgottesdienst feierte Geistl. Rat Mag. Dr. Matumona Benoit Nzonzi gemeinsam mit der Pfarrgemeinde. Die Kinder gestalteten die Fürbitten.
Gerade in einer Zeit, in der Wetterextreme und schwere Unwetter vielerorts große Schäden verursachen, ist es nicht selbstverständlich, auf ein Jahr ohne größere Unwetterereignisse in unserer Region zurückblicken zu können. Auch wenn es Phasen mit unterschiedlichen Wetterbedingungen gab, schenkte das heurige Jahr ausreichend Niederschlag und zugleich die notwendigen Zeiten mit Wärme und Sonnenschein.
So konnte vieles wachsen und reifen. Dafür durfte an diesem Erntedanksonntag ganz bewusst Dank gesagt werden: für die Früchte der Felder und Gärten, für die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern, für den Regen und die Sonne und nicht zuletzt für die Bewahrung vor großen Schäden durch Unwetter.
Erntedank erinnert dabei auch daran, dass der Mensch zwar vieles planen und bearbeiten kann, das Wachsen selbst aber nicht in seiner Hand liegt. Es braucht das Zusammenspiel vieler Faktoren – und letztlich bleibt die Ernte ein Geschenk.
Nach der Heiligen Messe teilten die Ministrantinnen und Ministranten gesegnetes Brot an die Gottesdienstbesucher aus. Auch die gesegneten Gaben des Erntewagens durften die Gläubigen mit nach Hause nehmen.
Damit wurde der Gedanke des Erntedanks auf einfache und konkrete Weise weitergetragen: Was wir empfangen haben, soll nicht nur betrachtet, sondern auch miteinander geteilt werden.
Im Anschluss an den Gottesdienst verlagerte sich das Festgeschehen in den Pfarrgarten. Dort lud die Pfarre zum gemütlichen Pfarrfest ein.
Die Trachtenkapelle Molzbichl sorgte mit einem schwungvollen Frühschoppen für die musikalische Umrahmung. Bei Kürbissuppe und Wiener Schnitzel verging die Zeit schnell. Auch das reichhaltige Kuchenbuffet ließ keine Wünsche offen und bot den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen noch gemütlich zusammenzusitzen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Das Pfarrfest zeigte einmal mehr, dass Erntedank nicht nur ein kirchliches Fest, sondern auch ein Fest für den Ort ist. Viele haben dazu beigetragen, dass der Tag erfolgreich war.
Ein besonderer Dank gilt daher allen, die zum Gelingen des Erntedankfestes und des Pfarrfestes beigetragen haben.