Pfarre

Molzbichl

„Bleibe bei uns; denn es wird Abend,…“

Ostermontag in der Pfarre Molzbichl

Am Ostermontag fand in der Pfarre Molzbichl wieder der traditionelle Emausgang statt, der zahlreiche Gläubige aus der Region sowie viele Rückkehrer aus nah und fern anzog.

Der Emausgang ist ein alter christlicher Brauch, der an den biblischen Gang der Jünger nach Emmaus erinnert. Laut Evangelium begegneten sie auf diesem Weg dem auferstandenen Christus, ohne ihn zunächst zu erkennen. Diese Tradition wird bis heute in Form von Prozessionen und gemeinsamen Gottesdiensten gepflegt und symbolisiert Gemeinschaft, Glauben und die Freude über die Auferstehung.

In Molzbichl begann die feierliche Prozession bei der Pfarrkirche. Ministrant Fabian Golker trug das Kreuz voran und führte die Gläubigen auf ihrem Weg durch die Ortschaft. Beim Durchzug durch Baldersdorf schlossen sich immer mehr Teilnehmer der Prozession an.

Ziel war die Magdalenenkapelle, wo Dechant und Stadtpfarrer KR Mag. Ernst Windbichler gemeinsam mit den Gläubigen den Gottesdienst feierte. Traditionellerweise werden im Rahmen dieses Gottesdienstes auch die Firmkarten überreicht. Musikalisch wurde die Heilige Messe, wie immer, vom MGV Liederquell Molzbichl feierlich umrahmt.

Im Anschluss an den Gottesdienst begann das gesellige „Eierpecken“. Dabei versuchen Männer, Münzen so auf ein Ei zu werfen, dass diese darin stecken bleiben. Für jeden Wurf erhalten die Kinder Geld, bleibt die Münze im Ei stecken, darf der „Eierpecker“ das Ei behalten. Dieses Brauchtum sorgt jedes Jahr für große Begeisterung bei Jung und Alt und für eine gefüllte Brieftasche bei den Kindern.

Der Pfarrgemeinderat kümmerte sich um die Bewirtung der Besucher. Neben Getränken wurden auch traditionelle Köstlichkeiten wie Reindling und Osterbrot angeboten und unter den Anwesenden verteilt.

Der Emausgang in Molzbichl zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie lebendig Tradition sein kann. Zwischen gelebtem Glauben, alten Bräuchen und geselligem Beisammensein verbinden sich die Generationen. Gerade in einer schnelllebigen Zeit wird spürbar, wie wertvoll solche gemeinsamen Momente sind – ein Stück Heimat, das bleibt und immer wieder aufs Neue Menschen zusammenbringt.