Pfarre

Mauthen

Zum Gedenken an Anni Dabernig

Am 30. Juli verstarb unerwartet in ihrem Haus in Mauthen Anni Dabernig im Alter von 92 Jahren.

Der ehemalige Regionalkantor Dr. Orthulf Prunner prägte den Ausspruch: „Die Anni ist eine Institution in der Orgellandschaft Kärntens.“, und das war sie wirklich! Über 80 Jahre spielte Anni Dabernig Orgel, war die Orgel „ihr Atem und Herzschlag“, wie auf der Parte zu lesen war.

Anni Dabernig (C) Ingo Ortner
(c) Ingo Ortner

Am 22. April 1931 in Kötschach geboren, erhielt sie im Kriegsjahr 1942 Harmoniumstunden von Pater Magnus M. Herbst, der damals Prior des Servitenklosters in Kötschach war. Bereits am 20. September 1942 spielte Anni erstmals bei der Sonntagsmesse, und das Orgelspiel sollte fortan bis zu ihrem Tod der Mittelpunkt ihres Lebens sein.

Nach der Volks- und Hauptschule besuchte sie die Lehrerinnenbildungsanstalt in Klagenfurt. Es wurde ihr ein Orgelstudium nahegelegt, doch davon wollte Anni nichts wissen – sie wollte wieder zurück in die Heimat. Nach dem ersten Dienstposten in Liesing/Lesachtal kam sie an die Hauptschule Kötschach-Mauthen, wo sie als beliebte, engagierte und respektierte Lehrerin bis zu ihrer Pensionierung Englisch und Musik unterrichtete.

Im Ruhestand widmete sie sich verstärkt ihrem geliebten Instrument, nahm Orgelstunden bei Franziskanerpater Richard Klotz in Lienz sowie bei Helmut Luksch und Orthulf Prunner in Villach und erfüllte sich schließlich ihren Lebenstraum mit der Anschaffung einer schönen mechanischen Hausorgel.

Über 80 Jahre war Anni Dabernig als Organistin tätig und gefragt. Zentren ihres Wirkens waren die Pfarren Kötschach und Mauthen (wo sie seit 1963 wohnte), aber im ganzen Gail- und Lesachtal (besonders immer wieder in Maria Luggau) und weit darüber hinaus erfreute sie die Menschen mit ihrem ausgezeichneten, gefühlvollen und beherzten Orgelspiel.

Im Jahr 1998 wurde ihr jahrzehntelanger selbstloser Dienst von Bischof Dr. Egon Kapellari mit der Verleihung der Hemma-Medaille gewürdigt.

In den letzten Lebensjahren war es ruhiger um sie geworden, doch versah sie noch immer mit großer Treue den Orgeldienst in der Pfarrkirche Mauthen und der Wallfahrtskirche Maria Schnee, war körperlich gesund, geistig wach und rege bis zuletzt.

Nun ist Anni Dabernigs Orgelspiel verstummt. Viele Menschen werden sich ihrer liebevoll und dankbar erinnern.


(Text: Christian Lederer)