Pfarre

Eberstein

Keine öffentlichen Gottesdienste und Veranstaltungen bis 13.04.2020

Klagenfurt am Wörthersee, 25. März 2020
Liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst, liebe pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Diözese, sehr geehrte Damen und Herren!
Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Virus-Pandemie haben auch Auswirkungen auf das kirchliche Leben. Als Grundregel gilt: Jeder persönliche Kontakt, der nicht stattfindet, hilft, das Virus nicht weiter zu verbreiten. Als Kirche möchten wir unseren Beitrag leisten und uns daher streng an die behördlichen Vorgaben halten. Für die kommenden liturgischen Feierlichkeiten in den Kar- und Ostertagen ergehen daher an alle folgende Vorgaben:
Keine öffentlichen Gottesdienste und Veranstaltungen bis 13.04.2020
1. Kirchen bzw. Gebetsstätten dürfen weiterhin zum Zweck des persönlichen Gebets offenstehen. Sie dürfen allerdings nur alleine oder mit Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben, betreten werden. Dabei ist gegenüber anderen Menschen ein Abstand von einem Meter einzuhalten. Die Gesamtzahl der in der Kirche anwesenden Personen darf keinesfalls höher als fünf sein (Bitte entsprechenden Aushang an den Kirchentüren anbringen). Öffentliche Gottesdienste und Versammlungen aller Art sind ausgesetzt. Daher dürfen Gottesdienst-, Andachts- und Anbetungszeiten nicht öffentlich (z. B. auf der Website oder im Pfarrblatt) verlautbart werden. Dies gilt auch für die kommenden Osterfeierlichkeiten, die ohne Teilnahme von Gläubigen erfolgen müssen. Erlaubt ist eine Assistenz von höchstens 4 Personen wie z. B. Diakon, Kantor und Mesnerin.
2. Die Seelsorge in Krankenhäusern, insbesondere bei Sterbenden oder Menschen in Palliativbetreuung, ist mit den Vorschriften des jeweiligen Krankenanstaltsträgers abzustimmen.
Missa chrismatis und Recollectio werden verschoben
Die Chrisam Messe und die Recollectio werden auf die Zeit nach der Corona Krise verschoben. Sobald die Bundesregierung das Versammlungsverbot aufgehoben hat und die Erlaubnis für eine gemeinsame Messfeier gegeben ist, wird der neue Termin für die Missa chrismatis umgehend bekannt gegeben.
Einladung zum Gebet beim abendlichen Läuten der Glocken
Von unterschiedlichen Seiten wird der Wunsch nach zusätzlichem Glockengeläute an die katholische Kirche herangetragen, um in Zeiten der Corona Krise ein Zeichen zu setzen. Dazu ist folgendes festzuhalten: Die Läuteordnung soll unverändert bleiben. Zusätzliches Läuten soll unterlassen werden. Es ist daran zu erinnern, dass in manchen Gegenden sich bereits im Mittelalter der Brauch entwickelt hat, dreimal am Tag die Glocken zu läuten: in der Früh, zu Mittag und am Abend. Mit dem Läuten verbunden beten etliche Gläubige den „Engel des Herrn“, ein Gebet, das die Menschwerdung des Sohnes Gottes betrachtet. Zudem läutet in manchen Pfarren am Abend auch die kleine Glocke (Armen-Seelen-Läuten). Sie lädt ein, der Verstorbenen zu gedenken und die eigene Vergänglichkeit nicht aus dem Auge zu verlieren. In
Diözese Gurk Mariannengasse 2 • 9020 Klagenf urt am Wörthersee • Postfach 117
Bischöfliches Ordinariat T +43 463 57770-1021 • F +43 463 57770-1029 • DVR: 0029874(1283)
Generalvikariat E-Mail: generalvikariat@kath-kirche-kaernten.at • www.kath-kirche-kaernten.at
Tagen der Not wurde dieses Gebet besonders intensiv gepflegt. Die katholische Kirche in Kärnten ruft die Gläubigen angesichts der Corona Krise auf, das tägliche Läuten der Glocken wieder verstärkt als Einladung zu verstehen, sich geistig mit anderen zum Gebet zu verbinden und um Gottes Beistand in diesen Zeiten der Krise zu beten.
Osterbeichte
Das jährliche Beichtsakrament in der Osterzeit zu empfangen, ist nur im Notfall und unter Einhaltung strengster Hygienemaßnahmen, wie der Einhaltung des erforderlichen Sicherheitsabstandes im Aussprachezimmer erlaubt. Der Bischof entbindet daher bis zur Aufhebung des COVID-19-Maßnahmengesetzes von der Empfehlung der Beichte vor Ostern. Wer einen schwerwiegenden und dringenden Grund für die Beichte hat, möge sich telefonisch an einen Priester wenden, der gemeinsam mit ihm einen Weg dafür suchen wird.
Osterfeierlichkeiten
Die Liturgie der Karwoche kann nur im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten, das heißt unter Ausschluss der Öffentlichkeit, gefeiert werden. Wir ersuchen daher dringend, von persönlichen „Speziallösungen“ betreffend Segnung der Palmzweige oder Speisensegnungen Abstand zu nehmen. Alle Signale, mögen sie auch noch so wohlmeinend sein, widersprechen den gesetzlichen Regelungen und sind daher ausdrücklich untersagt. Deshalb dürfen auch keine Segnungen der Palmzweige und Osterspeisen im Freien, und seien sie noch so „klug“ erdacht, angeboten werden. Angebote wie diese würden Menschen zum Verlassen der Wohnungen motivieren und stehen im Widerspruch zum Versammlungsverbot. Alle Feierlichkeiten müssen ausnahmslos zu Hause in den Wohnungen stattfinden unter Teilnahme jener Menschen, mit denen man „unter einem Dach“ wohnt.
Es ist die Zeit der Hauskirche
Zur Feier der Kar- und Ostertage erhalten die Priester eine gesonderte von der Bischofskonferenz empfohlene Feiervorlage. Für die häuslichen Feiern vom Palmsonntag bis Ostern wird eine Sonderausgabe unserer Kirchenzeitung „Der Sonntag“ an alle Kärntner Haushalte per Post zugestellt. Neben dem Gebrauch der darin enthaltenen Gebetshilfen (z. B. Segnung der Palmzweige, Ölbergandacht am Gründonnerstag, Kreuzwegandacht, Feierandacht in der Osternacht u. Segnung der Osterspeisen), sowie durch die Mitfeier über Radio, Fernsehen und digitale Medien und durch die stellvertretenden Feierlichkeiten vor Ort und dem Vernehmen des lokalen liturgischen Glockengeläutes, sollen sich die Gläubigen mit der ganzen Kirche verbunden wissen.
Zusätzlich stellt das Liturgiereferat eine Vorlage für die häusliche Segnung der Osterspeisen, des Weihwassers, und des Herdfeuers, auf die Diözesanhomepage (www.kath-kirche-kaernten.at/Hauskirche).
Feuersegnung entfällt
In vielen Kärntner Pfarren werden am Karsamstag in der Früh sog. Osterfeuersegnungen vorgenommen. Diese ist heuer ersatzlos zu streichen. Die Gefahr, dass sich hier eine Menschenansammlung bildet, ist zu groß. Das Osterfeuer ist in diesem Jahr die Kerze, die am Karsamstag am Abend zu Hause entzündet wird.
ORF-Regionalradio: Am Karsamstag wird unser Herr Bischof um 11.50 Uhr via Radio Kärnten für alle Gläubigen in unserem Land eine „virtuelle Osterspeisensegnung“ vornehmen und dabei allen Menschen zu Hause ein österliches Wort der Hoffnung und der Ermutigung zusprechen.
Diözese Gurk Mariannengasse 2 • 9020 Klagenf urt am Wörthersee • Postfach 117
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Firmung und Erstkommunion
Alle Firmtermine bis vorerst 29. Mai sind abgesagt. Nach Ende der Krisenzeit werden die Termine neu vereinbart und umgehend bekannt gegeben.
Dasselbe gilt für die Erstkommuniontermine. Falls die gesetzliche Ausnahmeregelung verlängert werden sollte, müssen neue Termine für die Zeit nach der Krise festgelegt werden.
Sich selber schützen und anderen helfen
Wer von den Priestern und Diakonen älteren Jahrgangs ist und daher zur sog. Risikogruppe gehört, sollte in diesen Tagen und Wochen der Krise auf die Abhaltung von Begräbnissen generell verzichten. Um das Leben unserer älteren Mitbrüder nicht zu gefährden, werden die jüngeren Priester und Diakone gebeten, deren Dienste zu übernehmen.
Konkrete Hilfe vor Ort
Erfreulicher Weise bilden sich zurzeit viele Initiativen wie z. B. „Team Nächstenliebe“ der Caritas, wo wir alle eingeladen sind tatkräftig mitzuhelfen. Gemeinden, Organisationen und Vereine starten ebenfalls Hilfsinitiativen. Der Bischof lädt alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, sich an den schon bestehenden Unterstützungsinitiativen zu beteiligen, oder selber vor Ort initiativ zu werden!
Osterbrief an die Pfarrgemeinde
Viele Pfarrvorsteher pflegen die Tradition eines Osterbriefes an ihre Pfarrgemeinde. Das wäre gerade in dieser Krisenzeit besonders notwendig. Dafür stellen wir als Hilfe eine Vorlage zur Verfügung, die von den Pfarren entweder als Postwurfsendung oder per Email versendet werden kann.
Glauben als Quelle des Lebens und der Hoffnung
Trotz aller Reduktion der Sozialkontakte wollen wir den Kairos, die Zeichen der Zeit, wahrnehmen und den Glauben als Quelle des Lebens und der Hoffnung auch in Zeiten der Krise vermitteln. Inmitten von Furcht und Schrecken, die das Corona-Virus verbreitet, sehe ich Ansätze zum Umdenken in den Köpfen und Umschalten im Handeln. Auch wenn aus Schutzmaßnahmen keine öffentlichen Gottesdienste stattfinden dürfen, können Gebete Menschen wie gute Schutzengel begleiten und im Schweren ein Stück Halt geben.
In dieser Ausnahmesituation im Gebet verbunden grüßt euch herzlich
Johann Sedlmaier, Generalvikar