Pfarre

St. Ulrich bei Feldkirchen

Feuerweihe in St. Ulrich bei Feldkirchen

Auf dem Weg von der Dunkelheit hin zur Osterfreude

Feuerweihe in St. Ulrich (Foto: Hannes Sonvilla)
Feuerweihe in St. Ulrich (Foto: Hannes Sonvilla)

In den frühen Morgenstunden des Karsamstags versammelten sich auch heuer wieder zahlreiche Gläubige bei der Pfarrkirche St. Ulrich, um gemeinsam die traditionelle Feuerweihe zu feiern. In der stillen Atmosphäre dieses besonderen Tages wurde von Diakon Norbert Wohlgemuth das neue Feuer gesegnet – ein schlichtes, aber tiefgehendes Zeichen auf dem Weg von der Dunkelheit des Karfreitags hin zur Osterfreude.

Viele brachten ihre Baumschwämme mit, die am gesegneten Feuer entzündet wurden. Sorgfältig in Blechbehältern getragen, wurde die Glut anschließend in die Häuser gebracht. So wird der alte Brauch weitergetragen, dass das Licht der Auferstehung nicht nur in der Kirche bleibt, sondern in den Alltag der Menschen hineinwirkt. Bereits seit Generationen gehört dieses „Weihfeuertragen“ fest zur österlichen Vorbereitung in unserer Region.

Die Feier selbst war ruhig, konzentriert und getragen von einer spürbaren Erwartung. Denn der Karsamstag ist ein Tag des Innehaltens: Die Kirche gedenkt der Grabesruhe Jesu und wartet auf das große Fest der Auferstehung. Erst mit der Osternacht wird das neue Licht endgültig sichtbar.

Gerade in dieser Spannung bekommt die Feuerweihe ihre besondere Bedeutung. Das gesegnete Feuer steht für Christus selbst – als „Licht der Welt“, das die Dunkelheit überwindet und neues Leben schenkt. Ursprünglich wurde mit diesem Feuer das Herdfeuer in den Häusern neu entfacht. Es war ein starkes Zeichen: Nach dem „Erlöschen“ am Karfreitag beginnt mit Ostern etwas Neues.

Auch heute ist dieser Brauch mehr als nur Tradition. Er erinnert daran, dass Hoffnung oft klein beginnt – wie ein glimmender Funke, der weitergetragen wird. So wurde die Feuerweihe in St. Ulrich wieder zu einem stillen, aber kraftvollen Zeichen: Das Licht ist stärker als die Dunkelheit – und es will weitergegeben werden.