Wenn Herkunft nicht über Zukunft entscheidet
Verein „Wirtschaft für Bildung“ unterstützt Caritas-Lerncafés in Klagenfurt erneut mit 20.000 Euro
Gleiche Bildungschancen für alle Kinder sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Aktuelle Bildungsstudien zeigen deutlich, dass soziale Herkunft und familiäre Rahmenbedingungen nach wie vor großen Einfluss auf den schulischen Erfolg haben. Umso wichtiger sind Angebote wie die Lerncafés der Caritas Kärnten, die Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 15 Jahren kostenlos beim Lernen begleiten und fördern.
Dass diese Unterstützung wirkt, zeigt das Beispiel der neunjährigen Sara. In Mathematik hatte die Volksschülerin lange große Schwierigkeiten. Seit sie regelmäßig das Lerncafé besucht, übt sie gemeinsam mit freiwilligen Lernhelferinnen und Lernhelfern gezielt jene Inhalte, die ihr besonders schwerfallen. Der Einsatz macht sich bemerkbar: Für das laufende Schuljahr rechnet Sara mit einer deutlichen Verbesserung ihrer Leistungen. Für ihre Familie wäre eine kostenpflichtige Nachhilfe nicht finanzierbar gewesen.
Unterstützung, die ankommt
Die Lerncafés der Caritas bieten weit mehr als klassische Nachhilfe. Sie schaffen einen geschützten Raum zum Lernen, fördern soziale Kompetenzen und stärken das Selbstvertrauen der Kinder. Besonders wichtig sind dabei die Bereiche Lesen und Mathematik, genau jene Kompetenzen, in denen laut internationalen Bildungsstudien zuletzt Rückgänge festgestellt wurden.
Allein im vergangenen Schuljahr engagierten sich rund 240 freiwillige Lernhelferinnen und Lernhelfer in den neun Kärntner Lerncafés. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Wie bereits im Vorjahr wird auch heuer mit einer nahezu hundertprozentigen Aufstiegsquote der betreuten Kinder in die nächste Schulstufe gerechnet.
Langjährige Partnerschaft für mehr Chancengerechtigkeit
Ein verlässlicher Unterstützer dieser Bildungsarbeit ist der Verein „Wirtschaft für Bildung“. Bereits zum achten Mal fördert der Verein die Lerncafés Concordia und Don Bosco in Klagenfurt. Heuer stellt er dafür 20.000 Euro zur Verfügung. Von dieser Unterstützung profitieren aktuell 64 Kinder.
Vereinsobmann Georg Niedersüß betont die Bedeutung frühzeitiger Förderung: „Gerade die aktuellen Bildungsstudien machen deutlich, wie wichtig es ist, früh anzusetzen. Alle Kinder sollen die gleichen Chancen haben – unabhängig davon, in welche Familie sie hineingeboren werden.“
Gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Ferdinand Bucher, Werner Laure und Anton Schmidl sieht er in der Bildungsförderung eine Investition in die Zukunft: Gut ausgebildete junge Menschen seien eine wichtige Grundlage für den Wirtschaftsstandort Kärnten und den gesellschaftlichen Wohlstand.
Bildung als Schlüssel für die Zukunft
Auch Caritasdirektor Ernst Sandriesser verweist auf die wachsende Bedeutung ergänzender Lernangebote. Viele Familien könnten sich private Nachhilfe nicht leisten. Gleichzeitig seien gerade jene Kinder besonders auf Unterstützung angewiesen, die aufgrund sprachlicher oder sozialer Herausforderungen erschwerte Startbedingungen hätten.
„Dank unserer verlässlichen Partnerschaften können wir genau jene Kinder erreichen, die Unterstützung am dringendsten brauchen – und ihnen echte Chancen eröffnen“, betont Sandriesser.
Gemeinsam mit der kaufmännischen Geschäftsführerin Marion Auer-Fercher dankte er dem Verein „Wirtschaft für Bildung“ für dessen langjähriges und verlässliches Engagement.