Sprungbrett in den Arbeitsmarkt: Caritas-Projekt eröffnet neue Perspektiven
Abdul Basir Stanikzai fand über das Projekt „perspektiven.werk“ den erfolgreichen Einstieg in den österreichischen Arbeitsmarkt
Das Projekt „perspektiven.werk“ der Caritas Kärnten unterstützt Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund beim Einstieg in den österreichischen Arbeitsmarkt. Mit einer Vermittlungsquote von rund 80 Prozent zeigt das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Kärnten finanzierte Projekt eindrucksvoll, wie Integration durch Bildung, Qualifizierung und persönliche Begleitung gelingen kann.
Als Abdul Basir Stanikzai 2022 aus Afghanistan nach Kärnten kam, sprach er kaum Deutsch. Heute arbeitet der 27-Jährige als Vollzeitmitarbeiter in einem Klagenfurter SPAR-Markt und hat sich ein neues Leben aufgebaut. Der Weg dorthin führte über das Projekt „perspektiven.werk“ der Caritas Kärnten.
Im Rahmen einer Qualifizierungsmaßnahme absolvierte Stanikzai eine praxisnahe Ausbildung im SPAR-Supermarkt der Perspektive Handel Caritas gGmbH in Klagenfurt. Dabei lernte er die unterschiedlichsten Bereiche des Lebensmittelhandels kennen – von der Regalbetreuung über die Kassa bis hin zur Obst- und Gemüseabteilung.
„Der Job gefällt mir. Ich fühle mich im Team geschätzt und wohl“, erzählt Stanikzai. Durch Sprachkurse und den täglichen Kontakt mit Kundinnen und Kunden konnte er seine Deutschkenntnisse deutlich verbessern. Heute hat er eine eigene Wohnung, einen Freundeskreis und fühlt sich in Kärnten zuhause.
Lernen direkt im Betrieb
Das Besondere am Projekt „perspektiven.werk“ ist die enge Verbindung von Qualifizierung und Praxis. Die Ausbildung erfolgt direkt in den Betrieben. Gleichzeitig werden Deutsch- und Fachsprachkenntnisse aufgebaut sowie individuelle Beratungs- und Coachingangebote bereitgestellt.
Seit Projektbeginn im Jahr 2024 haben 52 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Programm absolviert. Die Qualifizierung erfolgt im SPAR-Supermarkt der Perspektive Handel Caritas gGmbH sowie im magdas LOKAL der Caritas Kärnten.
Projektleiterin Sabine Schnitzer sieht darin einen wesentlichen Erfolgsfaktor: „Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund bringen hohe Motivation und Arbeitsbereitschaft mit. Durch die praxisnahe Ausbildung und die individuelle Begleitung gelingt es, Menschen und Betriebe zusammenzubringen. Die Vermittlungsquote von rund 80 Prozent zeigt, dass dieser Ansatz nachhaltig wirkt.“
Arbeit schafft Perspektiven
Für Kärntens Arbeitsmarktreferenten Landeshauptmann Daniel Fellner zeigt das Projekt, wie Integration gelingen kann: „Arbeit bedeutet mehr als Einkommen. Arbeit schafft Perspektiven, Selbstständigkeit, soziale Kontakte und das Gefühl, dazuzugehören.“
Auch AMS-Landesgeschäftsführer Peter Wedenig verweist auf die Bedeutung solcher Initiativen angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels. Besonders in Branchen wie Handel und Gastronomie würden qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dringend benötigt.
Starke Partnerschaften
Ein wichtiger Partner des Projekts ist SPAR Kärnten und Osttirol. Geschäftsführer Andreas Ender betont die Vorteile der Zusammenarbeit: „Als regionaler Arbeitgeber suchen wir laufend motivierte Fachkräfte. Die Zusammenarbeit mit der Caritas ermöglicht eine praxisnahe Ausbildung und eröffnet vielen Menschen neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren dabei unter anderem von professionellen Lernangeboten über die SPAR-E-Learning-Plattform „SEPP“ und erhalten Einblicke in reale Arbeitsabläufe.
Wenn Integration sichtbar wird
Auch Jelena M. Dragicevic aus Kroatien konnte durch das Projekt erfolgreich Fuß fassen. Nach ihrer Qualifizierung im magdas LOKAL fand sie unmittelbar eine Anstellung in einem Klagenfurter Café. Besonders stolz ist sie auf ihre zusätzliche Ausbildung zur Barista.
„Das Projekt hat mir sehr geholfen. Heute habe ich einen Beruf gefunden, der mir Freude macht und Perspektiven bietet“, sagt sie.
Integration braucht Chancen
Für Caritasdirektor Ernst Sandriesser zeigt das Projekt eindrucksvoll, was möglich wird, wenn Menschen die Chance erhalten, ihre Fähigkeiten einzubringen.
„Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer leisten täglich Enormes. Sie lernen eine neue Sprache, organisieren Familie und Ausbildung und arbeiten sich mit großer Motivation in neue Aufgabenbereiche ein. Das perspektiven.werk beweist, dass Integration gelingt, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und Menschen arbeiten können und dürfen.“
Das Projekt ist damit weit mehr als eine Qualifizierungsmaßnahme. Es eröffnet Menschen neue Zukunftsperspektiven, stärkt die heimische Wirtschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zu einem gelingenden gesellschaftlichen Miteinander.