Existenznot durch hohe Kosten für Wohnen, Heizen & Essen
Caritas Kärnten ist alarmiert und bittet um Hilfe für Familien
5.871 Menschen suchten bereits allein heuer in der Sozialberatung der Caritas Kärnten Hilfe. Am Beispiel einer alleinerziehenden Mutter zeigt sich, wie rasch hohe Energiekosten das Zuhause einer Familie gefährden können. Caritasdirektor Ernst Sandriesser bittet vor dem Hintergrund einer besorgniserregenden Entwicklung die Kärntner*innen um Zusammenhalt und Solidarität: „Menschen in Not in Kärnten brauchen jetzt dringend konkrete Unterstützung. Ihnen fehlt das Geld für Lebensmittel, und Wohnungen bleiben im Winter kalt“, sagt Sandriesser. Und: „Helfen Sie Familien in Not mitten unter uns, damit Mütter nicht überlegen müssen, ob sie das Kinderzimmer heizen können!“ Spenden werden dringend erbeten: www.caritas-kaernten.at/inlandshilfe.
Der Druck steigt. Die anhaltende Teuerung, die massiv gestiegenen Lebensmittelpreise, Wohn- und Energiekosten bringen viele Menschen in Kärnten an ihre finanziellen Grenzen. 2025 unterstützte die Sozialberatung der Caritas Kärnten 7.405 Menschen und verzeichnete mehr als 20.000 Beratungskontakte, heuer sind es bis September 5.871 Menschen, davon 1.942 Kinder und 19.745 Kontakte. Die Caritas warnt: Nicht selten kann eine einzige Rechnung dazu führen, dass Familien das Heizen, Essen oder die Miete nicht mehr zahlen können. Wenn Wärme im Kinderzimmer zur Geldfrage wird
Wie schnell eine finanzielle Belastung zur Krise wird, zeigt die Geschichte einer 32-jährigen Mutter aus Kärnten. Nach der Trennung trägt Petra (Name geändert) allein die Verantwortung für ihre beiden Kinder. Eines davon braucht besonders viel Betreuung. Als das Geld für Heizöl fehlte, musste die alleinerziehende Mutter das gemietete Haus mit Strom beheizen. So entstanden Energiekosten von mehreren tausend Euro. Inzwischen funktioniert der Strom über einen Pre-Payment-Zähler. Das heißt, Petra muss im Voraus bezahlen, damit die Wohnung warm und der Alltag der Kinder gesichert bleibt. Sie kehrt in ihren Beruf zurück. Die Frau kann die Schulden trotz Arbeit und sparsamer Haushaltsführung dennoch nicht allein bewältigen. „Ich wünsche mir nichts mehr, als meinen Kindern Sicherheit geben zu können“, sagt Petra im Gespräch mit der Sozialberaterin. Dank der Unterstützung von Spender*innen erhielt Petra Hilfe bei ihren Energiekosten. Diese Entlastung gibt ihr neue Zuversicht und die Hoffnung auf ein Leben mit weniger Sorgen. Ihr Fall steht beispielhaft für Situationen, mit denen die Mitarbeiter*innen der Caritas-Sozialberatung täglich konfrontiert sind.
Arbeit schützt nicht immer vor Armut
2025 erhielten in Kärnten 7.405 Menschen Unterstützung durch die Sozialberatung der Caritas Kärnten, allein heuer sind es bis 30. September bereits 5.871 Menschen. In den ersten drei Quartalen 2026 wurde gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Anstieg der Beratungskontakte um rund 32 Prozent verzeichnet. Das heißt, dass die Notlagen stetig komplexer werden. Immer häufiger treffen mehrere Problemlagen gleichzeitig aufeinander: hohe Wohn- und Energiekosten, Schulden, Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Einschränkungen, familiäre Krisen oder Schwierigkeiten im Zugang zu Sozialleistungen. Österreichweit wandten sich 2025 rund 44.000 Menschen an die Caritas-Sozialberatung. Nach Miete, Energie und Betriebskosten blieben den Klient*innen im Durchschnitt 17 Euro pro Tag für Lebensmittel, Medikamente, Kleidung, Mobilität und alle anderen Ausgaben. 27 Prozent der Hilfesuchenden hatten ein Einkommen aus Erwerbsarbeit und gerieten dennoch in Not.
Zusammenhalt und Solidarität – JETZT!
Caritasdirektor Sandriesser bittet die Kärntnerinnen und Kärntner um Unterstützung: „Gerade jetzt brauchen wir Zusammenhalt und Solidarität. Egal, wie groß oder klein Ihr Beitrag ist. Jeder Euro macht einen Unterschied! Gerade jetzt zählt jede Spende, denn Arbeit schützt längst nicht jede Familie vor Armut. Wenn nach Miete, Energie und Fixkosten kaum etwas übrigbleibt, kann eine einzige Rechnung den Alltag einer Familie ins Wanken bringen. Deshalb helfen wir möglichst früh, bevor der Strom abgeschaltet wird oder Menschen ihr Zuhause verlieren!“
Hilfe, bevor die Wohnung verloren geht
Die Caritas Kärnten berät Menschen in sozialen und finanziellen Notlagen –kostenlos. Mitarbeiter*innen prüfen sozialrechtliche Ansprüche, erstellen gemeinsam mit Betroffenen Haushaltspläne und suchen Lösungen für Mietschulden sowie offene Energie- und Heizkosten. Dazu kommen Energiesparberatung, Wohnungssicherung, Lebensmittelversorgung und finanzielle Überbrückungshilfen.
Aktion Kilo am 22. Oktober in Klagenfurt und am 4. November in St. Veit
Wer mit Sachspenden helfen möchte, kann am Donnerstag, 22. Oktober 2026, von 9 bis 16 Uhr lang haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel zum Neuen Platz in Klagenfurt bringen. Die youngCaritas lädt Schulklassen, Kindergärten, Jugend- und Firmgruppen, Unternehmen, Vereine und Privatpersonen zur „Aktion Kilo gegen Armut“ ein. Am 4. November 2026 bittet die youngCaritas in Kooperation mit der RegionalCaritas von 9 bis 13 Uhr um Spenden auf dem Hauptplatz in St. Veit an der Glan.
Die Spenden gehen über die Lebensmittelausgabe LEA direkt an armutsbetroffene Menschen. Ein Teil wird im Eggerheim für Mahlzeiten für wohnungslose Menschen verwendet. „Die Spenden kommen dort an, wo selbst das Nötigste oft unerschwinglich ist: bei armutsbetroffenen und wohnungslosen Menschen in Kärnten“, sagt Theresa Kranabetter von der youngCaritas.
So wirkt Ihre Spende
Geldspenden ermöglichen unter anderem Hilfe bei Miet- und Energierückständen, Lebensmittelversorgung und einen warmen Schlafplatz.
- Mit 25 Euro können Sie mit dem Caritas-Hilfe-Abo Monat für Monat Menschen helfen, die dringend Unterstützung brauchen: etwa einer alleinerziehenden Mutter mit einem vollen Kühlschrank oder einem*einer Mindestpensionist*in bei der Heizkostenabrechnung: https://wirhelfen.shop/hilfe-abo/
- Mit 50 Euro schenken Sie einen Schlafsack, spenden Wärme in kalten Nächten auf der Straße und unterstützen Wohnungslosenprojekte.
- Mit 150 Euro unterstützen Sie Familien bei schweren Schicksalsschlägen – wenn plötzlich das Einkommen wegfällt oder Krankheit finanziell belastet.
Spenden Sie bitte auf das Spendenkonto der Caritas Kärnten
Kärntner Sparkasse
IBAN: AT40 2070 6000 0000 5587
Spendenzweck: Inlandshilfe
oder online auf www.caritas-kaernten.at/inlandshilfe
Am Elisabethsonntag, dem Welttag der Armen (15. November 2026), kommt auch die Kollekte in allen Pfarren der Diözese Gurk Menschen in Not in Kärnten zugute.