„Marksteine des Lebens“

im Spiegel von Brauchtum und Ritual

Herr Dr. Peter Wiesflecker ging in seinem Vortrag auf das über Jahrhunderte gewachsene Brauchtum und die kirchlichen Rituale im Südkärntner Raum ein. Deren vielfältige Ausprägungen hat er in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen dargestellt und veröffentlicht.

Er betonte, dass Rituale nie isoliert gesehen werden dürften, sondern immer im gesellschaftlichen Kontext, in dem sie sich entwickelten. Welche Möglichkeiten sich böten, wenn aus diesem alten Erbe geschöpft wird, stellte er an drei wichtigen Übergängen im individuellen Leben dar: der Taufe, der Hochzeit und dem Tod. Die sich an diesen Marksteinen ergebenden Übergänge verändern die Ordnung und das soziale Gefüge. Durch die Riten können Veränderungen kontrolliert und eine neue Kontinuität geschaffen werden. Viele Rituale und Bräuche haben eine lange Geschichte, die zum Teil bis ins antike Rom zurückreicht. Im Laufe der Jahrhunderte fanden sie ihren Weg auch in die christlich geprägte Welt und ihren Jahreskreis. Bis heute sind sie ein wichtiger Bestandteil des Lebens und haben nichts von ihrer magischen Bedeutung verloren.

Der Vortrag von Dr. Wiesflecker bot nicht nur einen ausführlichen Einblick in die Riten rund um die Taufe, die Hochzeit und den Tod, sondern erweiterte auch das Verständnis für sie.

Fotos und Text: Juliane Ogris