Welche Familienpolitik brauchen unsere Kinder?

Nur ein Leben in emotionaler Geborgenheit macht Kinder groß und stark – kontroverse Diskussion zum Internationalen Tag

Veranstalter und Podiumsgäste: Theo Hippel, Bgm Ferdinand Vouk, LHstv Dr. Beate Prettner, Bgm Josef Guggenberger, Univ.-Prof. Ralph Dawirs, Mag, Henckel von Donnersmarck, Gudrun Kattnig (© Foto: Schöffmann)
Veranstalter und Podiumsgäste: Theo Hippel, Bgm Ferdinand Vouk, LHstv Dr. Beate Prettner, Bgm Josef Guggenberger, Univ.-Prof. Ralph Dawirs, Mag, Henckel von Donnersmarck, Gudrun Kattnig (© Foto: Schöffmann)

„Fremdbetreuung in Krippen bedeutet emotionale Verlassenheit und unsichere Bindung“ so Univ. Prof. Ralph Dawirs, Hirnforscher und Neurobiologe.  „Kinder unter drei Jahren brauchen sichere Bindung.“ Auf sein Impulsreferat hin diskutierten LHstv. Dr. Beate Prettner, Gemeindebundpräsident Ferdinand Vouk und Bürgermeister Josef Guggenberger  anlässlich des Internationalen Tages der Familie am 15. Mai in Klagenfurt. Welche Familienpolitik ist für Eltern UND Kinder gut? Eingeladen hatten der Katholische Familienverband und das Österreichischen Familiennetzwerk.

Dabei ging es um die Frage, ob die Betreuung innerhalb und außerhalb der Familie zwei gleichwertige Varianten sind. Bgm. Josef Guggenberger schilderte das sog. „Berndorfer Modell“. Dort wendet die öffentliche Hand für die externe Kinderbetreuung  ca. 800 Euro monatlich auf. Nun sollen auch Familien, die ihre Kinder selber betreuen gleichermaßen gefördert werden. „Für mich waren es drei Motive“,  so Guggenberger „Es ging mir um Gerechtigkeit, um Anerkennung und Wertschätzung der familiären Leistungen und darum, Familien eine reale Wahlmöglichkeit zu geben.“

LR Dr. Beate Prettner spricht sich für den Ausbau der institutionellen Betreuung aus, um Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf flächendeckend zu gewähren. Wichtig ist ihr, die Väter in die Verantwortung einzubeziehen. Dennoch ortet auch sie ein Ungleichgewicht. Aufhorchen lässt ihr Vorschlag, dass eine Verdopplung der Familienförderung reales Ziel sei. Auch müssten die Erziehungszeiten stärker, d.h. länger als vier Jahre pro Kind pensionsrechtlich abgesichert werden.

Bgm. Ferdinand Vouk, Präsident des Kärntner Gemeindebundes zeigt sich aufgeschlossen und schlägt vor, nach dem Vorbild des „Berndorfer Modells“ ein Pilotprojekt in Kärnten zu starten.

„Kinder unter drei Jahren brauchen keine Förderung, sondern  angemessene Lebensbedingungen“, so Ralph Dawirs, der Leiter der Forschungsabteilung für psychische Gesundheit, Erlangen. „Ich vertrete hier keine Thesen, sondern schildere Ihnen den Stand der Wissenschaft. Was Sie daraus machen, ist Ihnen überlassen“. 
Dass Handlungsbedarf besteht, zeigen die vielen engagierten Fragen und Beiträge aus dem Publikum. Auch ettliche Abgeordnete verschiedener Fraktionen nutzten die Gelegenheit zur Meinungsbildung und zum Austausch.
Die Veranstaltung fand innerhalb der Wochen für das Leben statt und war gut besucht.