Organisation

A. ö. Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt GmbH

Nach dem Sturz zurück ins Leben

Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt setzt auf ganzheitliche Behandlung und Sturzprävention

Ein Sturz kann für ältere Menschen weitreichende Folgen haben. Neben Verletzungen können vor allem die Angst vor einem weiteren Sturz und der Verlust von Mobilität die Selbstständigkeit nachhaltig beeinträchtigen. Im Department für Akutgeriatrie und Remobilisation des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt steht deshalb nicht nur die Behandlung der unmittelbaren Verletzungen im Mittelpunkt – ebenso wichtig ist die Frage, warum es überhaupt zum Sturz gekommen ist.

Ein Sturz betrifft selten nur die betroffene Person (Bild © Depositphotos.com/@ HayDmitriy)
Ein Sturz betrifft selten nur die betroffene Person (Bild © Depositphotos.com/@ HayDmitriy)

Etwa jede dritte Person über 65 Jahre stürzt laut Elisabethinen-Krankenhaus mindestens einmal pro Jahr. Bei hochbetagten Menschen ist nahezu jede zweite Person betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko deutlich.

Viele Ursachen können zu einem Sturz führen

Ein Sturz hat meist nicht nur eine einzige Ursache. Nachlassende Muskelkraft und Gleichgewichtsstörungen können ebenso eine Rolle spielen wie Schwindel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologische Erkrankungen, Diabetes, Infektionen, Demenz, Schmerzen oder eine eingeschränkte Sehkraft. Auch ungeeignetes Schuhwerk kann das Sturzrisiko erhöhen.

„Ein Sturz ist selten Zufall. Meist kommen mehrere gesundheitliche und funktionelle Faktoren zusammen“, erklärt OÄ Dr. Patricia Walentiny, Leiterin des Departments für Akutgeriatrie und Remobilisation. Deshalb werde nicht nur die Verletzung behandelt, sondern gezielt nach den Ursachen gesucht.

OÄ Dr. Patricia Walentiny Funktion: Leiterin des Departments für Akutgeriatrie und Remobilisation (AGRM), Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt (Bild © Studio Horst)
OÄ Dr. Patricia Walentiny Funktion: Leiterin des Departments für Akutgeriatrie und Remobilisation (AGRM), Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt (Bild © Studio Horst)

Mobilität und Selbstständigkeit zurückgewinnen

Zu Beginn der Behandlung werden Mobilität, Gleichgewicht und das persönliche Sturzrisiko umfassend erhoben. Darauf aufbauend entwickelt das multiprofessionelle Team aus Ärzt:innen, Pflege, Physio- und Ergotherapeut:innen, Psycholog:innen und Sozialarbeiter:innen einen individuellen Behandlungsplan.

Das Training orientiert sich an den jeweiligen Fähigkeiten und Bedürfnissen der Patient:innen. Kraft- und Ergometertraining gehören ebenso dazu wie Gehübungen und gezielte Gleichgewichtsübungen. Auch die Angst vor einem neuerlichen Sturz wird in die Therapie einbezogen. Denn wer sich aus Unsicherheit immer weniger bewegt, verliert dadurch zusätzlich Muskelkraft und körperliche Fähigkeiten.

Ein wichtiger Bestandteil ist das sogenannte „Reablement“, eine alltagsorientierte Rehabilitation. Dabei geht es darum, verloren gegangene Fähigkeiten wieder aufzubauen und die Patient:innen dabei zu unterstützen, ihren Alltag möglichst selbstständig zu bewältigen.

Sicher zurück in den Alltag

Zur Behandlung gehört deshalb auch ein Blick auf die häusliche Umgebung. Gemeinsam mit Patient:innen und Angehörigen werden mögliche Sturzquellen wie lose Teppiche, Kabel oder andere Hindernisse besprochen. Geübt wird nicht nur im Therapieraum: Auch unterschiedliche Untergründe wie Wiesen, Schotterwege oder Waldboden werden in das Gehtraining einbezogen.

Auch die Prävention spielt eine zentrale Rolle. Im Geriatrischen Tageszentrum werden Gruppentrainings für Kraft, Koordination und Gleichgewicht angeboten. Zudem werden Medikamente hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen wie Schwindel oder Kreislaufproblemen überprüft. Informationen zu Osteoporose und einer ausgewogenen Ernährung ergänzen das Angebot.

„Unser Erfolg misst sich nicht daran, wie weit jemand am Ende eines Krankenhausaufenthalts gehen kann. Entscheidend ist, ob unsere Patient:innen ihren Alltag wieder möglichst selbstständig bewältigen und sicher in ihr gewohntes Zuhause zurückkehren können“, betont Walentiny.

Quelle: Medieninformation des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt, 9. September 2026.