Neue OP-Technik im Brustzentrum Kärnten
SCOUT-Technologie ermöglicht präzisere Eingriffe bei nicht tastbaren Brustveränderungen und erleichtert die Operationsvorbereitung
Zum Brustkrebsmonat Oktober setzt das Brustzentrum Kärnten am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan einen Schwerpunkt auf eine neue technische Entwicklung in der Brustchirurgie. Mit der SCOUT-Markierung können nicht tastbare Veränderungen der Brust während einer Operation präzise lokalisiert werden. Für Patient:innen bedeutet die neue Methode einen besser planbaren Ablauf und weniger Belastung unmittelbar vor dem Eingriff.
Präzise Lokalisierung ohne Draht
Bei der Gewebeentnahme wird ein kleiner Marker in der Brust eingesetzt. Dieser kann während der späteren Operation mithilfe eines radarbasierten Systems zuverlässig geortet werden. Die bisher unmittelbar vor dem Eingriff notwendige Drahtmarkierung entfällt damit. Dadurch wird die Operationsvorbereitung einfacher und die Belastung für die Patient:innen reduziert.
„Für viele Betroffene bedeutet das einen zusätzlichen Eingriff weniger und einen spürbar angenehmeren Ablauf vor der Operation“, erklärt OÄ Dr. Barbara Kohlweg, Chirurgin und stellvertretende Leiterin des Brustzentrums Kärnten.
Viele Fachrichtungen arbeiten zusammen
Die moderne Brustkrebsbehandlung beruht im Brustzentrum Kärnten nicht nur auf technischen Entwicklungen, sondern vor allem auf der Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachrichtungen. Seit mehr als 20 Jahren arbeiten Fachärzt:innen aus Radiologie, Chirurgie, Gynäkologie, Innerer Medizin, Pathologie und Strahlentherapie zusammen. Unterstützt werden sie von Breast Care Nurses und weiteren Berufsgruppen.
Zentrales Element ist die wöchentliche Tumorkonferenz. Dabei wird jeder einzelne Fall anhand sämtlicher Befunde besprochen und der weitere Behandlungsweg gemeinsam festgelegt. „Im Tumorboard kommt das Wissen aller beteiligten Fachrichtungen zusammen“, so Kohlweg.
Enge Zusammenarbeit über das Krankenhaus hinaus
Der Behandlungsweg beginnt für viele Patient:innen bereits bei einer niedergelassenen Fachärztin oder einem Facharzt. Eine wichtige Schnittstelle bildet dabei die Ordination von Dr. Gregor Huber in St. Veit/Glan. Die enge Abstimmung zwischen niedergelassenem Bereich und Krankenhaus soll dazu beitragen, Befunde rasch abzugleichen und die nächsten Behandlungsschritte ohne unnötige Verzögerungen zu planen.
Auch die Qualität der Abläufe wird regelmäßig überprüft: Das Brustzentrum Kärnten ist seit 2010 nach den Qualitätskriterien der unabhängigen Zertifizierungsstelle DocZert zertifiziert. Bei der jüngsten Re-Zertifizierung bestätigten externe Fachgutachter erneut die Qualität der medizinischen und organisatorischen Abläufe, insbesondere die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Betreuung der Patient:innen.
Raum für Begegnung und Austausch
Neben der medizinischen Versorgung soll künftig auch der persönliche Austausch zwischen Betroffenen stärker unterstützt werden. Gemeinsam mit der Krebshilfe Kärnten ist ab 2027 das „Pink & Proud Café“ geplant. Es soll Brustkrebspatient:innen einen geschützten Raum für Begegnung, Austausch und gegenseitige Unterstützung bieten.
Terminvereinbarung Brustzentrum Kärnten:
mit Zuweisung einer/eines niedergelassenen Fachärzt:in oder Radiolog:in
📞 04212 / 499-8666
Montag bis Donnerstag: 8:00 bis 14:00 Uhr
Freitag: 8:00 bis 13:00 Uhr
Quelle: Medieninformation der Barmherzigen Brüder, 29. September 2026.