Lernen kennt kein Alter
Mit 67 Jahren noch einmal zurück ins Praktikum
Während viele Menschen den Ruhestand genießen, hat sich die Ebenthalerin Cornelia Toth bewusst für einen neuen Weg entschieden. Mit 67 Jahren absolviert sie derzeit ein Pflichtpraktikum im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan und erfüllt sich damit einen Wunsch, der sie bereits seit ihrer Kindheit begleitet.
Schon als junges Mädchen wollte Cornelia Toth „Säuglingsschwester“ werden. Das Leben führte sie zunächst jedoch in eine andere Richtung. Nach ihrer Ausbildung zur Hotelkauffrau und einem Auslandsaufenthalt in England arbeitete sie viele Jahre im Sekretariat der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt. Nach ihrer Pensionierung vor zwei Jahren nutzte sie die neu gewonnene Zeit zunächst zum Reisen. Doch bald reifte in ihr der Entschluss, sich noch einmal einer völlig neuen Herausforderung zu stellen.
Vom Wunsch zur Wirklichkeit
Heute absolviert Cornelia Toth eine Ausbildung zur Ordinationsassistentin. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Ausbildung ist ein insgesamt 325-stündiges Pflichtpraktikum. Dieses führt sie durch verschiedene Bereiche des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan. Bereits eingesetzt war sie in der Chirurgischen Ambulanz, der Aufklärungsambulanz, der Endoskopie sowie zuletzt in der CED-Ambulanz für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.
„Ergänzend kann ich mein theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen und gleichzeitig viel Neues dazulernen“, erzählt die engagierte Praktikantin.
Zurück auf die Schulbank
Die Entscheidung für die Ausbildung traf Cornelia Toth ganz bewusst. Besonders wichtig war ihr dabei die starke Praxisorientierung. Nach ersten Erfahrungen in einer gynäkologischen Ordination wollte sie ihre Kenntnisse weiter vertiefen und praktische Fertigkeiten erlernen.
Heute beschäftigt sie sich intensiv mit Themen wie Anatomie, Medikamentenkunde, Ambulanzabläufen, Blutabnahmen, EKGs und der Betreuung von Patient:innen. Bereiche, mit denen sie während ihres bisherigen Berufslebens kaum Berührungspunkte hatte. Dabei zeigt sich für sie immer wieder, wie wertvoll praktische Erfahrungen sind.
„Vieles versteht man erst, wenn man im Krankenhausalltag mitarbeitet. Das kann kein Lehrbuch ersetzen“
Ein besonderes familiäres Band
Dass Cornelia Toth ihr Praktikum gerade im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan absolviert, hat für sie auch eine persönliche Bedeutung. Ihre Tochter, Dr. Carina Toth, arbeitet hier als Chirurgin. Zudem wurde sie selbst in diesem Krankenhaus geboren.
Besonders beeindruckt zeigt sich die Praktikantin vom wertschätzenden Umgang und der Hilfsbereitschaft im Haus. Gerade in den Ambulanzbereichen habe sie viel Unterstützung erfahren.
„Es nimmt sich immer jemand Zeit, Fragen zu beantworten und praktische Abläufe zu erklären. Dafür bin ich sehr dankbar“, berichtet sie.
Neugier kennt kein Ablaufdatum
Mit ihrer Geschichte zeigt Cornelia Toth eindrucksvoll, dass Lernen und persönliche Weiterentwicklung keine Frage des Alters sind. Auch nach Abschluss ihrer Ausbildung kann sie sich gut vorstellen, weiterhin in ihrem neuen Tätigkeitsfeld aktiv zu bleiben.
„Lernen hört schließlich nie auf“, sagt sie mit einem Lächeln.
Ihre Geschichte ist ein ermutigendes Beispiel dafür, dass es nie zu spät ist, neue Wege einzuschlagen, lang gehegte Träume zu verwirklichen und sich mit Offenheit und Neugier neuen Herausforderungen zu stellen.