Melitta Käfer hat ein Fastentuch für die Pfarre Moosburg gestickt.
Zwei Jahre hat sie darüber nachgedacht, dann hat Käfer ihre Inspiration bildfüllend umgesetzt. Das Ergebnis verhüllt jetzt in der Fastenzeit den Hauptaltar der Pfarrkirche in Moosburg.
Dechant Josef Scharf blättert mit Melitta Käfer in der umfassenden Dokumentation zu ihrem Fastentuch. (© Foto: Foto: Eggenberger)
Kreuzstich einfach bzw. dreiviertel hat sie gestickt, Millimeter um Millimeter, wie viele Stiche insgesamt, das weiß Melitta Käfer nicht. Aber wie viele Stunden sie an diesem Leinentuch in der Größe von 1,60 mal drei Meter gearbeitet hat, das weiß sie genau: rund 5.000 Arbeitsstunden, verteilt auf zwei Jahre! In dieser Zeit hat Käfer mit einer stumpfen Sticknadel und lila Wollgarn ein Werk geschaffen, das die Betrachter einfach nur Staunen lässt. Das von ihr gestickte Fastentuch in Moosburg sucht seinesgleichen. Von der Größe, von der Präsenz und der Exaktheit in der Ausführung. Eine große Dornenkrone in der Mitte, umgeben von einem Segensmuster, lenkt den Blick weiter auf`s Detail. Und dabei konnte Käfer all ihre Fertigkeiten, die sie als gelernte Kleidermacherin in Kärntens angesagtestem Modeatelier von Meister Bernhard Düpolt erlernt hatte, ausspielen. Das heißt, ohne Vorzeichnung und Skizzen hat sie sich ans Werk gemacht, weil sie ihren Entwurf quasi im Kopf abgespeichert hatte. Zwei Jahre lang war der große Tisch in ihrem Arbeitszimmer belegt. Hier fand sie sich täglich zum Handarbeiten ein. Vier bis fünf Stunden Präzisionsarbeit und wie sie betont „immer mit großer Freude“. „Malen mit Nadel und Faden“, nennt sie denn auch nicht ohne Stolz ihre Arbeit. Und wer sich das Fastentuch im Altarraum näher anschaut, erkennt die Kreativität, die in dieser Arbeit steckt. Da wurde kein Knoten gemacht, da ist die Stickrichtung immer gleich, die linke Seite könnte für die rechte stehen. „Ich sticke gern“, sagt Käfer. Ihr Blick und ihre Vorstellungsgabe haben ihr dabei geholfen. Die ganze Familie, Ehemann Gerhard, die Kinder und Enkelkinder, nahm großen Anteil an ihrem Fastentuch, und Dechant Scharf konnte sich bei seinen Besuchen von den Fortschritten überzeugen. Meist gab es neue Muster zu diskutieren, denn Käfer hatte in der Zwischenzeit immer Ideen entwickelt und sofort miteingearbeitet. Enkelsohn Rafael saß gerne dabei und versuchte sich ebenfalls im Sticken. Bei der Präsentation am Aschermittwoch während der heiligen Messe brachte er nur ein „Ich bin so stolz auf dich, Oma“ hervor. Stolz sind auch die Pfarrangehörigen, die ihr für ihr Engagement danken. Da winkt Käfer ab, sie habe das zur Ehre Gottes gemacht. Übrigens: Ihr Monogramm ist auf dem Fastentuch versteckt. I. Jakl

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