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Zur Geschichte der Vierbergewallfahrt

 
 
 

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Ein kurzer geschichtlicher Abriss über die beliebte Wallfahrt von Univ. Doz. Dr. Franz Glaser

© Foto: Foto: Pressestelle der Diözese Gurk

(© Foto: Foto: Pressestelle der Diözese Gurk)

Ein keltischer Brauch?

Der Volkskundler Georg Graber interpretierte im Jahr 1912 die Vierbergewallfahrt unter Vernachlässigung aller christlich-religiösen Motive als uralten und möglichst heidnischen Brauch. Darauf gründet sich auch der Keltenwahn der letzten Jahrzehnte.

Die christliche Wallfahrt
Die Historiker beriefen sich stets auf die geschichtlichen Quellen: Papst Innozenz VI. führte im Jahre 1353 auf Betreiben von Kaiser Karl IV. das Fest der Kreuzesnägel Christi und der Heiligen Lanze ein (2. Freitag nach Ostern). Die besondere Verehrung der Kreuzauffindung und der drei Kreuzesnägel förderten die Familien Gleismüller und Kaltenhauser, Bergbauunternehmer und Kaufleute aus Oberfranken, die sich in St. Veit angesiedelt hatten. Die Familie Kaltenhauser ist auf dem Helenenberg (= Magdalensberg) und auf dem Laurenziberg als Stifter im 15. Jahrhundert nachgewiesen. Die Heiligen Veit und Laurentius sind als Schutzpatrone der Stadt St. Veit auf der Bronzetafel am Rathaus dargestellt. Damit wird das um 1500 nachweisliche Veitspatrozinium auf dem Göseberg auf eine städtische Stiftung zurückgehen. Die Osterwitzer hatten zuvor schon auf dem heutigen Magdalensberg der Heiligen Helena, der Auffinderin des Kreuzes und der Kreuzesnägel Christi eine Kirche geweiht. Zwischen 1473 und 1483 war Kärnten von fünf Türkeneinfällen betroffen. Vom Heiligen Bischof Ulrich von Regensburg, der gegen die Ungarn im 10. Jahrhundert erfolgreich war, erhofften die Gläubigen nun Schutz vor den Türken und weihten ihm auf dem Ulrichsberg ein Gotteshaus. Trotz kaiserlichen Verbots (Josef II.) fand im Jahre 1787 die Vierbergewallfahrt statt. Die von der Polizei einvernommenen Bauern sagten aus, dass die Wallfahrt in der Zeit der Türkengefahr gestiftet worden war. Der Humanist Ladislaus Suntiger berichtet um 1500, dass Kärntner Frauen mit bloßen Füßen am Tag der Kreuzesnägel Christi schweigend über die genannten vier Berge laufen. Ursprünglich war St. Veit der Ausgangspunkt und der Endpunkt der Wallfahrt.