Der Hemma-Pilgerweg in Kärnten
Lichtbildervortrag von Prof. Walter Sumper
Seit zwanzig Jahren spricht das Pilgern als "Beten mit den Füßen" (Bischof Alois Schwarz) die Menschen wieder an. In einem spannenden und detailreichen Lichtbildervortrag stellte uns Prof. Walter Sumper am 28. März 2012 im Franz von Sales Zentrum auf Einladung von Prof. Mag. Rudolf Schratt den Kärntner Hemma-Pilgerweg von Sveta Ana bis Gurk vor. Prof. Walter Sumper wurde 1992 mit der Erstellung des Pilgerweges betraut. Der Hemma-Pilgerweg ist ein 880 Kilometer langer Pilgerweg in etwa der Form einer 8, der in Kärnten, Steiermark und Slowenien Stätten verbindet, die mit dem Wirken der Hl. Hemma in Verbindung gebracht werden können.
Der Abschnitt des Hemma-Pilgerweges, der in Sveta Ana, unweit der Grenze an der alten Loiblpass-Straße in Slowenien, beginnt und über die Tscheppa-Schlucht, Ferlach, Maria Rain, Viktring, Klagenfurt, Maria Saal, Magdalensberg, St. Georgen am Längsee, Guttaring, Maria Weitschach, Friesach, Straßburg zum Grab der Hl. Hemma im Gurker Dom führt, hat eine Wegstrecke von ca. 180 Kilometern und ist in 6 Tagen zu bewältigen. Mit dieser Teilstrecke wurde die Tradition des Krainer Pilgerweges (seit Anfang des 17. Jhs.) wieder aufgenommen und belebt.
Prof. Sumper schilderte eindrucksvoll die Schwierigkeiten und Hindernisse, die bei der Erstellung des Pilgerweges überwunden werden mussten. Vor allem waren es das Misstrauen der Wald- und Grundbesitzer, durch deren Besitzungen der Pilgerweg geplant war. Inzwischen sind die Vorurteile überwunden und die Pilger willkommen. Bei manch einer Station werden sie reichlich bewirtet.
Es gibt in Kärnten aber nicht nur diesen Pilgerweg nach Gurk, sondern insgesamt schon 7 Hemma-Pilgerwege, u. a. von Ossiach, von Millstatt, von der Turrach, von Admont ausgehend. So könnte man fast sagen, dass alle Wege zum Gurker Dom führen, dessen Stifterin die Hl. Hemma ist und wo sie um ca. 1045 begraben wurde. In manchen Kirchen Kärntens finden wir Darstellungen dieser wohltätigen reichen Frau mit einem zweitürmigen Kirchenmodell auf dem Arm. Auch in unserer Pfarrkirche St. Josef ist sie zu Füßen von Maria beim Marienaltar zu finden.
Der Lichtbildervortrag führte uns auf Wald- und Wiesenwegen durch die wunderschöne Kärntner Landschaft und regte dazu an, selbst auf den Spuren der Hl. Hemma zu pilgern. Und noch heuer soll der Pilgerweg direkt am Franz von Sales Zentrum vorbeigeführt und das Zentrum eine Station werden, bei der Pilger (nach vorheriger Anmeldung) eine Rast zum Beten einlegen können und eine Stärkung erhalten sollen. Im Sommer werden wir mit einer kurzen Pilgerstrecke, etwa von Maria Rain über Viktring, St. Josef zum Franz von Sales Zentrum, und einer Andacht die neue Station Franz von Sales Zentrum in den Hemma-Pilgerweg integrieren.
Waltraut Leitner