Rituale um den Tod: Von der “schönen Leich” zum digitalen Sensenmann

Vortrag von Dr.phil.Mag.art Wittigo Keller

Montag 18:00 - 19:00
Referent/innen: Wittigo Keller
Veranstalter: KHG

Der Tod, einmal mehr „lebendiger“ denn je: präsentiert als Streifzug und Zeitreise durch unterschiedliche Zeiten, Interpretationen und deren Antworten auf die wohl bedrohendste Herausforderung schlechthin. Denn „wer den Tod fürchtet, hat das Leben verloren“.

(Foto: Wittigo Keller)
(Foto: Wittigo Keller)

Die Welt der allerletzten Dinge als Kompensation, Bewältigung oder zumindest als Annäherungsversuch an die vier großen Themen: Sterben-Tod-Trauer-Erinnerung.

Ausgehend von Wien, der Hauptstadt pompöser Begräbnis-Inszenierungen, der Stadt mit dem weltweit ersten Bestattungsmuseum, dem „Pompfüneberer“ als Meilenstein einer außergewöhnlichen Funeralkultur, wird eine Vergangenheit, die heute noch nachwirkt, eine Gegenwart, die höchst aktuell fungiert und eine Zukunft, die längst begonnen hat, in charakteristischen und markanten Erscheinungen vernetzt: Zwischen Bestattungsservice, Alltagskultur und künstlerischer Umsetzung.

Da werden Friedhöfe mit ihren Ehrengräbern oder die Diamantbestattung zu Manifestationen für Unsterblichkeit, eine Bestattungskultur 2.0 garantiert zumindest digitales Weiterleben und es entsteht eine „neue Sichtbarkeit des Todes“ mit bewusst öffentlicher Präsentation des toten Körpers. Der Totenkopf hat Jugendkultur oder Modewelt erobert und Spezialfirmen kreieren die außergewöhnlichsten Sargmodelle als letztes Transportvehikel für die Ewigkeit. Letztlich stehen wir vor der Entscheidung zwischen würdiger Bestattung, einer ökologischen Baumbeisetzung oder Billig-Entsorgungen.

Ein thematischer Zugang in seiner vielfältigen Variationsbreite, von todernst bis zu leicht satirischem Humor mit Charme. Wie meinte Falco doch so treffend: Muß ich denn sterben, um zu leben...

 

Der Vortrag findet im Stiftungssaal der Alpen-Adria Universität Klagenfurt statt.